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So findet ihr den besten Saug- und Wischroboter für euch

t3n Magazin-Logot3n Magazin 02.12.2020 Berti Kolbow-Lehradt
Kombigeräte, die den Boden trocken und feucht reinigen, sind im Kommen. Aber die Qualität schwankt noch. Wie findet man den besten Saug- und Wischroboter? © t3n Kombigeräte, die den Boden trocken und feucht reinigen, sind im Kommen. Aber die Qualität schwankt noch. Wie findet man den besten Saug- und Wischroboter?

Putzroboter können jetzt nicht nur Staub saugen, sondern den Boden auch feucht wischen – beides in einem Gerät. Doch wie findet ihr den besten Saug- und Wischroboter für euch?

Den Boden zu reinigen, macht den wenigsten Menschen im engeren Sinn Spaß. Das Staubsaugen nehmen einem schon länger Saugroboter ab. Jetzt sind auch immer öfter Putzautomaten mit Wischfunktion erhältlich. Wer nicht zwei separate Geräte über den Boden tigern lassen will, greift zu Kombimodellen, die beides können: Saugen und Wischen. Wie funktioniert das? Und worauf müsst ihr vor dem Kauf achten? Wir zeigen die wichtigsten Kriterien auf, damit ihr den besten Saug- und Wischroboter für euch findet. Darüber hinaus geben wir euch Tipps, falls euch ein reiner Saugroboter ohne Wischfunktion genügt.

So funktionieren Saugroboter

Der Job von Saugrobotern beginnt und endet an einer Basisstation, die an der Wand in der Nähe einer Steckdose steht. Dort laden sie ihre fest eingebauten Akkus auf und verlassen die Station nur, wenn ihr oder ein Zeitschaltplan sie dazu auffordert. Ist der Startschuss gefallen, drehen die Saugroboter ihre Runden – je nach eingebautem Navigationstechnik systematisch oder nach dem Chaosprinzip. No-Go-Areas kennzeichnet ihr bei günstigen Modellen mit Magnetbändern oder Lichtschranken, bei teureren Modellen durch virtuelle Barrieren auf einer App-Karte.

Schnäppchengeräte saugen den Schmutz einfach durch einen Schlitz. Höherwertige Roboter füttern die Saugöffnung zusätzlich durch Bürsten, Gummiwalzen oder beides. Haben die Putzhilfen ihre Tour beendet, entleert ihr den beutellosen Schmutzbehälter. Empfindliche Nasen stört, dass dabei Staub aufwirbeln kann. Bei kleineren Reinigungsflächen und Schmutzmengen muss dieser Vorgang auch nicht jedes Mal sein.

Noch seltener müsst ihr Hand anlegen, wenn eine Basisstation mit Absaugvorrichtung das Ergebnis mehrerer Beutezüge aufbewahrt. Diese gibt es zum Beispiel für die Modelle iRobot Roomba i7+, Proscenic M7 Pro sowie für Ecovacs Deebot Ozmo T8+ und T8 AIVI. Weil darin Beutel stecken und ihr also beim Entleeren nicht mit dem Schmutz in Kontakt kommt, ist das die sauberere Variante.

So funktionieren Saug- und Wischroboter

Kreis- oder halbrunde Staubsaugerroboter, die über den Boden wuseln, sind inzwischen ein sehr geläufiges Bild. Kombigeräte, die auch wischen können, sehen von oben nicht anders aus. Wenn man sie aber umdreht, ist neben dem Ansaugmund für den Staub auch eine Fläche sichtbar, an der ihr ein halbrundes Wischtuch befestigt.

Kombigeräte sind nur auf der Unterseite von Saugrobotern zu unterscheiden. Neben dem Ansaugmund findet dort ein halbrundes Putztuch Platz. (Foto: t3n)

Das Wischtuch befeuchtet den Boden und führt dabei den Schmutz mit sich. Das Wasser fließt aus einem Tank nach. Mehr als 300 Milliliter fassen die Wassertanks selbst der besten Saug- und Wischroboter nicht. Weil sie den Boden nur feucht statt nass wischen, reicht die Menge aber sogar für große Flächen.

Je nach Bauweise saugen und wischen die Geräte dann in einem Rutsch. Das geht zum Beispiel mit bestimmten Modellen von Ecovacs, iRobot und Roborock. Nur den Wassertank müsst ihr vorher füllen und zusammen mit einem Putztuch befestigen – logisch.

Vor- und Nachteile gegenüber eigenhändigem Saugen und Schrubben

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Putzroboter erledigen auf Knopfdruck oder per Zeitschaltplan ihre Arbeit, wenn ihr keinen Bock darauf habt. Viele sind nicht höher als acht bis zehn Zentimeter und kommen daher auch unter die Couch, auf der ihr es euch zur gleichen Zeit gerade gemütlich macht.

Aber im Vergleich zur Handarbeit gibt es auch prinzipielle Nachteile. Die meist runden Geräte kommen schlechter in Ecken und Nischen als es mit dem Rohr und eckigen Bürstenkopf eines herkömmlichen Staubsaugers gelingt. Und die Wischmodule ziehen die Tücher mit viel weniger Kraft über den Boden als ihr mit eurem Körpergewicht auf einen Wischmopp ausüben könnt. Selbst ein besonders hochgerüstetes Modell wie der Saug- und Wischroboter Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI mit seinem motorisierten Wassertank schafft das nicht.

Besonders praktisch ist es, wenn die Saug- und Wischroboter beides in einem Rutsch erledigen können. Indem man einen Wassertank füllt und ein Putztuch daran befestigt, startet man den Wisch- bzw. kombinierten Reinigungsmodus. (Foto: t3n)

Gängige Marken und was ihre besten Saug- und Wischroboter kosten

Bei den meisten bekannten Herstellern gibt es bereits zu erschwinglichen Preisen Geräte, die dann aber nur saugen und noch nicht wischen können. Umgekehrt haben längst noch nicht alle Marken, die bei Saugrobotern etabliert sind, auch Kombimodelle im Programm. Zu den Anbietern mit größerer, kombinierter Produktpalette zählen Ecovacs, Roborock, die Anker-Marke Eufy, Proscenic und Zaco (ehemals iLife). Unter der Blaupunkt-Markenlizenz und von der Lenovo-Tochter Medion sind ebenfalls Saug- und Wischroboter zu haben – meist zu niedrigeren Preisen. Die bekannte Marke iRobot hat inzwischen auch ein Kombi-Gerät am Start.

Beispielsweise die Modelle Medion MD 18861, Proscenic 850T und Blaupunkt Bluebot XSmart*sind für unter 300 Euro erhältlich. Dort greift aber nur zu, wer partout kein größeres Budget hat. Die besten Saug- und Wischroboter kosten deutlich mehr. Mit 350 Euro bis 550 Euro müsst ihr für gute Geräte wie beispielsweise Zaco A9s, iRobot Roomba Combo, Ecovacs Deebot Ozmo 950*, Roborock S5 Max* oder Eufy Robovac L70 Hybrid* rechnen.

Für das Feinste vom Feinsten wie die sehr leistungsstarken Modelle mit KI-gestützter Objekterkennung namens Roborock S6 MaxV (600 Euro*) und Ecovacs Deebot T8 AIVI (800 Euro*) greift ihr noch tiefer in die Tasche.

So gut reinigen die besten Saug- und Wischroboter

Das wichtigste Kriterium ist die Reinigungsleistung. Grundsätzlich gilt: Als Ergänzung zur Staubsaugroutine taugen zumindest die teureren besseren Roboter insbesondere auf Hartböden grundsätzlich gut, auch wenn sie gerade an schwierigen Stellen die Handarbeit nicht ersetzen. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Vergleichs von zwölf Saugrobotern durch die der Stiftung Warentest in der Test-Ausgabe 12/2020, das sich mit unserer mehrjährigen Erfahrung deckt.

Hochwertige Geräte mit einer stärkeren Saugleistung von bis zu 2.500 Pascal sind im Vorteil. Praktisch ist es, wenn Modelle in höheren Saugstaufen noch eine Schippe drauflegen können. Manche Geräte tun das automatisch, wenn sie vom Hartboden auf einen Teppich wechseln.

Die Wischfunktion der jungen Produktgruppe der Kombigeräte erreicht das Reinigungsniveau der Saugleistung noch nicht. Selbst die besten Saug- und Wischroboter feudeln den Boden gerade mal „befriedigend“, ergab ein Vergleich der Stiftung Warentest. Bei allen der in Test-Ausgabe 1/2020 geprüften Geräten bleiben Flecken sichtbar, insbesondere bei angetrocknetem Fett und Senf. Etwas besseres als die Note 3,1 für den Ecovacs Ozmo 930* und die Note 3,5 für den Roborock S6* mögen die Warentester nicht vergeben.

Das entspricht unseren eigenen Praxiseindrücken, die wir mit den verwandten Modellen Ecovacs Ozmo 950* und Roborock S5 Max* und Ecovacs Ozmo Deebot T8 AIVI gesammelt haben. Deren Saugfunktion überzeugt, doch der Wischvorgang lässt zu wünschen übrig. Wir müssen zu viel nacharbeiten.

Bei manchen anderen Modellen lässt sich immerhin noch eine Spotfunktion manuell zuschalten, die stark verschmutzte Stellen punktuell intensiver reinigt. Ferner hat der Deebot T8 AIVI einen motorisierten Wassertank, der durch Vibrationen und höheres Gewicht mehr Reibung ausübt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Präzision einer Reinigung von Hand kommt das immer noch nicht sehr nahe.

Achtet auf die Größe der Staub- und Wasserbehälter

Wollt ihr euch dennoch von einem kombinierten Saug- und Wischroboter bei der Hausarbeit unterstützen lassen, solltet ihr auch auf möglichst große Staub- und Wasserbehälter achten. Größer als normale Saugroboter sind die Kombigeräte nicht. Daher müssen sie sich den gleichen Platz für separate Staub- und Wasserbehälter teilen. Die meisten Staubbehälter messen zwischen 400 und 600 Milliliter. Bei den Wassertanks gibt es größere Unterschiede. Ihr Volumen schwankt zwischen 100 und 300 Millilitern.

Mehr als 300 Milliliter passen selbst in den Wassertank der besten Saug- und Wischroboter nicht hinein. Kein Vergleich zum gut gefüllten Putzeimer. Doch weil die Roboter den Boden mit dem kleinen halbrunden Putztuch feucht statt nass wischen, schaffen sie auch große Flächen. (Foto: t3n).

Große Unterschiede bei Navigation und Akkulaufzeit

Die besten Saug- und Wischroboter navigieren mit Lasersensoren souverän um Stuhlbeine, Kabel und Schuhe herum. Ab 400 Euro gehört diese Ausstattung zum Standard. Günstigere Geräte verlassen sich auf weniger exakte Infrarot-Sensoren und notfalls die mechanischen Federkontakte des stoßgedämpften Gehäuses, um Hindernisse zu erkennen. Dadurch kollidieren sie häufiger mit der Einrichtung oder vermanövrieren sich mitunter derart auswegslos, dass nur ein Mensch sie bergen kann.

Mit besonders aufwendiger Navigationstechnik statten die Hersteller Ecovacs und Roborock ihre Modelle aus. Sie kombinieren Laser-Distanz-Sensoren (LiDAR) und Kameras. Das LiDAR sorgt in Türmen auf dem Gehäuse für eine Rundumsicht. Die nach vorn gerichteten Kameras filmen den Putzweg. Mit maschinellen Verfahren der künstlichen Intelligenz trainierte Algorithmen erkennen anhand der Bildmuster kleinere Objekte, die sonst unerkannt bleiben. Diese Verfahren sollen verhindern, dass die Putzroboter sich in Kabeln verheddern, Pantoffelsalat verspeisen oder Tierkot in den Teppich einmassieren.

Darüber hinaus kartieren diese und andere hochpreisige Modelle den Boden und fahren ihn systematisch ab. Einsteiger- und Mitteklassemodelle fahren im Vergleich dazu im Chaosprinzip den Raum ab, bis sie an eine Fußleiste oder ein Stuhlbein stoßen. Dann drehen sie um und wählen einen anderen Weg. Auf diese Weise brauchen sie länger und müssen zwischendurch aufladen.

Unabhängig davon solltet ihr bei der Wahl eures Geräts auf einen ausreichend großen Energiespeicher achten, damit es die Fläche ohne Boxenstopp an der Ladestation reinigen kann. Als Faustregel gilt eine Minute Laufzeit pro Quadratmeter. Bei einem Hindernisparcour mit Tischbeinen und Kabelsalat verlängert sich die Putzzeit.

Höherpreisige Geräte haben eine Laufzeit von 150 Minuten und mehr. Als einer der besten Staub- und Wischroboter hält der Ecovacs Deebot Ozmo 950* sogar bis zu 200 Minuten durch. Zum Vergleich: Für günstige Geräte ist schon nach 90 bis 120 Minuten Feierabend.

Smarte Bedienung per App

Nur die Hersteller besonders günstiger Saugroboter oder Kombigeräte verzichten auf eine App-Steuerung. Sie per Smartphone steuern zu können, hat Vorteile. Dann könnt ihr abhängig vom App-Umfang beispielsweise das Handy als Fernbedienung nutzen und den Putzroboter zu besonders stark verschmutzten Bereichen navigieren. Oder ihr lasst bestimmte Bereiche vom Wischen und Staubsaugen ausschließen. Zeitschaltpläne und Kollisionsmeldungen ermöglicht die App-Bedienung ebenfalls.

Viele Putzroboter lassen sich mit Sprachbefehlen via Amazon und Google Assistant steuern. Anstatt manueller Kommandos automatische Abläufe für das Smarthome den Putzvorgang regeln zu lassen, ist aber selbst bei den besten Saug- und Wischrobotern bisher kaum ein Thema.

In der Regel setzt die App-Bedienung ein Cloud-Konto beim Hersteller voraus. In puncto Datenschutz dürft ihr nicht zimperlich sein. So verschicken die von der Stiftung Warentest geprüften Kombigeräte von Ecovacs, Roborock, Proscenic und Zaco Daten, die für den Betrieb nicht nötig wären. Grundsätzlich lassen sich die Geräte in der Regel auch ohne App ohne Cloud-Konto verwenden. Aber dann müsst ihr auch viele Komfortmerkmale verzichten und könnt den Saugroboter nur per Knopfdruck in einen Automatikmodus versetzen. Eine Ausnahme bilden Roborock-Geräte. Für sie gibt es inoffizielle Betriebsprogramme, die sich von der Hersteller-Cloud entkoppeln lassen.

Smarte Komfortfunktion. Die integrierte Kamera des Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI lässt sich mittels der Hersteller-App auch als fahrende Webcam einsetzen. (Screenshot: t3n)

In Bezug auf die Privatsphäre für ein mulmiges Gefühl können Modelle sorgen, die Videobilder aus echten Kameras zur Navigation nutzen. Zum Beispiel beim Ecovacs T8 AIVI und beim Roborock S6 MaxV ist das der Fall. Beide Hersteller betonen aber, dass die Geräte die Bilder nur zum Reinigen verwenden und danach sofort wieder löschen. Nice to have: Der Putzroboter Ecovacs Deebot T8 AIVI dient dank einer Webcam-Funktion auch als fahrende Überwachungskamera.

Putzroboter im Kurztest

Putzen de Luxe: Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI

Das 800 Euro teure Modell Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI zählt wegen einer KI-gestützten Objekterkennung, einer leistungsstärkeren Wischtechnik und einer optionalen Absaugstation zu den interessantesten Saug- und Wischrobotern. In anderen Tests schnitt es wegen der überzeugenden Saugleistung und Ausstattung bereits sehr gut ab und gefällt auch uns im Kurztest.

Das größte Augenmerk liegt auf der Navigation, die Hindernisse mit Bildmusterkennung präziser umfahren will. Wie alle bisherigen Ecovacs-Geräte müssen wir aber auch den T8 AIVI zuerst trainieren. Außerdem empfiehlt uns die Anleitung, vor dem Probelauf alles Störende beiseite zu räumen – KI hin oder her. Die Software könnte sich Karten von zwei Etagen merken. Uns reicht eine. Nach der Kartierung navigiert das Ecovacs-Modell sich mit Lasersensoren und einer optischen Kamera systematisch in parallelen Bahnen über den Boden und umfährt erkannte Hindernisse sehr souverän.

Mit Laserstrahlen, einer Kamera und einer Objekterkennungs-KI ausgestattet soll der Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI auch kleinen Gegenständen wie Hausschuhen und Kabeln ausweichen können. Das klappt mal besser und mal nicht so gut. (Foto: t3n)

Dabei ist die Objekterkennung auf sehr hohem Niveau, aber nicht makellos. Über Rohrstuhlgestänge rumpelt der T8 AIVI genauso unelegant und rücksichtslos hinweg wie das ältere Top-Modell Ozmo 950. Bei kleineren Objektiven verhält sich der Roboter unterschiedlich. USB-Kabel und manche Hausschuhe umfährt er souverän. Andere Pantoffeln und Türstopper-Plastikkeile schiebt er stattdessen vor sich her.

Die Meisterprüfung – eine geschälte Banane – besteht er gerade so. Einmal stoppt der Saugroboter direkt davor, einmal touchiert das Gehäuse die Frucht, einmal verschiebt eine rotierende Seitenbürste sie minimal. In diesem Beispielfall blieb das ohne Folgen, sodass wir dem Gerät nichts vorwerfen können. Bei weicherem Tierkot hätte die flüchtige Kontaktaufnahme womöglich schon unangenehme Spuren hinterlassen.

Saugt sehr gut, wischt nicht perfekt

Die Saugleistung übertrifft diejenige, die wir vom Deebot Ozmo 950 kennen. Nicht nur auf Hartböden sammelt der der T8 AIVI den Staub sehr gut weg. Auch auf einem Sisalteppich beseitigt der Putzroboter verstreutes Müsli mit Bravour. Die geänderte Oberfläche erkennt er automatisch und erhöht dann die Saugleistung. Trotz der Power hält der Akku mit bis zu 180 Minuten Betriebszeit sehr lange durch.

Im Karton des T8 AIVI liegt ein zweiter, schwererer Wassertank mit Rüttelplatte. Das sorgt für mehr Anpressdruck beim Wischen. (Foto: t3n)

Vom Saug- in den Wischmodus wechselt der Deebot, wenn wir das Putztuch unter den gefüllten Wassertank klinken. Zwei 200-Milliliter-Tanks gehören zum Lieferumfang. Einer davon ist schwerer und mit Motor sowie einer vibrierenden Rüttelplatte ausgestattet. Die Reinigungsleistung fällt dadurch besser aus als alles, was wir bisher gesehen haben, lässt aber trotzdem zu wünschen übrig. Schon beim ersten Durchlauf mit normalem Wasserdurchfluss entfernt der T8 AIVI mehr frischem Ketchup, Senf und Kaffee als andere Geräte. Übrig bleibt dennoch etwas, sodass ein zweiter Durchlauf oder eben doch eine Reinigung von Hand nötig ist. Das kann noch nicht das Ziel sein.

Fahrende Überwachungskamera

Die Software bietet viele Funktionen, lässt sich aber einfach bedienen. Statt per Knopfdruck am Gehäuse lässt sich das Gerät auch mittels der Smartphone-App Ecovacs Home für Android und iOS starten. In der App können wir zwischen einer Reinigung der ganzen Fläche, einzelner Räume oder bestimmten Stellen wählen. Im Wischmodus lassen sich Teppiche von der Reinigungszone ausschließen. Ist das Smartphone nicht zur Hand, starten und stoppen wir den Deebot mit Alexa oder dem Google Assistant.

Per Live-Karte können wir verfolgen, wo sich der Putzroboter gerade aufhält. Sogar mit einem Videobild ist das möglich. Die optische Kamera dient nämlich nicht nur zur Navigation, sondern lässt sich auch als eine Art fahrende Webcam einsetzen. In der Videomanager-Ansicht können wir den Deebot Ozmo T8 AIVI mit einem Steuerkreuz durch das Zuhause navigieren.

Und was ist mit der Privatsphäre? In der App kann nur auf die Funktion zugreifen, wer vorher eine zusätzliche PIN eingibt. Außerdem betont Hersteller Evocacs, dass er den Livestream nur verschlüsselt über die eigenen Webserver zum Smartphone schleust und nicht speichert. Dass das stimmt, darauf muss man vertrauen.

Absaugen lassen statt selber leeren

Mit 420 Millilitern ist der Staubbehälter des T8 AIVI durchschnittlich groß. Viel mehr, nämlich 2.500 Milliliter, fasst die optionale Absaugstation CH1918 zum Preis von 300 Euro. Sie ersetzt die normale Basisstation und bietet Ladekontakte sowie Transportkanäle für den Schmutz. Damit der T8 AIVI damit harmoniert, müssen wir den herkömmlichen Schmutzbehälter entfernen und eine andere Bodenplatte mit beweglichen Öffnungen einsetzen.

Ihr drückt euch gern davor, den Schmutzbehälter zu leeren? Mit der Absaugstation für den T8 AIVI könnt ihr das auf die lange Bank schieben. (Foto: t3n)

Jedes Mal wenn der Ecovacs-Roboter von seiner Putztour zurückkehrt, saugt die Vorrichtung den Inhalt in wenigen Sekunden, aber mit dem Lärm eines extrem lauten Staubsaugers ab. Der Schmutz landet in einem Beutel, den wir irgendwann doch wieder selbst entfernen und ersetzen müssen. Wann es soweit ist, bemerken wir entweder durch eine LED am Gehäuse oder durch eine App-Nachricht. Bisher war das noch nicht nötig.

Gehobene Mittelklasse: Roborock S5 Max im Kurztest

Der Saug- und Wischroboter Roborock S5 Max* kostete zum Marktstart rund 500 Euro, ist aber mittlerweile bereits für 350 Euro zu haben. Er ähnelt dem vielfach gut getesteten Modell S6.* Im Vergleich dazu hat Roborock beim S5 Max den Wassertank auf 290 Milliliter verdoppelt.

Anders als etwa Deebot-Modelle braucht der S5 Max keinen Probelauf zum Kartieren der Wohnung. Das Gerät kann sofort in den Regelbetrieb starten und mit dem Reinigen beginnen. Mit Lasersensoren ausgestattet, navigiert sich der Putzroboter geschmeidig durch die Testwohnung, eckt nicht an und bleibt nirgendwo hängen. Mit einer Bauhöhe von unter zehn Zentimetern krabbelt das Roborock-Modell mühelos unter die Couch. Statt per Chaosprinzip rollt der Saug- und Wischroboter streng systematisch seine Bahnen.

Wischt druckvoll, aber nicht auf Anhieb sauber

Montieren wir das Putztuch, wechselt das Kombigerät automatisch in den Wischmodus. Damit der Stoff nicht schlapp über den Boden flattert, übt ein Federmechanismus 300 Gramm Druck aus. Das liegt weit unter dem Anpressdruck menschlicher Hände und genügt daher auch nicht für eine auf Anhieb gründliche Reinigung. Selbst bei der höchsten von vier Wasserdurchflussstufen müssen wir das Gerät drei Mal gezielt über frische Kaffee-, Ketchup- und Senfflecken fahren lassen, um den meisten Schmutz zu entfernen. Trotzdem bleibt ein minimaler Rückstand. Alles von vornherein von Hand zu wischen, wäre schneller gegangen.

Roborock S5 Max zählt derzeit zu den besten Saug- und Wischrobotern – trotz mäßiger Wischleistung. Die Produktkategorie steht hier einfach noch am Anfang. (Foto: t3n)

Das Kombigerät saugt besser als es wischt. Mit einer maximalen Saugleistung von 2.000 Pascal gehört es zu den Kraftmeiern unter den Putzrobotern. Standardmäßig ist ein niedrigerer Leistungs- und Lautstärkemodus eingestellt, in dem Katzenstreu auf einem Sisalteppich liegen bleibt. Lösen wir die Bremse per App, dreht der Roborock auf und befördert auch die letzten Krümel in den 460 Milliliter großen Staubbehälter. Teppiche erkennt das Gerät übrigens automatisch und erhöht die Saugleistung zusätzlich.

Die Akkulaufzeit von bis zu 150 Minuten reicht locker für die 90-Quadratmeter-Testwohnung, ist aber nur guter Durchschnitt. Die sechsstündige Ladezeit fällt vergleichsweise lang aus.

Gute App mit vielen Features

In der App von Roborock oder der von Vertragspartner Xiaomi können wir weitere praktische Funktionen ansteuern, etwa, dass statt der ganzen Wohnung oder eines Raums nur eine bestimmte Zone zu reinigen ist. Wo sich der Putzroboter gerade aufhält, sehen wir per Live-Karte. Bei Bedarf können wir virtuelle Sperrzonen ziehen, damit der Roborock-Putzteufel nicht den Teppich feucht wischt. Seit dem Frühjahr 2020 unterstützt das Modell S5 Max auch Multi-Floor-Mapping. Es kann sich daher bis zu zwei Karten verschiedener Etagen merken. Im Vergleich zu anderen Saug- und Wischrobotern lässt sich das Roborock-Modell über Xiaomis Mi-Home-App sogar in Smarthome-Szenen einbinden. Über Alexa und Google Assistant lässt sich Roborock ebenfalls steuern.

Soll der Roborock S5 Max stärker und dafür lauter saugen? Oder mit mehr Wasser den Boden feuchter wischen? Das lässt sich in der App Mi Home einstellen. Dort lassen sich auch Sperrzonen in der Karte einrichten, damit der Roboter nicht den Teppich feudelt. (Screenshot: t3n)

Für Einsteiger: Saugroboter Eufy RoboVac 30C im Kurztest

Ihr braucht keine Wischfunktion und habt nur ein kleines Budget zur Hand? Dann könnt ihr den günstigen Saugroboter Eufy RoboVac 30C zum Preis von rund 250 Euro* in Betracht ziehen. Die Stiftung Warentest adelte das Modell mit der „befriedigenden“ Note 2,8 als das beste günstigste Gerät im jüngsten Vergleichstest im November 2020. In unserem eigenen Praxistest fiel uns vor allem die einfache Handhabung positiv auf. Für Einsteiger ist er ideal, weil er sich leicht einrichten und bedienen lässt.

Wenn der ganze smarte Schnickschnack nichts für euch ist, könnt ihr den Saugroboter auch ganz traditionell mit einer beigelegten Fernbedienung steuern. Sie beherrscht die gleichen Grundfunktionen wie die EufyHome-App. Mit beiden Steuerhilfen könnt ihr einen Automatikmodus, eine Kantenreinigung oder eine 30-minütige Schnellreinigung starten. Außerdem navigiert ihr mit einem Steuerkreuz den Eufy RoboVac 30 zwecks einer Fleckenreinigung punktgenau zum Ort des Geschehens.

Nur saugen, nicht wischen. Der RoboVac 30C ist ein einfacheres Modell, das sich dank einer Fernbedienung auf Wunsch auch ohne App bedienen lässt. (Foto: t3n)

Den Saugroboter aber doch mit dem WLAN zu verbinden und mit der App zu bedienen, bietet weitere Möglichkeiten. So könnt ihr Zeitschaltpläne einrichten und das Gerät mit Amazon Alexa und Google Assistant verbinden. Dann reicht ein Sprachbefehl, um eine Reinigung zu starten.

Gute Saugleistung

Auf Hartböden entfernt der Eufy RoboVac 30C mit seiner Hauptbürste und den zwei Seitenbürsten Schmutz sehr gut. Teppiche reinigt er aber nicht gründlich, dort lässt er einiges liegen. Mit einer Saugstärke von 1.500 Pascal gehört das Gerät auch nicht zu den kräftigsten seiner Art. Mit der Funktion BoostIQ könnt ihr das Gerät selbst entscheiden lassen, ob es bei Bedarf von der Standard- zur maximalen Saugstärke wechselt. Bei Teppichen tat der Putzroboter dies in unserem Praxistest aber nicht – eine automatische Oberflächenerkennung ist nicht eingebaut. Außerdem tat sich das Testgerät sehr schwer damit, Teppichkanten zu überwinden, die anderen Geräten keine Probleme bereiten.

Chaotische Navigation

Für seine Putztour fährt der Eufy RoboVac 30C keine systematisch erstellte Karte ab. Stattdessen fährt er buchstäblich solange immer der Nase nach, bis ein Hindernis erscheint. Wollt ihr bestimmte Bereiche von vornherein ausgrenzen, montiert ihr im Lieferumfang enthaltene Begrenzungsstreifen.

Stößt der Roboter auf ein Hindernis, stoppt er ab und schlägt einen neuen Weg ein. In seltenen Fällen touchiert er das Hindernis auch leicht. Was auf deutsch Chaosprinzip heißt, nennt Eufy auf der Webseite treffend „Bounce Navigation“. Wegen dieser Vorgehensweise braucht der Saugroboter lange, bis er fertig ist. Die Akkulaufzeit soll laut Hersteller für 100 Minuten reichen. Möglicherweise schafft er größere Flächen nicht, bevor er wieder zur Ladestation muss. Nett: Die Station bietet Platz für überschüssige Netzkabellänge und sorgt somit für Ordnung.

Fazit: Selbst die besten Saug- und Wischroboter ersetzen keine Handarbeit

Staubsaugen können hochwertige Putzroboter schon richtig gut, beim Wischen stehen sie noch am Anfang. Allenfalls bei frischen Flecken sind sie derzeit eine echte Hilfe. Die Hersteller werden sich etwas Besseres einfallen müssen, damit Wischroboter einen echten Mehrwert bieten.

Wer sich dennoch für einen Saugroboter mit Wischfunktion interessiert, sollte auf einen großen Wassertank achten. Lasernavigation und ein der Reinigungsfläche angemessen großer Akku sind auch wichtig. Eine Spotfunktion für eine punktuelle Intensivreinigung beim Wischen ist von Vorteil. Sie ist aber selbst bei hochwertigen Modellen wie denen von Ecovacs und Roborock nicht selbstverständlich. Billig kommt ihr noch nicht weg. Mit 400 bis 500 Euro schlagen empfehlenswerte Kombigeräte zu Buche. Für einen einfacher Sauger wie den Eufy RoboVac 30C reichen 250 Euro. Selbst wenn euch die Wischfunktion egal ist, solltet ihr nicht blindlinks zu Schnäppchen greifen. Denn auch die Saugleistung und Navigation ist bei hochpreisigen Geräten besser.

Artikel zuletzt aktualisiert am 30.11.2020

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