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Tinder und Co. - Liebe in Zeiten von Algorithmen

Gräfe und Unzer-Logo Gräfe und Unzer 06.08.2020 Natalie Decker
© Bereitgestellt von Gräfe und Unzer

Manche suchen nur ein kleines Abenteuer, andere die ganz große Liebe: Online-Dating ist längst zu einem Alltagsphänomen geworden. Doch woher „weiß“ der Computer eigentlich, wer zu uns passt?

 

Das Prinzip der beliebten Dating-App Tinder ist schnell erklärt: Man erstellt ein Profil mit einer kurzen Beschreibung der eigenen Person, lädt Fotos hoch und bekommt dann mögliche Partner bzw. Partnerinnen in der Nähe angezeigt. Singles können durch eine Vielzahl von Profilen blättern – ist jemand dabei, der einem gefällt, „swipt“ man dessen Profil nach rechts. Zeigen beide Seiten dadurch Interesse, ist das ein sogenanntes „Match“: Jetzt kann man chatten, persönliche Daten austauschen und sich treffen. „Nach der Filterung nach Alter, Geschlecht und Entfernung basiert die Entscheidung also rein auf der Optik. Falsche Angaben zu machen, ist möglich, aber das ist natürlich nicht zielführend und wirkt sich nur negativ aus“, weiß Kenza Ait Si Abbou, Managerin für Robotik und künstliche Intelligenz bei der Telekom.

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Attraktive Nutzer haben es leichter


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Man könnte also denken, die Profil-Vorschläge würden nur aufgrund von Alter, Geschlecht und Entfernung erstellt – doch das stimmt nicht. Bis 2019 wurden die Profile auch nach der Attraktivität der Singles klassifiziert. „Je mehr Tinder-Nutzer eine Person nach rechts swipen, desto besser deren Score. Diese Person wird dann anderen Nutzern angezeigt, die ähnliche Scores haben. Zudem werden Muster in den geswipten Profilbildern gesucht, die zu Rückschlüssen auf die Präferenzen eines Nutzers führen“, erklärt IT-Expertin Kenza Ait Si Abbou. „Generell führte dieses Modell dazu, dass äußerlich attraktive Personen einander vorgeschlagen wurden, während weniger Attraktive am Ende der Liste blieben.“ Nach Kritik an dieser Vorgehensweise hat Tinder seine Matching-Algorithmen verändert – und bisher keine Details dazu verraten. Was kann man also tun, um mehr Matches zu erhalten?

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Allein das Profilfoto entscheidet

Tinder empfiehlt, die App aktiv zu nutzen und den aktuellen Standort freizugeben, um die eigene Sichtbarkeit zu verbessern. „Der Erfolg der App liegt meiner Meinung nach einzig und allein an der Statistik: Je mehr Leute man kennenlernt, desto höher die Chance, dass einer davon passt. Daher auch der Appell zur aktiven Nutzung der App“, so Kenza Ait Si Abbou. Dass viele Tinder-Dates mit einer Enttäuschung enden, liegt laut der KI-Expertin darin, dass bei dieser App allein die Optik entscheidet. „Andere Dating-Plattformen fragen viel mehr Informationen von ihren Nutzern ab, um Matches herstellen zu können. Bei Tinder reicht ein Profilfoto.“ Fazit: Es ist zwar möglich, dank Tinder einen passenden Partner zu finden – schon aufgrund der großen Menge an Profilen – doch eine Garantie gibt es nicht.

Weitere spannende Technik-Phänomene wie autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitswesen erklärt Kenza Ait Si Abbou leicht verständlich und unterhaltsam in ihrem neuen Buch „Keine Panik, ist nur Technik“.

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