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Short-Attacke auf Grenke: Was dahinter steckt, wie der MDAX-Konzern reagiert

Börse Online-Logo Börse Online 15.09.2020
Grenkeleasing AG, Standort Baden-Baden © Grenkeleasing AG Grenkeleasing AG, Standort Baden-Baden Der Börsendienst "Viceroy" hat am Dienstag Betrugsvorwürfe gegen den MDAX-Konzern Grenke erhoben. Die Aktie des Leasingunternehmens brach daraufhin um über 20 Prozent ein. Der Vorgang ist brisant, steckt hinter "Viceroy" doch der umstrittene Investor Fraser Perring, der bereits Anfang 2016 in seinem Dienst "Zatarra" Betrugsvorwürfe gegen den mittlerweile insolventen Zahlungsabwickler Wirecard erhoben hatte und damit einen spektakulären Kurssturz um rund 25 Prozent bei dem Aschheimer Konzern auslöste. Fraser Perring ist gleichzeitig Leerverkäufer, setzt also auf fallende Kurse. Bei den Vorwürfen gegen Grenke wiederholt sich das Wirecard-Muster: Es geht um überteuerte Firmenkäufe, Geldwäsche und zweifelhafte Geschäftspartnern, die dem Unternehmen zur Last gelegt werden. boerse-online.de hat Grenke mit den Vorwürfen konfrontiert, eine Antwort des Unternehmens hat es darauf bislang nicht gegeben. Fraser Perring hatte unter dem Namen Viceroy bereits kritische Analysen unter anderem zu den MDAX-Konzernen ProSiebenSat.1 und Steinhoff veröffentlicht, worauf es zu Kurseinbrüchen kam. Die Staatsanwaltschaft München ermittelte unter anderem wegen Verdachts auf Marktmanipulation gegen Perring, allerdings ohne Ergebnis. Der Finanzdienstleister Grenke hat im ersten Halbjahr 2020 einen deutlichen Rückgang des Neugeschäftsvolumens und des Konzerngewinns verzeichnet. Michael Seufert, Analyst der NordLB, hatte erst vergangene Woche die Geschäftsentwicklung kommentiert, unmittelbar bevor die Vorwürfe bekannt wurden. Aufgrund der Corona-Pandemie hätten sich die Kosten für Schadensabwicklung und Risikovorsorge verdoppelt, beschrieb Seufert die Lage. Die Aktie stufte er auf "Halten" bei einem Kursziel von 60 Euro ein. Am Dienstag Nachmittag notierte die Aktie bei 42,50 Euro, ein Minus von 23 Prozent zum Vortag. Kepler Chevreux stufte die Aktie noch am 9.9. mit "Verkaufen" ein. Das Geschäftsmodell sei zwar stark, doch sei wegen der Corona-Krise Vorsicht angebracht. Stammhaus Baden-Baden © Grenkeleasing AG Stammhaus Baden-Baden
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