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Entrümpeln, ausmisten, aufräumen: So bringt man Ordnung in die eigene Wohnung

GLAMOUR-Logo GLAMOUR 20.04.2020 Larissa Weiss
© Stocksy

Endlich eine ordentliche Wohnung haben – aber wo fängt man überhaupt an? Wir zeigen die besten Tipps, wie man sein Zuhause (und dadurch auch sein Leben) entrümpeln kann

Jedes Jahr nehmen wir uns vor, endlich Ordnung in unsere eigenen vier Wände zu bringen. Doch irgendwie scheint dieser Plan immer zu scheitern. Entweder haben wir keine Zeit dafür oder wissen nicht, wie genau wir uns von welchen Dingen bzw. Gegenständen trennen und unsere Wohnung wieder auf Vordermann bringen sollen. Dabei spielen Entrümpeln, Aufräumen & Co. nicht nur in Sachen Ordnung eine wichtige Rolle – sie helfen auch dabei, uns von Ballast zu befreien und eine neue Leichtigkeit in unserem Leben zu finden.

Das Haus, die Seele und das eigene Leben entrümpeln: Was bewirkt Entrümpeln?

Wenn sich Magazine und Bücher auf dem Boden stapeln, auf dem Schreibtisch kein Platz mehr für den Laptop ist, weil dieser mit Dokumenten, Briefen und Post-its überquillt, und im Bad fünf verschiedene Bodylotions, 17 Nagellacke und drei Haarbürsten herumliegen, sorgt dies nicht nur für Chaos in unserer Wohnung, sondern auch im Kopf. Unnötiger Ballast kann schließlich zu einer großen Last werden und dazu führen, dass wir unzufrieden mit unserem eigenen Leben sind. Entrümpeln schafft Platz in der Wohnung, macht nachdenklich und letztendlich auch glücklich. Kurz gesagt: Ausmisten, Aufräumen & Co. befreit!

Die Themen Minimalismus, bewusster Konsum und Nachhaltigkeit spielen sowieso eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft – warum also nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst etwas Gutes tun und sich von unnötigem Ballast befreien und in Zukunft lieber zweimal darüber nachdenken, ob man wirklich die zehnte Jeans im Kleiderschrank braucht? Damit beschäftigen sich auch immer mehr Bücher und Dokumentationen. Die "Planet Wissen"-Sendung "Weniger ist mehr – Wie Entrümpeln die Seele befreit" geht beispielsweise genau diesem Thema auf den Grund. Das wohl beste Beispiel bleibt aber wohl Marie Kondos Buch "Magic Cleaning" und die KonMari-Methode der Japanerin, die weltweit zum regelrechten Hype wurde und sogar zur Netflix-Doku-Serie "Aufräumen mit Marie Kondo" führte.

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Was ist Entrümpeln? Eine Definition

Was bedeutet Entrümpeln (auf Englisch "decluttering") eigentlich genau? Der Duden definiert den Begriff kurz und knapp als "Gerümpel aus einem Raum entfernen". Wikipedia geht einen Schritt weiter und setzt die Entrümpelung in Zusammenhang mit einer kompletten Haushaltsauflösung in Verbindung. Der Begriff wird dort als "die Entfernung und Entsorgung unbrauchbarer und wertloser Gegenstände im Zuge einer Haushaltsauflösung" beschrieben.

Was kostet Entrümpelung 2020?

Das Ausmisten der Wohnung – von Küche bis Schlafzimmer – kann, muss aber nicht zwingend etwas kosten. Wer sich wirklich von seinem gesamten Haushalt trennen will – zum Beispiel im Falle eines Umzugs in ein anderes Land –, kann evtl. die Hilfe von Profis gebrauchen. Darauf spezialisierte Firmen verlangen im Schnitt zwischen 250 Euro (für eine Kellerentrümpelung) und 5.000 Euro (für eine komplette Hausentrümpelung mit viel Hausrat) für den Service. Für die Entrümpelung einer 50-Quadratmeter-Wohnung muss man zwischen 1.000 und 3.000 Euro ausgeben – je nachdem, wie viele Gegenstände entsorgt werden müssen.

Alternativ kann man auf eine private Entrümpelung setzen. Diese kostet im Prinzip nichts, macht man die ganze Arbeit doch selbst. Hier fallen ggf. nur Kosten für die Sperrmüllabholung und/oder den Transport der Gegenstände an. Diese Variante eignet sich vor allem dann, wenn man sich nicht von seinem gesamten Haushalt verabschieden, sondern nur aufräumen will.

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Wohnung ausmisten und entrümpeln: Was brauche ich wirklich?

Wer effizient und smart ausmisten will, braucht folgende Sachen:

Zeit: Wie viel Stunden oder Tage man genau benötigt, um seine Wohnung, sein Haus oder seinen Keller zu entrümpeln, hängt natürlich davon ab, um wie viele Quadratmeter es sich handelt, wie viele Gegenstände man besitzt und ob man tatsächlich nur ein bisschen aufräumen oder seinen kompletten Haushalt loswerden will. Plant dementsprechend genügend Zeit ein – schätzungsweise benötigt man einen halben bis ganzen Tag, um einen Kleiderschrank auszumisten und zu ordnen, für ein ganzes Zuhause sollte man also mehrere Tage einplanen.

Eine gute Atmosphäre: Damit Entrümpeln nicht lästig und nervig wird, sondern sogar ein bisschen Spaß macht, können eure Lieblingssongs sowie euer Partner bzw. Freunde helfen. 

Kleine Helfer: Ohne Kisten, Kartons, Müllsäcke und Aufbewahrungsboxen geht hier natürlich gar nichts. Aber auch Stifte, Aufkleber sowie ein kleiner Notizblock, auf dem man seine wichtigsten To-Dos notieren kann, sollten parat stehen.

Ein Container: Wem Müllsäcke und Kartons nicht ausreichen, mietet sich am besten einen Container.

Ein Fahrzeug: Sollen große Möbel, Elektrogeräte & Co. entsorgt und beispielsweise zum Sperrmüll oder zum Wertstoffhof gebracht werden, muss ein Auto oder Transporter her.  

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Tipps: Wie entrümpelt man richtig?

Es gibt mehrere Varianten, wie man ein Haus, eine Wohnung, einen Dachboden oder Keller entrümpelt. Welche letztendlich am besten zu einem passt, muss jeder für sich entscheiden. Vier gängige und praktische Methoden zeigen wir euch hier.

Entrümpeln: Wie anfangen? Die Schritt-für-Schritt-Variante

Ganz nach dem Motto "Irgendwo muss man ja anfangen" eignet sich diese Methode am besten für alle, die mit dem Thema Ausmisten überfordert sind und sogar ein bisschen Angst davor haben, sich von Dingen zu lösen.

So funktioniert die Schritt-für-Schritt-Variante: Hier geht es darum, sich jeden Tag einem anderen, kleinen Bereich zu widmen – so wirkt das Ganze nicht so überwältigend. Nehmt euch jeden Tag 15 bis 30 Minuten Zeit, um einen kleinen Teil eures Zuhauses auszumisten, wie etwa Bücher, Küchenutensilien, Home-Accessoires aka Deko oder Schuhe. Kleiner Tipp: Fangt mit den Gegenständen an, die euch nicht so viel bedeuten – so tut ihr euch leichter, euch von diesen zu trennen.

Vorteil: Diese Variante geht schnell und man kann sich nach und nach von Sachen trennen.

Nachteil: Sie eignet sich nicht für Menschen, die wirklich ihren kompletten Haushalt auflösen wollen, da das Ausmisten in dem Fall zu lange dauern würde. Außerdem ist diese Variante eher prädestiniert für Personen, die sowieso schon recht ordentlich sind.

Wie entrümpeln? Die Hauruck-Methode

"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen": Dieses Sprichwort bringt diese Variante ganz gut auf den Punkt. Hier wird nämlich nicht häppchenweise und in kleinen Schritten entrümpelt, sondern auf einmal.

So funktioniert die Hauruck-Methode: Bevor ihr überhaupt mit dem Entrümpeln anfangt, müsst ihr Kartons, Müllsäcke und evtl. einen Container parat haben – dies gilt eigentlich für alle anderen Formen des Ausmistens auch. Dann kann es losgehen: Nehmt euch einen Raum nach dem anderen vor, geht jeweils im Uhrzeigersinn durch die Zimmer und ordnet Artikel verschiedenen Themen bzw. Kategorien (zum Beispiel "Wegwerfen", "Aufräumen", "Altkleider" oder "Reparieren") zu. Sobald ihr mit einem Raum durch seid, solltet ihr die Kartons & Co. auch entsprechend entsorgen – ansonsten droht die Gefahr, dass ihr das ein oder andere Teil doch noch behalten wollt, obwohl ihr es nicht wirklich mehr braucht.

Vorteil: Man kann sein Zuhause in einem Schwung entrümpeln.

Nachteil: Man muss viel Zeit auf einmal zur Verfügung haben. Außerdem kann diese Methode einem viel Energie rauben und ziemlich anstrengend sein.

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Entrümpelung: Was kann weg? Die KonMari-Methode

Diese Aufräum-Variante von Erfinderin Marie Kondo richtet sich nach Kategorien, und nicht nach Orten. 2020 ist sie wohl die beliebteste Entrümpel-Methode überhaupt.

So funktioniert die KonMari-Methode: Hier geht man fünf Kategorien in einer bestimmten Reihenfolge an: 1. Kleidung, 2. Bücher, 3. Unterlagen, 4. Komono (Gegenstände in Küche, Bad, Garage und alles Sonstige), 5. Erinnerungsstücke. Alle Artikel einer Kategorie werden der Reihe nach auf einen Haufen geworden, anschließend nimmt man jeden einzelnen Gegenstand in die Hand und fragt sich, ob es einen glücklich macht ("Does it spark joy?"). Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird das Stück sofort ausgemistet. Wichtig dabei: Man sollte sich laut Aufräumexpertin Marie Kondo immer bei dem Artikel bedanken, bevor man ihn entsorgt – schließlich hat dieser uns schon einmal Freude bereitet. Die Dinge, die bleiben dürfen, werden dann in Schränke, Regale & Co. (gerne mithilfe von Kisten und Etiketten) eingeräumt bzw. Kleidung wird davor mit Marie Kondos spezieller Technik sorgfältig gefaltet.

Vorteil: Die strukturierte Vorgehensweise ist super für alle, die sonst etwas verloren wären und nicht wüssten, wie sie richtig aufräumen sollten. Außerdem wird einem dadurch klar, wie viel Zeug man eigentlich besitzt und dass man sich getrost von einigen Büchern, Kleidern & Co. trennen kann, ohne sie in Zukunft zu vermissen.

Nachteil: Diese Methode ist ziemlich radikal, außerdem nimmt sie sehr viel Zeit in Anspruch. Darüber hinaus wird Marie Kondo beziehungsweise ihr Aufräum-Prinzip häufig dafür kritisiert, dass nicht gezeigt wird, was man mit den aussortierten Sachen tatsächlich machen soll und oft Dinge einfach weggeschmissen werden.

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Wie kann ich entrümpeln? Die 5S-Methode

Auch die 5S- aka 5A-Methode stammt aus Japan, ihren Ursprung hat sie in der Produktionsindustrie. Mittlerweile wird sie aber auch gerne beim Aufräumen angewendet. 

So funktioniert die 5S-Methode: Die Buchstaben S bzw. A stehen für Seiri (sortiere aus bzw. aussortieren), Seiton (stelle ordentlich hin bzw. aufräumen), Seiso (säubere bzw. Arbeitsplatzsauberkeit), Seiketsu (standardisiere bzw. Anordnung zur Regel machen) und Shitsuke (Selbstdisziplin bzw. alle Punkte einhalten und verbessern). Hier empfiehlt es sich, die Schritte in der genannten Reihenfolge in jedem einzelnen Raum nacheinander anzuwenden.

Vorteil: Genauso wie die KonMari-Methode, ist diese Entrümpel-Variante sehr strukturiert und somit einfach anzuwenden.

Nachteil: Sie erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Engagement. Vor allem der vierte Schritt (Seiketsu) lebt davon, dass man die neue Ordnung dokumentiert, zum Beispiel in Form von Bildern, die man sich ins Innere des Küchenschranks oder in die Büroschublade klebt – so kann man immer nachvollziehen, wie es aufgeräumt aussieht und sich daran orientieren. Dies nimmt allerdings viele Stunden bzw. Tage in Anspruch und eine neue Idee für mehr Ordnung wäre problematisch, da das Ganze dann wieder anders als auf den Bildern aussehen würde.

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Tipps: Wie oft entrümpeln?

Wer regelmäßig ausmistet und aufräumt, sorgt langfristig für Ordnung in seinem Zuhause. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, einmal im Jahr sein Zuhause richtig auszumisten. Empfohlene Zeitpunkte dafür sind entweder Ende des Jahres, zum Beispiel zwischen Weihnachten und Silvester, damit man ohne Ballast in das neue Jahr startet, oder Anfang des Jahres. Aber auch vor dem Frühjahrsputz bietet sich das Entrümpeln an – schließlich kann man direkt im Anschluss zum Ausmisten putzen, was auch sehr praktisch sein kann.

Ausmisten, spenden bzw. verschenken und verkaufen: Was passiert nach der Aufräum-Aktion?

Ihr habt euer komplettes Zuhause sorgfältig entrümpelt – und jetzt, wohin mit den Sachen? Klar, alte Socken dürfen ruhig in den Müll, gut gehaltene Kleidung kann man entweder spenden, verschenken oder verkaufen (zum Beispiel auf Kleiderkreisel). Gebrauchte Möbel und andere Objekte können bei Ebay Kleinanzeigen oder ganz klassisch auf dem Flohmarkt verkauft werden. So lässt sich auch noch nebenbei ein bisschen Geld verdienen – eine Win-Win-Situation also! 

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