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TCI-Gründer Chris Hohn erhält Rekorddividende von 690 Millionen Dollar

Frankfurter Allgemeine Zeitung-Logo Frankfurter Allgemeine Zeitung 01.12.2022
Chris Hohn © Getty Images News/Getty Images Chris Hohn

Der britische Hedgefonds-Manager Chris Hohn hat nach einem erfolgreichen Jahr seines The Children’s Investment Fund (TCI) eine Rekordsumme von knapp 690 Millionen Dollar (etwa 660 Millionen Euro) erhalten, wie Unterlagen des Unternehmensregisters Companies House zeigen, die diese Woche veröffentlicht wurden. Die Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr (bis Februar) hat der 56-Jährige wie üblich in seinen Fonds reinvestiert. Chris Hohn dürfte mit seiner Rekorddividende der erfolgreichste Investor des Landes zu sein. Im Vorjahr erreichte er 152 Millionen Dollar, davor 479 Millionen Dollar.

Hohn stammt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater, ein von europäischen Auswanderern abstammender Automechaniker in Jamaika, siedelte in den 1960er-Jahren nach Großbritannien über, wo Hohn 1966 in einer Kleinstadt in der Grafschaft Surrey nahe der Hauptstadt geboren wurde. Nach einem Wirtschafts- und Buchhaltungsstudium arbeitete Hohn in der Finanzbranche. 2003 gründete er in London den Hedgefonds TCI. Der junge Rishi Sunak, heute Premierminister des Vereinigten Königreichs, arbeitete für Children’s Investment Fund und war von 2006 bis 2009 dort Partner, bevor er in die Politik ging.

Wohltätiges Engagement

Wie groß Hohns Vermögen ist, ist umstritten. Die „Sunday Times“ setzte ihn zuletzt mit einem Nettovermögen von 2,7 Milliarden Pfund auf den 67. Platz ihrer britischen Reichenliste. Im Milliardärsindex von Bloomberg steht er mit mehr als 8 Milliarden Dollar. Teile seines Firmenimperiums sind in der Steueroase der Cayman-Inseln registriert.

Der öffentlichkeitsscheue Milliardär hat einen Großteil seines Vermögens gespendet. Vergangenes Jahr gab sein TCI 772 Millionen Dollar für Hilfsorganisationen und wohltätige Zwecke. Weit mehr als 4 Milliarden Dollar soll er in sein Kinderhilfswerk gesteckt haben, das etwa Aids-Projekte in Afrika und Indien finanziert. Hohn lebt bescheiden. Anlässlich eines Scheidungsprozesses vor einigen Jahren musste er öffentlich aussagen. Der Richter kam zum Schluss, Hohn lebe „einen Swatch-Lebensstil, keinen Jetset-Lebensstil“.

Sein Leben habe er dem Wohltätigkeitsengagement widmen wollen, erklärte Hohn einmal. Das habe er entschieden, als er einmal auf den Philippinen Kinder sah, die auf einer Müllkippe leben mussten. Für sein karitatives Engagement wurde er von der Queen geadelt. Seit einiger Zeit widmet er sich auch dem Kampf gegen den Klimawandel. Er gehörte zu den frühen Finanziers der Aktivisten von „Extinction Rebellion“. Sein Fonds, der rund 35 Milliarden Dollar verwaltet, übt Druck auf Unternehmen und Banken aus, die Emissionen zu senken. Der TCI-Fonds ist für aggressive Investments bekannt und damit sehr erfolgreich. Diesen Monat rief er die Google-Muttergesellschaft Alphabet, an der TCI gut 6 Milliarden Dollar Beteiligung hält, zu „aggressiven“ Kostensenkungen auf; sie habe „zu viele Mitarbeiter“. Im TCI-Geschäftsbericht schreibt Hohn, angesichts des ökonomischen Ausblicks werde es schwierig, die Rekordergebnisse von 2021/22 zu wiederholen.

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