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Wirecard-Aktien geben auch am Samstag weiter deutlich nach

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 20.06.2020 RP ONLINE

Frankfurt/Main. Auch am Samstag geht der Sturz der Aktien des Zahlungsdienstleister Wirecard weiter: Angesichts des Bilanzskandals haben viele Anleger die Reißleine beim Broker Lang & Schwarz, bei dem auch am Samstag gehandelt werden kann, gezogen.

 Markus Braun, der Ex-Vorstandsvorsitzender von Wirecard (Archivbild). © Peter Kneffel Markus Braun, der Ex-Vorstandsvorsitzender von Wirecard (Archivbild).

Die Papiere des Dax-Konzerns notierten am frühen Nachmittag bei 22,25 Euro und damit knapp 14 Prozent unter ihrem Freitagsschlusskurs. Der Tagesumsatz war mit zuletzt rund 2 Millionen Euro außergewöhnlich hoch.

Die Wirecard-Aktien taumeln seit Donnerstag ins Bodenlose. Am Freitag schlossen sie mit einem Minus von 35 Prozent auf 25,82 Euro. Damit waren drei Viertel des Börsenwertes binnen zwei Tagen dahin. Fast zehn Milliarden Euro hatten sich in Luft aufgelöst.

Am Freitagabend gab der Konzern bekannt, die Investmentbank Houlihan Lokey angeheuert zu haben, um mit ihr gemeinsam „einen Plan zur nachhaltigen Finanzierungsstrategie des Unternehmens“ zu entwickeln. Houlihan Lokey gilt als Spezialist für schwierige Restrukturierungen und Insolvenzfälle und war schon in Sachen Enron, Lehman Brothers und - hierzulande - Steinhoff aktiv.

Wirecard konnte bislang keinen Nachweis über das Vorhandensein von 1,9 Milliarden Euro erbringen, die angeblich auf Treuhandkonten bei Banken in Asien liegen sollen. Da die Wirtschaftsprüfer von EY in der Folge das Testat für den Jahresabschluss verweigerten, könnten Banken Wirecard nun den Geldhahn abdrehen. Unternehmenschef Markus Braun trat am Freitag zurück, interimsweise übernimmt der US-Manager James Freis, der erst am Vorabend in den Vorstand berufen worden war.

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