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Corona-Zahlen: Skeptischer Blick auf Schulstart am Montag

dpa-Logodpa 23.10.2020 dpa
Schwamm und Kreide liegen in einem Klassenraum unter einer Tafel. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild Schwamm und Kreide liegen in einem Klassenraum unter einer Tafel.

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz blicken Elternvertreter und Bildungsgewerkschaften mit Sorge auf den Schulbeginn am Montag nach Ende der zweiwöchigen Herbstferien. Aus Sicht des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Rheinland-Pfalz ist es aufgrund der aktuell rasant steigenden Zahlen fraglich, wie lange der Regelunterricht in bisheriger Form flächendeckend noch aufrecht erhalten werden kann. Individuelle Lösungen - etwa in Form von Änderungen des Stundenplans - würden im Bundesland vielerorts bereits diskutiert und umgesetzt.

Ob aber Lüftungskonzepte oder die Anschaffung von Lüftungsgeräten ausreichen, um Infektionen zu verhindern, bleibe fraglich, sagte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Bold. «Eventuell sollte das Land über Corona-Schnelltests an Schulen nachdenken, um mögliche Infektionen nicht in die Schule zu tragen und somit zu verbreiten.»

Neben dem Abstandsgebot soll unter anderem auch die Maskenpflicht für Schüler und Lehrer eine steigende Zahl von Infektionen in den Klassen verhindern. Geplant ist beispielsweise Stoßlüften alle 20 Minuten und bei Corona-Warnstufe Rot Mund-Nasen-Schutz im Unterricht.

Der rheinland-pfälzische Landeselternsprecher Reiner Schladweiler rechnet damit, dass Schulen in den kommenden Monaten aufgrund steigender Infektionszahlen geschlossen werden müssen. Als problematisch sieht er, dass noch vieles unklar sei. So gebe es etwa Aussagen von Experten, wonach sich Grundschüler und Kitakinder nicht infizieren könnten. «Allerdings gibt es auch andere Meinungen - für uns stellt sich die Frage: Was stimmt jetzt?», sagte Schladweiler. Um dies herauszufinden, müssten umfangreiche Tests gemacht werden, die es aber leider nicht gebe.

Der Philologenverband Rheinland-Pfalz bemängelte, dass sich Schüler, Eltern und Lehrer allein gelassen fühlten. Besonders die fehlende Einhaltung des Abstandsgebotes während des Unterrichts sei problematisch, was im Gegensatz zu den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts stehe. Schüler in Rheinland-Pfalz müssen während des Unterrichts keinen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, generell sollen sie aber im Schulgebäude Abstand halten und Masken tragen.

Die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz (LSV) findet es richtig, dass die Landesregierung mithilfe von Arbeitsgruppen für verschiedene Regionen und Schulstandorte spezielle Vorgaben erarbeite. «Es wäre nicht sinnvoll, wenn ein Landkreis mit einer eher geringen Zahl von Infizierten die gleichen Regeln anwenden müsste, als eine Region mit extrem hohen Zahlen», sagte Paul Rossitsch vom LSV.

Grundsätzlich sei es richtig, dass die Schulen so lange wie möglich geöffnet bleiben sollen. Der Präsenzunterricht biete den Schülern eine bessere Wissensvermittlung als der Online-Unterricht. Auch seien seit Frühjahr in diesem Bereich Fortschritte erzielt worden.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sieht die Schulen dagegen gut gerüstet für den Wiederbeginn des Unterrichts nach den Herbstferien. «Kinder und Jugendliche sind nicht die Treiber der Pandemie», hatte sie am Donnerstag gesagt.

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