Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Görlitz: Wo gibt es die neuen Corona-Impfstoffe?

SZ - Sächsische Zeitung-Logo SZ - Sächsische Zeitung 23.09.2022
© Bereitgestellt von SZ - Sächsische Zeitung

Görlitz: Wo gibt es die neuen Corona-Impfstoffe?

Um 13 Uhr startet die Impfsprechstunde bei Dr. Klaus-Dieter Tietz am Donnerstag. Den ersten Termin an diesem Tag hat ein mittelalter Mann abbekommen. Er gehört zu den ersten in der Praxis, die die neuen, varianten-angepassten Impfstoffe für die Booster-Impfung erhalten. Der an die Omikron-Variante BA.1 angepasste Impfstoff wurde in den vergangenen Tagen ausgeliefert, "den haben wir am Dienstag zum ersten Mal vergeben", erzählt Klaus-Dieter Tietz.

Jedoch allzu groß ist die Nachfrage bislang nicht. So sorgt auch die Bestellfrage für Unsicherheit, hatte kürzlich Dr. Hans-Christian Gottschalk erklärt. Seit 20. September können niedergelassene Ärzte auch den auf die BA.5-Variante angepassten Impfstoff bestellen, der ebenfalls kürzlich in der EU für die Booster-Impfungen zugelassen wurde.

Die fortentwickelten Impfstoffe sind bivalent: Sie bestehen zum Teil aus dem "alten" Impfstoff und sollen gegen bisherige Varianten wirken, vor allem aber auch bei den Omikron-Unterlinien BA.1 und BA.4 und 5 eine bessere Immunantwort hervorrufen. BA.5 ist derzeit die vorherrschende Variante bundesweit. Aufgrund der noch dünnen Datenlage bei dem an BA.5 angepassten Impfstoff ist aber noch nicht ganz klar, wie stark er und der BA.1-Impfstoff sich unterscheiden. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt für die Boosterimpfungen in jedem Fall die angepassten Impfstoffe, im besten Fall den BA.5-Wirkstoff. Erste Dosen sollen Medienberichten nach ab kommender Woche ausgeliefert werden.

Dr. Klaus-Dieter Tietz hat auch den BA.5-Impfstoff bestellt. Ob er ihn kommende Woche schon in der Praxis hat, hängt von der Apotheke ab, erklärt er. "Aber es sollte klappen." Zu ihm kann jeder kommen, wenn er eine Booster-Impfung möchte, allerdings muss vorher ein Termin ausgemacht werden. Das alte Problem: In einer Ampulle befinden sich mehrere Dosen. So liegen am Donnerstagmittag in der Praxis sechs Spritzen bereit, für sechs Patienten.

Ob es klappt kommende Woche - bei Dr. Leonhard Großmann in der Südstadt herrscht noch Skepsis. Auch er hat den neuen Impfstoff bestellt, jedoch bislang keine Rückmeldung bekommen zur Belieferung, schildert er. Ob und welche Mengen bereits kommende Woche eintreffen, ist noch offen.

Keine Impfstoffe mehr bestellt Dr. Konstantinos Georgiou. "Wir sind eine kleine Praxis", sagt seine Frau Daniela Georgiou. Gerade für eine kleine Praxis sei der Aufwand zu hoch, hatte die Vergangenheit gezeigt.

In den Hochzeiten hatte Dr. Georgiou gegen Corona geimpft. Doch besonders in den Zeiten, in denen es zahlreiche andere Impfmöglichkeiten als beim Hausarzt gab, wurde es problematisch, genug - sechs Patienten pro Ampulle - zu finden, die sich impfen lassen möchten. Ärzte, DRK, ASB wollten die Impfung näher zu den Menschen bringen. So wurde zeitweise zum Beispiel bei Festen geimpft. Es kam öfter vor, dass Patienten, die eigentlich einen Termin in der Praxis hatten, kurzerhand die Gelegenheit nutzten und sich vorher bei den Impfaktionen immunisieren ließen, schildert Daniela Georgiou. "Manche haben uns nicht mal abgesagt."

Manchmal habe dann sogar Impfstoff weggeworfen werden müssen, "das wollen wir einfach nicht noch mal riskieren". Und auch die Nachfrage sei nicht mehr so hoch. Zur dritten oder vierten Impfung habe es Anfragen gegeben, erzählt Daniela Georgieou, bei anderen sei die Bereitschaft gesunken, "manche sind impfmüde geworden".

Den Eindruck hat auch Dr. Cordula Adams in ihrer Praxis auf der Bismarckstraße. Viele, nimmt sie an, seien vielleicht enttäuscht, dass die Corona-Impfung nicht in dem Maße wie erhofft gegen Übertragungen schützt. "Zum Glück landen mit Omikron bei Weitem nicht mehr so viele Patienten auf der Intensivstation", sagt sie. "Bei vielen wächst damit aber natürlich auch die Unsicherheit, ob sie die Impfung noch brauchen." Cordula Adams rät aber dazu, abgesehen von medizinischen Ausnahmen oder wenn die jüngste Impfung oder eine Infektion weniger als sechs Monate zurückliegt. "Es ist wie bei der Grippeschutz-Impfung. Wer sie regelmäßig auffrischen lässt, hat einfach den besseren Schutz vor einem schweren Verlauf."

Sie bestätigt die Unsicherheit der Ärzte. Auch sie bestellte den BA.5-Impfstoff. Wird schon, so auch die Meldung aus ihrer Bestell-Apotheke. Daher hat sie am kommenden Mittwoch, 10 bis 12 Uhr und Donnerstag, 12 bis 13 Uhr, eine Impfsprechstunde angesetzt, besser mit Terminabsprache, "aber es geht auch spontan". Mit Termin - und falls die Impfdosen wie erhofft eintreffen - impft zudem Kinderärztin Dr. Marion Richter in der Südstadt. Zum Impfen können sich auch Erwachsene einen Termin geben lassen.

Eine weitere Alternative: das Impfzentrum Löbau. Auch der BA.5-angepasste Impfstoff wurde bestellt, sagt DRK-Sprecher Kai Kranich. Wie viel, wo und wann er verfügbar ist, sei aber schwer zu prognostizieren, "denn wir bestellen die Impfstoffe nicht mehr zentral", erklärt er, sondern über mehrere Apotheken. Das DRK will deshalb in den Impfzentren nach jetzigem Stand ab 4. Oktober Termine anbieten.

Aktuell braucht man dafür wieder einen Termin über das DRK-Portal. So war es zuletzt auch schon bei Impfungen mit dem BA.1-Impfstoff, der seit dieser Woche in den Impfzentren vergeben wird. Auch das Impfzentrum Löbau bittet darum, einen Termin zu machen, doch solle auch niemand fortgeschickt werden, falls er sich spontan zur Impfung entscheidet.

Dass die Nachfrage niedrig ist, bestätigt Kai Kranich. In der vorletzten Woche wurden in den Impfzentren sachsenweit lediglich 528 Impfungen vergeben. Aber ein leichter Anstieg ist bemerkbar, vorige Woche waren es 871 Impfungen, diese Woche am Donnerstagmorgen - die erste Woche mit dem BA.1-Impfstoff - bereits 671. Der leichte Anstieg der Nachfrage sei aber in erster Linie in den drei großen Städten Sachsens merklich: Dresden, Leipzig und Chemnitz.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von SZ - Sächsische Zeitung

SZ - Sächsische Zeitung
SZ - Sächsische Zeitung
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon