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Corona-Impfungen bis zum Herbst: Wir brauchen 2000 Leute nur fürs Impfen – und die BahnApp

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 30.12.2020 Stephan-Andreas Casdorff

Um vor der nächsten Erkältungswelle 2021 gewappnet zu sein, wäre viel Personal nötig. Und eine bekannte App müsste umgearbeitet werden. Ein Rechenspiel.

Im Klinikum Südstadt Rostock wird das Personal geimpft. © Foto: Bernd Wüstneck/dpa Im Klinikum Südstadt Rostock wird das Personal geimpft.

Es ist eines der größten Projekte der Gesundheitsgeschichte: das Impfen gegen Corona. Logistisch, organisatorisch. Denn der Impfstoff muss unter die Leute kommen. Es ist die Frage nach dem Wie. „15 Ärzte, 70 Soldaten, 3000 Impfungen pro Tag“, berichtete der Tagesspiegel - Auftakt zu einer kleinen Rechnung.

Wenn nur Ärzte impfen, dann schafft ein Arzt 25 Impfungen pro Stunde, bei einem Achtstundentag. Wenn man Pausen mit einrechnet, sind es sogar mehr. Wollen wir in Deutschland in 270 Tagen - dann ist wieder Oktober und die nächste Erkältungswelle beginnt - die gelegentlich genannten 40 Millionen Menschen durchimpfen, zwei Mal, benötigen wir grob überschlagen 15.000-Manpower-Stunden am Tag.

Dazu eine kurze Herleitung:

  • 40.000.000 Menschen ÷ 270 Tage = 148.148. Also müssen rund 150.000 Menschen pro Tag geimpft werden.
  • Jede Impfung als solche dauert 3 Minuten, nur eine Schätzung, die natürlich variieren kann. Also braucht man 450.000 Minuten für alle Menschen insgesamt.
  • 450.000 Minuten ÷ 60 Minuten = 7500 Stunden. Mal 2, denn das Ganze muss, wie gesagt, doppelt gemacht werden.
  • Endergebnis: So kommt man auf die 15.000 Stunden pro Tag.

Video: Änderungen im Gesundheitswesen: Darauf müssen wir uns 2021 einstellen (glomex)

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Es wären also 2000 Leute nötig, die acht Stunden am Tag impfen (mit Marge für Pausen und Krankheit angesetzt). Und noch einmal mindestens das doppelte für die organisatorische Unterstützung. Rechnet man das über die Fläche, lässt sich es mit einer Kombination aus Praxen, Gesundheitsamt und Impfzentren leisten.

Das Ganze soll schnell gehen. Wie das angesichts der Beanspruchung gelingen kann? Über eine personengebundene App, mit Bio ID und Dokument ID.

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In dem Fall bekommt der zu Impfende eine Nachricht mit QR-Code, wie ein Gutschein oder ein Ticket bei der Bahn-App. Das hält er dann an ein Lesegerät bei der Impfung. So wissen die Behandelnden sofort, wer, wo, wann zum wievielten Mal geimpft wurde. Das könnte auch als Impfbestätigung benutzt werden. Und dann gleich einen Termin eintragen lassen für die nächste Impfung inklusive Markierung für Googlemaps, damit die Person den Weg zum Impfort findet!

Diese ganzen Funktionen sind übrigens in der Bahn-App bereits angelegt. Auf die dürfte die Regierung Zugriff haben, so dass sie entsprechend umgeschrieben werden könnte. Mal sehen, ob sie das schon auf ihrer Rechnung hat.

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