Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

E-Zigaretten verursachen Herzinfarkte und Depressionen

dw.com-Logo dw.com 11.03.2019 Fabian Schmidt

Eine US-Studie zeigt, dass E-Zigaretten gefährlicher sind, als viele glauben: Raucher riskieren Herzkrankheiten und Depression. Allerdings sind die herkömmlichen Zigaretten noch viel gefährlicher.

© picture alliance / empics / Dominic Lipinski

Raucher von E-Zigaretten haben – im Vergleich zu Nichtrauchern - ein 56 Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Das Schlaganfall-Risiko erleiden liegt etwa um 30 Prozent höher.

Die koronare Herzkrankheit tritt etwa zehn Prozent häufiger auf und Kreislaufkrankheiten wie Blutgerinsel etwa 44 Prozent häufiger. Depressionen, Angststörungen und andere emotionale Störungen kommen etwa doppelt so häufig vor wie bei Nichtrauchern.

Diese Daten stammen von einem Team um Medizinprofessor Mohinder Vindyhal von der Kansas School of Medicine in Wichita. Seine Forschungsergebnisse wird Vindyhal auf dem Kardiologenkongress ACC19 in New Orleans am 18. März 2019 vorstellen. Die Zusammenfassung wird dann hier erscheinen.

Hände weg von den Verdampfern

"Ich möchte nicht, dass irgendeiner meiner Patienten oder Familienmitglieder E-Zigaretten 'dampft'" sagte Vindyhal. "Wir haben herausgefunden, dass es keine Rolle spielt, wie oft jemand E-Zigaretten konsumiert. Selbst wenn es nur an einigen Tagen [in der Woche] geschieht, steigt trotzdem die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes oder einer koronaren Herzkrankheit an."

Seine Studie widerlegt die weitverbreitete Auffassung, dass E-Zigaretten deutlich ungefährlicher sind als normale Zigaretten, weil in ihnen keine Rauchgase entstehen und damit weniger Gifte aus dem Verbrennungsprozess in die Lunge gelangen.

Mehr dazu: Giftige Metalle im Dampf von E-Zigaretten nachgewiesen

Klassische Zigaretten noch viel gefährlicher

Normale Zigaretten schnitten indes deutlich schlechter ab als E-Zigaretten. Dort lag die Gefahr eines Herzinfarktes um 165 Prozent höher, die Gefahr einer koronaren Herzkrankheit um 94 Prozent und die eines Schlaganfalls um 78 Prozent höher.

Vindyhal nutzte für seine Studie Daten aus einer breitangelegten Interview-Studie des US Zentrums für Gesundheitsvorsorge.

An dieser Studie hatten 96.467 Teilnehmer in den Jahren 2014, 2016 und 2018 Fragen zu ihrer Nutzung oder Nicht-Nutzung von E-Zigaretten beantwortet. Allgemein waren die Konsumenten von E-Zigaretten mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren jünger als die Konsumenten von normalen Zigaretten, die im Durchschnitt älter als 40 Jahre sind.

"Bisher war wenig über Herzkranzerkrankungen in Verbindung mit der Nutzung von E-Zigaretten bekannt", erläutete der Mediziner Vindyhal. "Diese Daten sollten uns wachrütteln, damit wir tätig werden und ein Bewusstsein für die Gefahren von E-Zigaretten schaffen."

Meistgelesen auf MSN

Zoo-Besucherin klettert für Selfie über Absperrung und wird von Jaguar attackiert

Absturz bringt Boeing in Bedrängnis - China lässt Flieger am Boden

Eroberung Amerikas: Forscher: Mit Kolumbus kam der Klimawandel

Ein unübersichtlicher Chemikaliencocktail

In E-Zigaretten werden nikotinhaltige Trägerflüssigkeiten verdampft. Diese können etwa die Chemikalien Glycerin, Propen oder Ethylenglycol enthalten.

Hinzu kommen verschiedene Aromastoffe und weitere Chemikalien. Die Temperatur der elektrisch betriebenen "Zigarette" muss hoch genug sein, um Dampf zu erzeugen.

Vindyhal schätzt, dass es mehr als 460 verschiedene E-Zigaretten Bauarten auf dem US-Markt gibt und dass mehr als 7700 Geschmacksrichtungen angeboten werden. Etwa jeder zweite US-Bürger "dampft" übrigens bereits.

Autor: Fabian Schmidt

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon