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Bekannte Marken betroffen: So viel Gift steckt in diesen Kräuter- und Kamillentees

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 21.04.2018
Frau_mit_Tasse_Tee: So viel Gift steckt in diesen Kräuter- und Kamillentees © picture alliance / Ole Spata/dpa So viel Gift steckt in diesen Kräuter- und Kamillentees

Kräuter- und Kamillentees namhafter Hersteller sind teilweise mit Pflanzengiften verunreinigt. Einige Belastungen stufen Experten als gesundheitlich bedenklich ein. Das haben Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ ergeben. Dabei wurden gesundheitsbedenkliche Pflanzengiftkonzentrationen in sechs von 13 getesteten Tees nachgewiesen.

Die Tester wiesen im Labor nach, dass die Kamillen- und Kräutertees der Marken Rewe, Lidl, Aldi, Meßmer, Alnatura und Teekanne teilweise mit Pfanzengiften verunreinigt waren. Laut Laborananlyse  befanden sich Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA, in den Produkten. Diese können die Leber schädigen und Leberkrebs verursachen. Bei den Kamillentees seien zwei Produkten besonders negativ aufgefallen, wie die Tester schreiben: der Kamillentee von Teekanne und der Kamillentee der Rewe-Eigenmarke „Ja!“. Auch bei den Kräutertees enthielt das Produkt von Teekanne die größte Menge Pyrrolizidinalkaloide. Alle Ergebnisse stehen auf der Seite des NDR-Verbrauchermagazins. 

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Toxikologe warnt: Bereits geringe Mengen können Krebs verursachen

„Es  besteht die Möglichkeit, dass geringste Mengen ausreichen, um Krebs zu verursachen“, so Prof. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie der Universität Kiel. Er ist der Meinung, dass jegliche Lebensmittel frei von dem Giftstoff sein sollten. Das Gift stammt von Unkraut, das zwischen den Teekräutern heranwächst und mit der Ernte in den Tee gelangt.

Einen gesetzlich vorgeschrieben Grenzwert für PA gibt es zwar nicht, jedoch veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2011 einen Orientierungswert. Diesem Wert nach, sollte ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener nicht mehr als 0,49 Mikrogramm des Stoffes pro Tag aufnehmen. Nach Auskunft des BfR hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) 2017 einen neuen Referenzpunkt in Höhe von 237 Mikrogramm pro Kilogramm und Tag eingeleitet. 

Markt hatte schon 2016 Hersteller auf zu hohe Werte hingewiesen

Die Unternehmen reagierten unterschiedlich auf die Ergebnisse des Tests, der bereits im Februar veröffentlicht wurde. Einige verwiesen auf den fehlenden gesetzlichen Grenzwert. Aldi teilt auf seiner Website mit: „Unser Teelieferant hat bereits Maßnahmen ergriffen, um Verunreinigungen mit PA in Kräutertees bestmöglich zu minimieren“.  

Bereits im Jahr 2016 hatte das Verbraucher Magazin die Tees der Unternehmen mit ähnlichem Ergebnis getestet. Seitdem habe sich laut NDR nichts getan. 

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