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Onlineshopping: Von Paypal bis Trusted Shops: Welcher Käuferschutz im Ernstfall wirklich hilft

stern-Logo stern 20.07.2020 bak
Käuferschutzprogramme sollen Onlinebestellungen sicherer machen © Getty Images Käuferschutzprogramme sollen Onlinebestellungen sicherer machen

Wenn beim Onlinekauf etwas schiefläuft, kann ein Käuferschutz helfen. "Finanztest" erklärt, wo Kunden wie geschützt sind - und welche Tücken es gibt.

Onlineshopping ist praktisch und klappt meist problemlos. Aber was, wenn es doch mal Ärger gibt? Wenn das Paket nicht ankommt, aber das Geld schon weg ist? Oder ich die Ware zurückschicke, aber den Kaufpreis trotzdem nicht wiedersehe?

Grundsätzlich sind Onlinekäufer vom Gesetzgeber gut geschützt. Sie können bestellte Ware innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt ohne Angabe von Gründen zurückschicken und sich den Preis erstatten lassen (gilt nicht bei privaten Verkäufern). Wenn die Ware gar nicht erst kommt, können sie den Kauf widerrufen und erhalten ebenfalls ihr Geld wieder. Allerdings kann man im Netz auch an unseriöse Händler geraten, die auf das Gesetz pfeifen oder es Kunden zumindest schwer machen, ihr Recht durchzusetzen.

Viele Zahlungsdienstleister und Onlineshops sichern ihre Kunden daher mit zusätzlichen Käuferschutzprogrammen ab. Darunter sind Paypal, Visa und Mastercard. Ebay und Amazon bieten ihre eigenen Garantien, außerdem gibt es noch die unzähligen Anbieter, die das Siegel Trusted Shops tragen.

Wer vom Käuferschutz profitieren will, sollte allerdings die jeweiligen Bedingungen kennen, raten die Experten von "Finanztest". Sie haben sich die gängigsten Käuferschutzprogramme – und ihre Lücken – genauer angesehen. Hier sind einige ihrer Erkenntnisse:

Amazon und Ebay

Positiv bewerten die "Finanztest"-Experten den Käuferschutz bei Amazon und Ebay. Sie zahlen Kunden, die über ihre Plattformen bei Drittanbietern gekauft haben, ihr Geld sowohl bei Nichtlieferung zurück als auch wenn das Falsche geschickt wurde. Auch das Verschwinden von Rücksendungen ist abgesichert. Allerdings: Dienstleistungen, Gutscheine, digitale Produkte - und bei Ebay auch Fahrzeuge - sind vom Schutz ausgenommen.

Paypal

Einen eigenen Käuferschutz bietet auch der beliebte Zahlungsdienstleister Paypal. Der gilt allerdings nicht, wenn man im Paypal-Konto die Funktion "Geld an Freunde oder Familie" senden, nutzt. Außerdem gilt der Paypal-Schutz nicht, wenn der Verkäufer die Ware nachweislich abgeschickt hat, und sie unterwegs verloren gegangen ist. Laut Gesetz liegt das Versandrisiko zwar beim Verkäufer, aber damit hat Paypal dann nichts mehr zu tun. Bei Retouren übernimmt Paypal zudem bis zu zwölf Mal im Jahr die Versandkosten – sofern man diesen Service vorab aktiviert hat.

Kreditkarten

Wer mit Visa oder Mastercard bezahlt, hat Käuferschutz über das sogenannte "Chargeback"-Verfahren. Bei Nichtlieferung, Lieferung einer mangelhaften Sache und Nichterstattung des Kaufpreises nach Retoure-Sendung kann man sich das Geld zurückholen. Der Haken: Als Kunde kann man sich nicht direkt an Visa oder Mastercard wenden, sondern nur an die Bank, von der man die Kreditkarte hat. Und viele Banken versuchen Chargeback-Reklamationen abzuwimmeln, berichtet "Finanztest".

Trusted Shops

Damit Käufer auch kleinen Shops Vertrauen entgegenbringen, haben sich verschiedene Gütesiegel etabliert. Das bekannteste ist "Trusted Shops", das rund 25.000 Händler tragen. Um vom Käuferschutz zu profitieren, muss dieser vom Käufer innerhalb von drei Tagen nach Kauf aktiviert werden. Die kostenlose Basic-Variante sichert nur Waren bis 100 Euro, die Plus-Variante (9,90 Euro im Jahr), auf die auch während eines Reklamationsfalls gewechselt werden kann, bis 20.000 Euro. Der Schutz hilft bei Nichtlieferung und Verlust der Retoure. Will man die Ware wegen eines Mangels wieder zurückschicken, nützt die Trusted-Shops-Garantie allerdings wenig, da sie in diesem Fall wie die gesetzliche Widerrufsfrist nur 14 Tage gilt. Bei Paypal sind es in solchen Fällen 180 Tage.

Generell gilt bei Retouren: Zunächst sollte eine gütliche Einigung mit dem Händler angestrebt werden. Wer Käuferschutz in Anspruch nehmen will, muss die Ware mit einer nachverfolgbaren Sendungsnummer zurückschicken.

Noch mehr Informationen zu Käuferschutzprogrammen beim Onlineshopping finden Sie auf www.test.de

Erfahren Sie mehr:

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