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Starker Schutz: Muskeln senken Diabetes-Risiko

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 12.06.2019 Lisa Vogel
© nikomsolftwaer - Fotolia

Japanische Wissenschaftler haben untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Muskelmasse und Diabetes-Risiko besteht. Ihre Hypothese: Personen mit einer geringen Muskelmasse erkranken mit größerer Wahrscheinlichkeit an Diabetes.

Muskeln brauchen Kreatin

Um die Hypothese zu prüfen haben sie 9667 gesunden Personen untersucht und ihre Kreatinin-Werte bestimmt. Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Säure Kreatin. Diese Säure wird benötigt, um den Muskeln die benötigte Energie bereitzustellen. Sie wird in Niere, Leber und Bauchspeicheldrüse gebildet. Das Abbauprodukt Kreatinin ist ein Indikator für die vorhandene Masse an Muskulatur. Je mehr Kreatinin im Blut vorkommt, desto größer ist die Muskelmasse.

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Bei einem gesunden erwachsenen Mann unter 50 Jahren beträgt der normale Kreatinin-Gehalt des Blutes 0,84 bis 1,25 Milligramm pro Deziliter Blut. Bei Männern über 50 Jahren liegt der Wert bei 0,81 bis 1,44 mg/dl. Bei gesunden, erwachsenen Frauen gelten 0,66 bis 1,09 mg/dl als normal.

Wenig Kreatinin, häufiger Diabetes

Die Wissenschaftler begleiteten die Probanden im Schnitt über mehr als fünf Jahre und maßen den Kreatinin-Wert im Blut zu Studienbeginn und am Ende. Von den Teilnehmern entwickelten 287 Männer und 115 Frauen im Studienzeitraum Typ-2-Diabtes.

Dabei bemerkten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Kreatinin-Wert und der Stoffwechselerkrankung: Männer, bei denen der Wert unter 0,7 mg/dl lag, erkrankten häufiger an Diabetes als Männer mit normalem Kreatinin-Spiegel. Bei Frauen zeichnete sich derselbe Effekt ab. Demzufolge könnte eine gut ausgebildete Muskulatur vor der Zuckerkrankheit schützen.

Krafttraining gegen Zuckerkrankheit

Werden die Muskeln beansprucht, kurbeln sie Zuckerstoffwechsel und Fettverbrennung an. Beides Faktoren, die einem Diabetes entgegenwirken. Krafttraining verbessert zudem die Insulin-Empfindlichkeit der Muskeln. Eine gut ausgebildete Muskulatur kann nicht nur das Diabetes-Risiko senken, sondern auch eine bestehende Zuckerkrankheit bessern. Damit ist Krafttraining neben dem Abbau von Übergewicht, einer ausgewogenen Ernährung und Ausdauersport ein weiterer Baustein für Prävention und Behandlung von Diabetes.

Wie groß der Einfluss der Muskeln auf das Diabetesrisiko ist, hatte bereits eine frühere US-Studie mit mehr als 13000 Teilnehmer ergeben. Demnach senkt jedes weitere Prozent an Muskelanteil im Körper das Diabetesrisiko um 11 Prozent.

7,5 Millionen Diabetiker in Deutschland

Diabetes mellitus ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Blutzuckerspiegel ist bei Diabetikern dauerhaft erhöht. Man unterscheidet zwischen dem angeborenen Typ-1-Diabetes und dem erworbenen Typ-2-Diabetes. Übergewicht, ungesunde Ernährung und eine genetische Veranlagung sind die Hauptursachen für die erworbene Erkrankung. In Deutschland sind etwa 7,5 Millionen Menschen betroffen. Über 95 Prozent leiden an Typ-2-Diabetes.

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