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Simulation zeigt Sanktions-Auswirkungen: Embargo im Energiesektor träfe Russland hart – Deutschland aber kaum

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 23.02.2022

Das Institut für Weltwirtschaft untersuchte die Auswirkungen von Sanktionen im Energiebereich. Russland würde empfindlich geschwächt, Europa kaum bis gar nicht.

Gaslieferungen aus Russland (Archivbild) © Foto: dpa/Sergei Grits Gaslieferungen aus Russland (Archivbild)

Ein Energieembargo der EU gegen Russland würde die russische Wirtschaft nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hart treffen – die Wirtschaft in Deutschland und der EU dagegen kaum. Das zeige eine Simulation des IfW-Ökonomen Hendrik Mahlkow, die untersuche, mit welchen Handelssanktionen der Westen die größte Wirkung auf die russische Wirtschaft erreichen würde.

„Demnach hätte ein Handelsstopp mit Gas einen Einbruch der russischen Wirtschaftsleistung um knapp 3 Prozent zur Folge, ein Handelsstopp mit Öl einen Einbruch um gut 1 Prozent“, lautet der Befund. „Für Deutschland und die EU wären die wirtschaftlichen Schäden in beiden Fällen äußerst gering.“ Dabei spielt laut IfW keine Rolle, ob ein Einfuhrembargo seitens der EU verhängt würde, oder ob Russland ein Lieferembargo beschlösse.

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Im Falle eines Handelsstopps für Gas, wie es etwa die inzwischen gestoppte Pipeline Nord Stream 2 transportieren sollte, würde laut IfW das deutsche Bruttoinlandsprodukt sogar leicht um 0,1 Prozent zunehmen. Denn die fehlenden Importe Russlands ersetze der Westen „durch Produkte der Bündnispartner“ – und hier sei „Deutschland besonders wettbewerbsfähig“, so das Kieler Institut.


Video: EU stimmt Sanktionen gegen Russland zu (glomex)

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„Im Falle eines Gasembargos hätte Deutschland beispielsweise bei der energieintensiven Produktion bzw. Verarbeitung von Metallen einen Kostenvorteil, weil sein Energiemix nur zu verhältnismäßig geringen Teilen aus russischem Gas besteht“, erklären die Ökonomen. Der russische Ex-Premier Medwedew hatte Europa vor Kurzem einen starken Anstieg der Gaspreise prophezeit.

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Ein Handelsembargo mit Öl hätte laut IfW-Berechnungen dagegen zwar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zur Folge, dieser betrage in Deutschland und der EU aber nur jeweils 0,1 Prozent.

Geringer schätzt das Institut die makroökonomischen Effekte eines Embargos für Maschinen und Maschinenteile sowie Fahrzeuge und Fahrzeugteile auf Russland ein. Diese ließen Russlands Wirtschaft um lediglich 0,5 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent schrumpfen. Auch bei diesen Sanktionen beurteilt das IfW die Einschränkungen der deutschen und europäischen Wirtschaft als minimal. (dpa)

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