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Soul im Blut: Rola über ihr neues Album "Venus" - Rola-Interview

Women’s Health-Logo Women’s Health 22.04.2021 Lena Oelschlegel

Du magst deutschen R'n'B und ganz viel Frauenpower? Rola bringt mit, was andere sich nicht trauen und ist dabei ganz sie selbst

© Finn Beek

Über 14 Jahre Musikerfahrung liegen bereits hinter ihr. Davon waren die wenigsten leicht. Doch deswegen gibt Rola noch lange nicht auf. Die 31-jährige Sängerin hat noch genug Luft, um die deutsche Musikszene auf den Kopf zu stellen, ihr die Ohren freizupusten und den Geist zu öffnen für echten, kompromisslosen deutschen R’n’B und Soul.

Rola ist Sängerin. Vielmehr noch ist sie aber Künstlerin. Sie ist eine Künstlerin, die sich still und leise vom Trubel zurückzieht und Songs textet und komponiert und diese dann ganz bewusst und gezielt in diesem lauten Trubel platziert. Dort, wo sie nicht untergehen. Sie besitzt viel musikalisches Talent, keine Frage, aber genauso besitzt sie auch ein Gespür für die Welt.

Sie ist World Peace Botschafterin, engagiert sich für Schwarzes Empowerment, gegen Rassismus und für Selbstliebe. Auf Instagram zeigt sie, dass Beauty Mind nicht ausschließt und dass Selbstakzeptanz nicht das Gegenteil von Selbstdisziplin ist. Und nachdem sie das mit ihrem Studioalbum "12:12" im Jahr 2018 bewiesen hat, legt sie nun mit ihrem zweiten Album Venus nach. Im Interview verrät sie, was ihre Fans erwartet und was Musik für sie bedeutet.

Liebe Rola, herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Album! Verrate uns doch was sich hinter dem Titel "Venus" versteckt und was uns allgemein beim Hören erwartet?

Venus ist die Göttin der Liebe und auf meinem Album geht es auch hauptsächlich darum: Um Liebe. Die Songs sind relaxed und voller Vibes. Ob beim Ausruhen, zum Putzen, zum Tanzen oder zum Daten, die Musik passt meiner Meinung nach für jede Gelegenheit.

R’n‘B und Soul hatte es in der deutschen Musiklandschaft bisher nicht leicht. Du bist auch nach 15 Jahren Karriere deiner Musik weiterhin treu. Warum identifizierst du dich genau mit dieser Musik?

Ich identifiziere mich mit Musik generell. R'n'B habe ich immer gerne gehört, weil es viel im Radio lief, als ich ein Teenie war. Dann habe ich angefangen, bewusst die Songs von Künstlern wie Whitney Houston und Michael Jackson zu hören, von Lauryn Hill und Mariah Carey, Aaliyah und Alicia Keys. Sie haben mich beeinflusst, von ihnen habe ich viel gelernt. Ich konnte mich wahrscheinlich schon eher mit genau diesen Künstlern identifizieren, weil sie auch schwarz sind.

Ich wollte unbedingt diese Skills beherrschen, die R'n'B-Sänger haben. Ich mache aber auch viel Pop-Musik, weil der R'n'B, den ich im Radio gehört habe, schlicht und einfach auch Pop-Musik war. Ich war außerdem ein großer Fan von Britney Spears, Christina Aguilera, N*Sync und Justin Timberlake. R'n'B, Pop und Rap ist 2021 so ineinander verwoben, dass es fast nicht mehr zu unterscheiden ist. Viele Rapper singen und viele Sänger rappen, viele Pop-Künstler bedienen sich der Hip-Hop-, Rap- und R'n'B-Kultur, sodass es fast egal ist, wie man es nun nennt. Hauptsache es gefällt.

Du singst von Unabhängigkeit, aber auch Liebe und schwierigen Momenten, die es zu überwinden gilt. Inwieweit hilft dir die Musik dabei, Gefühle zu verarbeiten?

Gefühle in Musik zu verarbeiten, bedeutet für mich auch immer diese Gefühle nochmal durchleben zu müssen. Wenn es zum Beispiel um schwierige Gefühle wie nach einer Trennung geht, fällt es mir schwer. So konnte ich auf meinem neuen Album nicht über meine letzte Trennung sprechen, weil es zu privat und zu traurig war. Über neue Liebe zu sprechen und diese Gefühle in der Musik zu verarbeiten, fällt mir dafür viel leichter. Es ist wie Selbsttherapie, weil ich während des Schreibens darüber nachdenken und die Gefühle verarbeiten muss.

Deine Musik steckt voller Selbstbestimmtheit und Leidenschaft, gleichzeitig bist du immer authentisch und bodenständig. Hast du einen Rat für unsere Leser*innen, wie das mit dem Selbstvertrauen und der Selbstliebe gelingt?

Dazu kann ich sagen: Verbringe viel Zeit mit dir selbst! Lerne dich selbst besser kennen und finde heraus, was du willst und was nicht. Lass die Dinge los, die dir nichts bringen, die dich anstrengen und nimm dir mehr Zeit für die Dinge, die du einfach gerne machst und die dich auch glücklich machen. Auf diese Weise wird es dir auch automatisch immer besser gehen.

Was mir selbst auch immer dabei hilft, ist einfach dankbar zu sein, für all die Dinge, die schon da sind. Selbst meine Wohnung, mein Essen, die Klamotten, die ich gerade trage... meine Freunde. Ich bin einfach dankbar für das, was ich habe und schreibe mir das auch auf, damit ich es sehen kann und das hebt meine Stimmung immer sehr.

Du sagtest einmal, dass du immer unterwegs bist und selten Zeit hast. Neue Songs komponieren, Musikvideos drehen, Shows planen, Interviews geben und dann auch noch Instagram bespielen – ein stressiger Alltag! Was hilft dir dabei zu entschleunigen?

Tee – ganz viel Tee trinken. Und am Ende schaffe ich eigentlich immer alles, egal wie stressig es ist, weil ich ein Team habe, das mir hilft und mich unterstützt.

Inwiefern glaubst du, hilft auch Musik dabei, achtsamer zu werden?

Musik ist eine besondere Kunstform, die wir Menschen auch benutzen, um unsere Gefühle zu regulieren. Wenn ich traurig bin, höre ich entweder Musik, die meine Gefühlslage unterstreicht und meine Traurigkeit untermalt – oder Musik, die meinen Kummer verfliegen lässt und mich aufmuntert. Beim Putzen mache ich Musik an, um unterhalten zu werden und für die Motivation, um schnell fertig zu werden. Man hört im besten Fall auf den Text und lässt die Melodien auf die Seele wirken. Musik bringt uns zum Weinen, aber auch zum Tanzen.

Ich persönlich wähle die Musik, die ich in meinem Alltag höre, ganz bedacht aus, weil ich weiß, dass sie meine Stimmung beeinflussen wird. Musik kann definitiv dabei helfen, achtsamer zu werden. Musik kann auch thematisch aufklären oder aufhetzen. Themen, die in Songs bearbeitet werden, wie Rassismus, Mobbing, oder Ausgrenzung usw. können auf diese Probleme, auf eine populäre Art und Weise, aufmerksam machen.

Wenn du einen Blick zurück auf die Produktion deines Albums wirfst: Was hat dir am meisten Spaß bereitet und warum?

Die intensive Zeit im Studio mit kreativen Köpfen und Freunden. Wir haben viel Neues ausprobiert, komponiert und geschrieben.

Du bist neugierig geworden? Dann hör mal rein. Rola singt ganz direkt, was ihr passt und was nicht. Sie weiß, was sie will – und das steckt an.

Wir hoffen, dir gefällt Rolas neues Album genauso gut wie uns? Wir sind jedenfalls große Fans und freuen uns bereits jetzt auf alles was noch kommt!

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