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Post sucht neuen Standort: In Alt-Hürth gibt es keine Filiale mehr - Protest von Kunden

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 31.05.2020 Andreas Engels
Geschlossen ist inzwischen das Geschäft am Brabanter Platz. Postdienstleistungen gab es dort bereits seit Ende April nicht mehr. © Engels Geschlossen ist inzwischen das Geschäft am Brabanter Platz. Postdienstleistungen gab es dort bereits seit Ende April nicht mehr.

Vor der Tür steht ein gelber Briefbehälter der Deutschen Post, darin Restposten wie Kalender und Haftnotizblöcke, die laut handgeschriebenem Zettel zu verschenken sind. Ende Mai schließt das Schreibwarengeschäft am Brabanter Platz, das auch eine Postagentur beherbergt hat. Postdienstleistungen gibt es schon seit Ende April nicht mehr in dem Laden und auch nicht anderswo in Alt-Hürth. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung – und veranlasste Politiker von CDU und SPD zu Protestschreiben.

Die Deutsche Post hat den Vertrag gekündigt. Eine andere Möglichkeit, in Alt-Hürth Briefmarken zu kaufen, DHL-Pakete abzuholen oder Postsendungen aufzugeben, gibt es derzeit nicht. Ortsvorsteher Thomas Fund und Bürgermeister Dirk Breuer haben sich per Brief an die Post gewandt und das Unternehmen gebeten, den Vertrag zumindest so lange zu verlängern, bis ein neuer Betreiber für eine Partneragentur gefunden sei. Eine solche Versorgungslücke in einem Ort mit 7200 Einwohner sei „nicht hinnehmbar“, sagt Breuer. Ähnlich sehen es die CDU-Ratsmitglieder Björn Burzinski, Gudrun Baer und Peter Zylajew.

Betreiber für Stellungnahme nicht erreichbar

Auch die SPD hat die Deutsche Post angeschrieben. Fraktionschef Stephan Renner und die Stadtverordneten Michael Kleofasz, Karl Heinz Außem und Katja Niewisch-Reiners nannten die Schließung „nicht nachvollziehbar“. Sie beklagen, dass die Warteschlangen in der Filiale im Einkaufszentrum Hürth-Park nun noch länger geworden seien.

Post-Sprecher Achim Gahr betont, dass eine Verlängerung des Vertrags in Alt-Hürth nicht in Frage gekommen sei. „Aus kaufmännischen Gesichtspunkten war eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich“, sagt Gahr. Der Betreiber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Gahr betont, die Deutsche Post sei bemüht, schnell einen neuen Partner in Alt-Hürth zu finden: „Wir befinden uns in guten Gesprächen und hoffen, im Sommer eine Lösung präsentieren zu können.“ Der Unternehmenssprecher verweist darauf, dass es neben den Filialen in Hermülheim, Efferen, Gleuel und Berrenrath eine Reihe von Paketshops und Packstationen gebe; dort könnten Sendungen aufgegeben werden. Wo sie zu finden seien, stehe im Internet.

Aus einem Briefbehälter durften sich Passanten die letzten Restposten mitnehmen. © Engels Aus einem Briefbehälter durften sich Passanten die letzten Restposten mitnehmen.

Dass die Filiale im Hürth-Park stark besucht sei, räumt Gahr ein, allerdings sei der Andrang nicht so groß, wie die Warteschlange bisweilen vermuten lasse. „Die Schlange ist auch deshalb so lang, weil die Kunden Abstand halten müssen“, sagt Gahr.

www.postfinder.de

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