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Studie: Die deutschen Autobauer sind Innovationsführer, hinken bei wichtigen Zukunftstechnologien aber hinterher

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 15.07.2020 Business Insider Deutschland
Das Innere des Volkswagen ID.3 © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Das Innere des Volkswagen ID.3 Sjoerd van der Wal via getty images

Per Katapultstart von null auf Hundert in nur drei Sekunden und in 23 Minuten 80 Prozent Akkuladung bzw. 400 Kilometer Reichweite: Der Porsche Taycan ist ein gutes Beispiel für die ungebrochene Innovationsfreudigkeit der deutschen Autoindustrie.

Die heimischen Autobauer sind weiterhin die innovativsten der Welt, wie eine Studie des Center of Automotive Management (CAM), über die das Handelsblatt als Erstes berichtet hat, zeigt. Insgesamt 55 Prozent der weltweiten Innovationen im Bereich der Autoindustrie kommen aus dem Volkswagen-Konzern, von Daimler und BMW. Im Jahr 2019 stieg damit die Zahl der Neuerungen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 1.465.

„Die faktische Innovationsstärke der deutschen Automobilindustrie ist besser als das gelegentlich in der Öffentlichkeit wahrgenommene Image“, kommentiert CAM-Direktor Stefan Bratzel die Studie. Sein Institut kürt den Porsche Taycan somit auch zum innovationsstärksten Modell des Jahres, vor der neuen BMW 3er-Baureihe und dem Mercedes-Benz GLC. Auch die in Deutschland starke Zulieferindustrie spiele eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von neuen Technologien.

Auf Platz zwei der innovativsten Autoindustrien liegt China mit Konzernen wie SAIC, BAIC oder BYD. Erst dann folgt die USA mit ihren Herstellern GM, Ford und allen voran Tesla.

"Dringender Aufholbedarf" in Kernfeldern wie Elektromobilität oder Vernetzung

"Die deutschen Automobilhersteller besitzen eine hohe Innovationsstärke in vielen Technologiefeldern und Fahrzeugsegmenten", fasst Bratzel zusammen. "Allerdings setzen neue Akteure aus Kalifornien und China die etablierten Player aus Deutschland zunehmend unter Druck. Insbesondere in Kernfeldern wie der Elektromobilität oder bei der softwaretechnischen Vernetzung gibt es dringenden Aufholbedarf." Mittel- und langfristig könne die Innovationsführerschaft gefährdet sein.

In vielen Schlüsselbereichen haben China oder die USA die Nase vorn. Auch der Porsche Taycan ist dafür ein gutes Beispiel: Zwar beeindruckt er mit seiner schnellen Akkuladezeit, doch die dafür notwendigen Schnelllade-Säulen sind noch rar gesät. Tesla dagegen verfügt bereits über ein flächendeckendes Netz.

Ein anderes Beispiel sind die Softwarelösungen des kalifornischen Autobauers: Ein Tesla verfügt über einen selbst entwickelten, zentralen Rechner, über den das gesamte Auto gesteuert wird. Damit hat der Konzern einen überlegenen Industriestandard für die Zukunft gesetzt. In der CAM-Studie erreicht Tesla in der Kategorie "Autonomes Fahren und Sicherheit" den Spitzenplatz. Drei neue Assistenzsysteme im Model 3 und Model Y haben hier für den Sieg gesorgt.

"In den nächsten zehn bis 15 Jahren werden sich völlig neue Kräfteverhältnissen entwickeln"

Deutsche Autobauer dagegen entwickeln oft alle ihre eigenen Softwarelösungen. Die funktionierten dann aber schlicht nicht so zuverlässig wie der Tesla-Standard, meint Bratzel laut "Handelsblatt" und verweist auf die Softwareprobleme beim neuen E-Auto ID.3 von Volkswagen. „Die deutschen Autohersteller müssen da eng kooperieren auch mit den großen Zulieferern wie Bosch und Continental, um überhaupt ein konkurrenzfähiges System rechtzeitig zu erschaffen“, appelliert Bratzel.

© Bereitgestellt von Business Insider Deutschland

Trotz der weiterhin ungebrochenen Innovationsfreudigkeit der deutschen Autohersteller sieht Bratzel einen Innovationsvorsprung von Tesla im Bereich Elektromobilität, den er auf drei Jahre schätzt. Die deutsche Industrie habe die Rückstände inzwischen jedoch identifiziert und sei dabei sie aufzuholen.

Ob dies gelingt, ist allerdings noch völlig unklar: „Es ist ein Big Bang, aus dem sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein neues Mobilitäts-Universum mit völlig neuen Kräfteverhältnissen entwickeln kann.“

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98th European Motor Show © Sjoerd van der Wal via getty images 98th European Motor Show
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