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Studie: Die Ernährung könnte ein Faktor für den späteren Erfolg von Kindern sein

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 28.01.2019 Franziska Heck

a group of people looking at the camera: kinder mädchen © Fh Photo/Shutterstock kinder mädchen

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, beeinflusst bekanntlich unsere Gesundheit und auch die unseres Planeten. Deshalb ist es besonders wichtig, bereits bei Kindern auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Außerdem ist das gemeinsame Essen in der Familie, der Schule oder dem Kindergarten von großer Bedeutung für das Leben miteinander. Eine neue Studie zeigt nun, dass nicht nur das Beisammensein, sondern auch die Nährstoffe, die Kinder zu sich nehmen, das Zusammenleben stärken oder verschlechtern können.

Verbesserung der Gesundheit des Gehirns durch Omega-3-Fettsäuren

Die Ergebnisse dieser Studie, welche von einem Forscherteam in der Fachzeitschrift „Aggressive Behavior“ veröffentlicht wurden, legen die Vermutung nahe, dass mit Hilfe einer einfachen Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren sowohl das Verhalten von Kindern als auch das familiäre Umfeld verbessert werden können. 

„Dies ist eine vielversprechende Forschungsrichtung, da Omega-3-Fettsäuren die Gesundheit des Gehirns bei Kindern und Erwachsenen verbessern können. Es gibt noch viel zu erforschen, aber wenn wir die Gesundheit des Gehirns und das Verhalten der Menschen dabei verbessern können, ist das ein wirklich großes Plus“, erklärt Studienautorin Jill Portnoy, Assistenzprofessorin an der UMass Lowells Schule für Kriminologie und Gerechtigkeitsstudien.

Für ihre Untersuchung teilten die Forscher 200 Kinder zufällig in zwei Gruppen. 100 Kinder haben dabei ein Fruchtgetränk, welches mit einem Gramm Omega-3-Fettsäuren ergänzt wurde, erhalten, die andere Hälfte bekam das gleiche Getränk ohne die Ergänzung.

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Um die Wirkung zu testen, haben die Betreuer der Teilnehmer deren Verhalten und Verhältnis zu anderen beobachtet und mit Hilfe einer Skala für Konflikttaktiken festgehalten. Sie haben den Wissenschaftlern zu Beginn, nach den sechs Monaten Behandlung und ein halbes Jahr nach der Studie diese Daten berichtet.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder, die die Omega-3-Ergänzung erhalten haben, im Gegensatz zur Kontrollgruppe weniger aggressiv waren. Dadurch beweisen die Wissenschaftler, dass das Benehmen auch von der Ernährung der Kinder abhängt. Außerdem verdeutlichen die Autoren, dass die Verbesserung des Verhaltens der Kindern durch eine Omega-3-Ergänzung langfristige Vorteile für die ganze Familie haben könnte. 

Natur versus Pflege

Studienautorin Jill Portnoy wirft damit die Frage auf, inwieweit aggressives Verhalten und Verbrechen durch das soziale Umfeld verursacht werden oder ob die Natur und die physiologische Zusammensetzung des Menschen eine Rolle dabei spielt. Diese Debatte wird als „Natur versus Pflege“ bezeichnet.

„Natürlich ist es beides“, erklärt die Expertin. „Biologie und soziales Umfeld interagieren auf komplexe Weise, die wir gerade erst zu verstehen beginnen. Bevor wir effektive Maßnahmen entwickeln können, müssen wir weiter forschen.“.

Mit Hilfe dieser Maßnahmen möchte Portnoy Kindern und Familien helfen, bevor unsoziales Verhalten in Kriminalität eskaliert. Dafür untersucht die Wissenschaftlerin neben Omega-3-Fettsäuren noch weitere biologische und soziale Faktoren. Beispielsweise wie eine niedrige Ruheherzfrequenz zu unsozialem Verhalten führen kann.

„Meine Theorie ist, dass eine niedrige Ruheherzfrequenz ein erworbenes, adaptives Merkmal sein könnte: Wenn man als Kind chronischem oder häufigem Stress ausgesetzt ist, passt man sich an, indem man seine Herzfrequenz senkt. Die niedrigere Herzfrequenz schützt, indem sie Reaktionen auf Stressereignisse verringert, aber sie kann auch zu einem stimulierungssuchenden Verhalten führen. Mit anderen Worten, eine stressige Umgebung kann physiologische Veränderungen verursachen, die zu einer Zunahme des aggressiven und impulsiven Verhaltens führen“, erklärt sie.

In diesem Zusammenhang fanden die Wissenschaftler heraus, dass Jugendliche mit niedrigeren Ruheherzfrequenzen verstärkt auf der Suche nach Sensationen sind. Wenn es an positiven Formen der Stimulation fehlt, führt dies häufig zu unsozialem und aggressiven Verhalten.

„Viele Menschen brechen das Gesetz auf kleine Weise, zum Beispiel indem sie ein paar Stundenkilometer über der Höchstgeschwindigkeit fahren. Ich interessiere mich für Menschen, die sich aggressiv verhalten, aber noch nicht das Niveau eines Kriminellen erreichen“, erklärt Portnoy. „Diese fordern immer noch einen hohen Preis von der Gesellschaft. Und wenn wir allgemeinere soziale Interventionen gestalten wollen, wie zum Beispiel den Menschen gesündere Wege zum Umgang mit Stress beizubringen, dann sollten wir nicht nur diejenigen untersuchen, die erwischt werden“.

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