Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Vertrauliches Abstimmungs-Ergebnis: So uneinig waren die Gesundheitsminister bei der Freigabe von AstraZeneca für alle

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 07.05.2021 Lars Petersen

Es ist vor allem für jüngere Menschen eine Chance, sich jetzt schneller als bisher gedacht gegen das Coronavirus impfen zu lassen: Am Donnerstag haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, die Priorisierung von Risikogruppen bei AstraZeneca endgültig aufzuheben. Jeder, der will, kann sich demnach nun in einer Praxis impfen lassen. Zudem bekommen Ärzten eine größere Flexibilität, indem der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei AstraZeneca nicht mehr starr zwölf Wochen betragen soll, sondern flexibel zwischen vier und 12 Wochen liegen kann.

Nach Informationen von Business Insider war die Entscheidung in der Gesundheitsministerkonferenz umstritten. Das bestätigt das vertrauliche Abstimmungsprotokoll der Sitzung, das Business Insider vorliegt: Während die meisten Entscheidungen in der Vergangenheit einstimmig getroffen werden, gab es bereits bei der Frage der Aufhebung eine Gegenstimme – in diesem Fall aus Bremen.

Noch kontroverser war die Diskussion um die Aufhebung des bisherigen 12-Wochen-Intervalls. Der Grund: Obwohl laut Zulassung der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung knapp ein Monat betragen soll, entfaltet das Mittel seine Maximalwirkung erst bei einem zwölfwöchigen Abstand, wie Studien belegen. Auch aus diesem Grund hatten Bund und Länder den Zeitraum darauf ausgedehnt. Ein weiterer Grund ist, dass noch vor einigen Wochen auf diese Weise viel mehr Menschen überhaupt eine Erstimpfung erhalten konnten als bis dato möglich.

Mehrere Länder kritisierten nach Informationen von Business Insider, dass die Flexibilität für die Ärzte zulasten der optimalen Schutzwirkung gehe. Tatsächlich hatten Ärzte in den Praxen zuletzt eigenmächtig bereits den Abstand reduziert, weil sie noch vor den Sommerferien möglichst viele Menschen noch die Zweitimpfung ermöglichen wollen.

Laut Beschluss stimmten die kritischen Länder letztlich nicht gegen die Flexibilisierung, enthielten sich aber – ein politisch durchaus gängiges Vorgehen, um Entscheidungen nicht zu verhindern, aber trotzdem seine ein gegenteilige Auffassung zu dokumentieren. Namentlich genannt sind Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Der Beschluss mit dem Abstimmungsverhalten der Länder. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Der Beschluss mit dem Abstimmungsverhalten der Länder.
Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder

Video: Noch diese Woche Entscheidung über mehr Rechte für Geimpfte (dpa)

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Business Insider Deutschland

Business Insider Deutschland
Business Insider Deutschland
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon