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Frühjahrsputz: Putzmittel schaden der Lunge

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 16.05.2019 Lisa Vogel
© Dmytro Flisak - Fotolia  

Sie sind praktische Helfer im Alltag, lösen Schmutz, Fett und Kalk: Putzmittel sind in jedem Haushalt zu finden und werden beim Frühjahrsputz in rauen Mengen eingesetzt. Doch auf Dauer können Reinigungssprays, aber auch andere Putzmittel, Lunge und Haut schädigen.

Putzmittel verschlechtern Lungenvolumen

Wer regelmäßig putzt, egal ob beruflich oder zu Hause, verschlechtert damit seine Lungenfunktion deutlich. Das hat eine norwegische Studie ergeben. Die Wissenschaftler der Universität Bergen haben 6230 Personen 20 Jahre lang begleitet und regelmäßig die Lunge gecheckt. Vor allem Frauenlungen leiden unter den Chemikalien. Männer scheinen die Belastung besser zu verkraften.

Die Forscher ermittelten die Einsekungskapazität (FEV1). Das ist die Luftmenge, die eine Person innerhalb einer Sekunde maximal ausatmen kann. Kamen Frauen regelmäßig mit Putzmitteln in Berührung, sank dieser Wert jedes Jahr um 3,6 Milliliter. Putzten die Probandinnen beruflich, ging das Volumen um 3,9 Milliliter zurück.

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Auch die maximale Luftmenge, die die Studienteilnehmerinnen nach einem Atemzug ausatmen konnten, ging um 4,3 Milliliter pro Jahr zurück. Bei Reinigungskräften war der Volumenverlust sogar noch deutlicher: Sie verloren pro Jahr 7,1 Milliliter.

Lunge leidet wie bei Rauchern

Die Wissenschaftler vermuten, dass kleinste Tröpfchen der Chemikalien aus Reinigungssprays und Dämpfe anderer Mittel nach dem Einatmen die Schleimhäute schädigen und die Atemwege so dauerhaft verändern. Die Chemikalien schädigen die Lunge ähnlich stark wie Rauchen. Die Belastung durch die Putzmittel entspricht etwa 20 Zigaretten pro Tag.

Chemikalien reizen die Haut

Nicht nur die Lunge leidet. Viele chemische Reiniger bringen die Haut aus dem Gleichgewicht. Das Wasser weicht die oberste Hautschicht auf und Chemikalien, Lösungsmittel und Konservierungsstoffe können in tiefere Hautschichten eindringen. Es entstehen leicht Entzündungen und Ekzeme. Vor allem stark saure oder stark alkalische Reiniger reizen die Haut.

Deshalb sollten die Hände nie direkt mit dem Putzmittel in Kontakt kommen. Gummihandschuhe schützen die Haut vor den reizenden Inhaltsstoffen.

Schonende Mittel verwenden

Nicht zu putzen ist natürlich auch keine Lösung. Schonende Reinigungsmittel entfernen Schmutz, ohne Lunge und Haut zu gefährden:

  • Kalkablagerungen: Zitronensaft und Spülmittel lassen Kalk in Küche und Bad verschwinden.
  • Toilette: Lässt man Backpulver für etwa eine Stunde in der Toilette einwirken, kann man anschließend mit einer Klobürste den Schmutz leicht entfernen.
  • Backofen: Backpulver und etwas Wasser ergeben eine Paste, die die Kruste im Backofen löst.
  • Töpfe: Etwas Essig und Salz in einem verdreckten Topf kurz aufgekocht, lösen Verbranntes ganz ohne Chemiekeule.
  • Fenster: Für saubere Fensterscheiben sorgt Wasser mit einem Schuss Essig. Mit einer zerknüllten Zeitung aufgetragen und abgetrocknet verschwinden Schlieren.
  • Böden: Ein schonendes Mittel für saubere Böden und Oberflächen ist Geschirrspülmittel mit etwas Essig. 

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