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Neue Daten aus England: Corona-Impfstoff von AstraZeneca wirkt bei Älteren besonders gut

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 01.03.2021 Business Insider Deutschland

Der Corona-Impfstoff der britischen Firma AstraZeneca ist in Deutschland wegen fehlender Daten zur Wirksamkeit nur für Menschen bis 65 Jahre zugelassen. Der damit verbundene schlechte Ruf des Impfstoffes könnte aber unbegründet sein. Das zeigen nun neue Daten aus England.

Dort erhobene und ausgewertete Realdaten zeigen, dass der Impfstoff gerade bei der Altersgruppe über 65 Jahren effektiver ist als das Mittel von Biontech/Pfizer. Demnach soll das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bereits nach der ersten Dosis um 90 Prozent reduziert werden. Die "Bild" hatte darüber berichtet.

Auch Daten vom schottischen Gesundheitsministerium bestätigen dieses Bild. Sie wurden im Zeitraum zwischen dem 8. Dezember 2020 und dem 15. Februar 2021 erhoben, in dem 1,14 Millionen Menschen geimpft wurden. Die Hospitalisierungsrate mit dem Biontech-Impfstoff reduziert sich demnach um 85 Prozent, mit dem Impfstoff von AstraZeneca sogar um 94 Prozent.

Ständige Impfkommission will AstraZeneca-Empfehlung ändern

"Es wäre gut gewesen, das zur Zulassung gewusst zu haben", Pharmakologe Prof. Theo Dingermann der "Bild". Es handle sich nicht um einen schlechten Impfstoff, aber die dünne Datenlage zum Zeitpunkt des Zulassungsverfahrens sorgte dafür, dass das öffentliche Bild des Impfstoffes verzerrt wurde. Eine Folge: Bundesländer bleiben auf großen Menden des AstraZeneca-Impfstoffes sitzen.

Nun will die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung zum AstraZeneca-Impfstoff ändern. Stiko-Chef Thomas Mertens kündigte an, es werde "sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen". Bedeutet: Dann könnte eine Empfehlung auch für Menschen über 65 Jahren erfolgen. „Wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war“, so der Stiko-Chef. Ansonsten sei der Impfstoff „sehr gut“.

Lauterbach plädiert für Ausweitung der Corona-Testungen

Ein weiterer, wirksamer Impfstoff für die Risikogruppe über 65 Jahren würde auch bei den aktuellen Öffnungen helfen. Schließlich, so SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach via Twitter, würden aktuell zwei Züge aufeinander. Lauterbach meint damit auf der einen Seite die dritte Corona-Welle, die wegen der Ausbreitung der B117-Mutation nicht mehr aufzuhalten sei und auf der anderen Seite die geforderten Öffnungen.

Lauterbachs Vorschlag: eine sofortige Änderung der Impfstrategie, indem die Erstimpfung aller Impfstoffe vorgezogen werde. Die Erstimpfung verhindere mehr als 80 Prozent Krankenhauseinweisungen, schreibt Lauterbach. Damit verbunden empfiehlt er eine Ausweitung der Tests. In Betrieben und Schulen sollen seiner Meinung nach einmal pro Woche Antigentest durchgeführt werden. "Am Tag des Tests darf man in Geschäfte mit Vorlage der Bescheinigung", so Lauterbach weiter. Wer weder in Schule noch Betrieb getestet werden könne, soll zu einem Testzentrum gehen.

Eine Ausweitung auf zwei Tests pro Woche sollte erfolgen, wenn es genug Antigen-Tests gebe. Dann könne man an zwei Tagen in die Geschäfte. Mit dieser Strategie, so Lauterbach, sinke der R-Wert selbst bei der B117-Mutation auf unter 1.

cd

HEALTH-VIRUS-ASTRAZENECA-BRITAIN © JUSTIN TALLIS/AFP via Getty Images HEALTH-VIRUS-ASTRAZENECA-BRITAIN
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