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#IAmNotDangerous: Was Menschen mit psychischen Erkrankungen dir sagen wollen

Brigitte-Logo Brigitte 06.09.2019 Mareike Dudwiesus
© Shutterstock/Ropisme

Wer an einer psychischen Erkrankung leidet, wird selten darauf angesprochen. Stattdessen herrschen Vorurteile – wie das, dass psychisch Erkrankte gefährlich seien. Schluss damit: Unter dem Hashtag #IAmNotDangerous erzählen Menschen über Depressionen, bipolare Störungen und Co..

Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Krankheitstage aufgrund psychischer Krankheiten knapp 50 Prozent gesteigert, wie Statista berichtet. Sprich: Immer mehr Menschen lassen sich aus psychischen Gründen krankschreiben.

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Noch alarmierender sind die Daten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (kurz DPGGN): Jährlich sollen 27,8 Prozent der Deutschen an einer psychischen Erkrankung leiden. Das klingt viel – ist es auch, die Krankheitsbilder sind jedoch genauso divers wie bei physischen Krankheiten. Sie lassen sich nicht über einen Kamm scheren, werden es aber trotzdem. Aus diesem Grund existiert nun der Hashtag #IAmNotDangerous, den sich jeder einmal angeschaut haben sollte.

Unter dem Hashtag teilen Betroffene auf Twitter öffentlich ihre psychische Erkrankung – und klären darüber auf, dass diese sie keinesfalls zu einem gefährlichen Menschen macht.

Aktueller Anlass für die Aktion ist ein Amoklauf in Texas, USA, bei dem sieben Menschen starben. Durch solche Taten wird die Debatte über psychische Erkrankungen immer wieder angestoßen. "Das ist doch psychisch krank“, ist eine einfache Erklärung für schreckliche Taten. Vor allem sind die Worte aber eine Beleidigung für Betroffene sämtlicher psychischer Erkrankungen. Und das ist gefährlich – nicht die Erkrankten selbst.

#IAmNotDangerous: Psychische Erkrankungen sind nicht gefährlich

"Hi. Ich bin Celina, 22, zocke gerne und bin bipolar. Trotz meiner depressiven Phasen und Videospielen würde ich niemals jemand anderen verletzen wollen, außer mich selbst (& selbst das will ich nicht mal wirklich).“, schreibt eine Nutzerin auf Twitter und teilt ein Foto von sich. Die Aktion sei das Schönste und Wichtigste, "was dem Internet seit langem passiert ist“.

Die Menschen geben ihren Erkrankungen ein Gesicht – sie zeigen sich und stehen zu ihrer Diagnose. Und das ist der beste Weg zu mehr Akzeptanz. Vor allem zeigen die Beiträge nämlich, dass psychische Erkrankungen sich nicht generalisieren lassen.

Was auffällt, wenn man durch die Beiträge des Hashtags scrollt, ist vor allem die positive Tonalität der Nutzer spürbar:

Ich bin Sophie. Ich wurde mit Magersucht und einer Angststörung diagnostiziert, aber meine Krankheit macht mich weder zum schlechten Menschen, schon gar nicht zu einem Massenmörder. Ich strebe danach, Licht in die Welt zu bringen, Positivität wachsen zu lassen und die Magie in jeder einzelnen Seele zu finden.

Eine weitere Twitter-Nutzerin spricht die eigentliche Problematik an:

Ich bin schizophren aber man würde es mir nie anmerken – also wieso fürchte ich mich so davor, es mit anderen zu teilen?

Warum ist es noch so ungewöhnlich, über psychische Erkrankungen zu reden?

Hinschauen, nachfragen, sich öffnen

Wieso ist die Angst vor psychischen Erkrankungen so groß – in jeder Hinsicht? Rund um Depressionen, Schizophrenie, Persönlichkeits- und vielen anderen Störungen wabern unglaublich viele Unsicherheiten durch die Gesellschaft. Hier treffen Ängste davor, selbst zu erkranken, verurteilt zu werden, aber auch Berührungsängste aufeinander. Dabei könnte die Lösung dessen so einfach sein: Drüber reden! Wir fürchten uns weniger vor Dingen, die uns nicht fremd sind. Lasst uns also alle etwas mehr über psychische Erkrankungen sprechen. Vielleicht können wir dann irgendwann genauso offen über eine Angststörung wie über einen Schnupfen reden.

Übrigens können psychische Erkrankungen deine Lebenszeit um 20 Jahre verkürzen! Dabei scheint auch dein Wohnort dein Risiko für Depressionen und Co. zu beeinflussen. Diese Fotostrecke zeigt dir, was eine Depression mit deinem Leben macht.

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