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Erste Kitas & Schulen: Mit UV-C-Licht gegen Corona? Das steckt dahinter

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 12.05.2021 Bunte.de Redaktion
UV-C-Licht gegen Viren © iStock / proxyminder UV-C-Licht gegen Viren

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollte nichts unversucht bleiben – alle Möglichkeiten zur Viren-Bekämpfung zu prüfen, ist daher sicherlich der richtige Weg. Desinfektionsmittel, Ozon oder auch das UV-C-Licht sind hier hoffnungsvolle Kandidaten – und alle haben sich bereits auf anderen Gebieten der Desinfektion bewährt.

Die Wirksamkeit von UV-C-Licht bestätigt Doktor Heinz-Jörg Moriske vom Umweltbundesamt bei "aerztezeitung.de": "UV-C-Licht ist in der Tat viruzid, kann also Viren inaktivieren". Er fügt direkt hinzu, es könne aber "zu Hautschäden führen und letztendlich auch zu Schäden am Auge". Ist ein Einsatz in Räumen, in denen sich zeitgleich Menschen aufhalten, dennoch möglich?

UV-C-Strahlung tötet Viren und Bakterien zuverlässig ab   

Überlegungen, UV-C-Licht gegen Viren einzusetzen, werden schon seit Jahren verfolgt. Moderne UV-C-Geräte könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Räume vor oder sogar während der Nutzung virenfrei zu bekommen. Für Geschäfte, Restaurants oder Kliniken wäre das ebenso interessant wie für Schulen und Kitas – erste Versuche dafür sind längst in Umsetzung. Anja Sonnabend, Vorsitzende des Trägervereins "Schmuddelkinder e.V." in Hamburg, kündigte bereits im Februar bei "pressebox.de" an: "Wir wollen in unserer Kita die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, um das Ansteckungsrisiko über die Raumluft auf ein Minimum zu reduzieren und eine dauerhafte Betreuung für Kinder, Erzieher und Eltern vertretbar zu machen. Die Luftdesinfektion mit UV-C soll ein effektives Präventionsmittel in unserem Hygienekonzept werden".

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Erste UV-C-Installationen gegen Corona in Hamburger Kita

Was für viele noch recht theoretisch klingt, wurde in Hamburg modellhaft bereits umgesetzt. An zwei Kita-Standorten wurden die Spiel- und Schlafräume mit sogenannten "Air Cleaner"-Geräten ausgestattet, die von der ortsansässigen Firma KMLS stammen. Erst Ende 2020 waren diese auf den Markt gekommen. Sebastian Wersig, Experte bei KMLS, erklärt: "Es gibt inzwischen mehrere UV-C-Lösungen auf dem Markt – wir wollten aber eine, die unseren hohen Ansprüchen in puncto Wirksamkeit und Sicherheit genügt und bedenkenlos während des Geschäftsbetriebs eingesetzt werden kann. Insbesondere in Innenräumen, die über keine maschinelle Lüftung verfügen, stellt der 'Air Cleaner' eine zuverlässige Stand-Alone-Lösung dar, bei der keinerlei UV-C-Strahlung nach außen treten kann". Die Geräte werden dabei an der Decke oder Wand installiert, saugen die Luft ein und desinfizieren sie im Inneren. Anschließend wird der Raum wieder mit sauberer Luft geflutet. Die Wirksamkeit auch gegen Corona-Viren wurde von der Boston University bestätigt.  

Wer übernimmt die Kosten?


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Problematischer als die technische Umsetzung scheint derzeit noch die Finanzierung zu sein. Zwar sind einzelne Schulen und Kindertagesstätten bereit, die Kosten für die UV-C-Reinigung zu tragen, der flächendeckende Einsatz würde jedoch ein finanzielles Engagement der Länder voraussetzen. Und hier ist man laut "pressebox.de" noch immer zögerlich.

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Optimale UV-C-Strahlung weiterhin in der Erforschung

Bei "healthcare-in-europe.com" wird noch einmal beleuchtet, wie die Methode funktioniert – und wo mögliche Probleme liegen. Hintergrund der Wirksamkeit ist demnach, dass die natürliche UV-C-Strahlung der Sonne die Erde nicht erreicht. Sie wird von der Erdatmosphäre zuverlässig herausgefiltert. Das bedeutet zugleich, dass Viren und Bakterien bisher keinen "Schutzmechanismus" dagegen entwickeln konnten. Sie überleben die kurzwellige Bestrahlung nicht. Welche Wellenlänge optimal ist, wird derzeit noch wissenschaftlich diskutiert. So gilt eine Strahlung im Bereich von 222 Nanometern als risikoärmer als bei 254 Nanometer, da sie nicht so tief in das Gewebe eindringen kann, sofern sie auf die Haut oder Augen trifft. Noch sind aber weitere Untersuchungen erforderlich.

Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz erklärt: "Die vorliegenden Forschungsergebnisse lassen derzeit noch keine belastbare Einschätzung zu, inwiefern kurzwelligere UV-C-Strahlung ein geringeres Risiko darstellt. Auch ist unklar, ob die auf dem Markt befindlichen Geräte tatsächlich ausschließlich derart kurzwelligere UV-C-Strahlung um 222 Nanometer Wellenlänge nutzen". Paulini weist aber noch einmal explizit darauf hin, dass eine Desinfektion am Körper nach jetzigem Stand nicht empfohlen werden könne. Kämen UV-C-Desinfektionslampen in Anwesenheit von Menschen zum Einsatz, müssen Haut und Augen geschützt werden.

Man sollte nicht alles glauben, was erzählt wird – schon gar nicht, wenn es um Corona geht. 

Tübinger Forscher sehen Umsetzung bis zum Frühsommer als realistisch an

Das Beispiel aus Hamburg zeigt, dass es bereits vielversprechende Alternativen gibt. Viele weitere Berichte geben Anlass zu Optimismus. So meldet "echo24.de", Ingenieure aus Heilbronn und Virologen aus Tübingen würden an eigenen Lösungen mit UV-C arbeiten. Projektleiter Michael Schindler von der Universitätsklinik Tübingen bestätigte der dpa: "Wir erwarten bis zum Frühsommer erste Ergebnisse". Denkbar seien dann zum Beispiel UV-C-Strahlungsgeräte in Klassenzimmern und Kliniken. Auch hier setzt man auf eine Reinigung der angesaugten Luft: "Viren im Aerosol können so inaktiviert werden, ohne dass die Umgebung der UV-Strahlung ausgesetzt wird".

UV-C könnte also zu einem wichtigen Baustein im Kampf gegen das Coronavirus werden. Und mögen wir solche Sätze nach den Erfahrungen mit der wenig effektiven Corona-App auch mit Skepsis betrachten, so bleibt doch der Wunsch, dass der Durchbruch auf diesem Gebiet 2021 gelingt.   

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