Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Wikileaks wird mit Video von Gründer Julian Assange erpresst

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 11.04.2019 RP ONLINE
 Wikileaks-Gründer Julian Assange. © Frank Augstein Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks wird nach eigenen Angaben erpresst. Eine Gruppe "dubioser Personen" in Spanien habe gedroht, Fotos und Videoaufnahmen des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft in London zu veröffentlichen, sagte Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson am Mittwoch vor Journalisten in London. Sie hätten drei Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) gefordert.

Er habe von den Erpressern eine E-Mail erhalten, in der es hieß, "dieses Material hat seinen Preis", sagte der Sprecher. Die Fotos und Aufnahmen zeigen Assange demnach bei Treffen mit Anwälten und Besuchern und während einer medizinischen Untersuchung. Die spanische Polizei habe Ermittlungen aufgenommen.

Assange lebt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Hrafnsson warf der Botschaft vor, tausende Fotos und Videoaufnahmen aus Überwachungskameras gesammelt und Assange "ausspioniert" zu haben. Dies sei "illegal und extrem unmoralisch".

Das interessiert andere MSN-Leser auch:

Millennials lassen sich am leichtesten von Influencer-Werbung ködern

Staat schaut in 800.000 private Konten von Bürgern

Was hinter der US-Drohung im Fall Airbus steckt

Die Beziehungen zwischen dem Wikileaks-Gründer und seinem Gastgeber hatten sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Im Oktober hatte Ecuador begonnen, Assanges Besuche und Kommunikationsmittel einzuschränken. Quito wirft dem 48-Jährigen vor, sich in Staatsangelegenheiten Ecuadors und anderer Länder einzumischen.

Vergangene Woche hatte Wikileaks erklärt, Assange drohe die Ausweisung aus der diplomatischen Vertretung. "Der einzige Grund, warum das abgewendet wurde, ist unserer Meinung nach, dass wir davon erfahren haben", sagte Hrafnsson. Ecuador hatte am Dienstag mitgeteilt, es werde Assanges Asylgesuch neu bewerten.

2012 war Assange in die ecuadorianische Botschaft geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte den Fall 2017 zu den Akten. Jedoch ist nach wie vor ein britischer Haftbefehl in Kraft, weil Assange gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll. Der Australier befürchtet, dass Großbritannien ihn beim Verlassen der Botschaft verhaften und an die USA ausliefern könnte.

Die Plattform Wikileaks hatte 2010 hunderttausende geheime Dokumente aus der Kommunikation von US-Botschaften veröffentlichte. Assange rechnet deswegen damit, dass ihm in den USA ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe drohen könnte.

| Anzeige
| Anzeige

RP ONLINE

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon