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Was ist Selfcare in Zeiten von Corona?

GLAMOUR-Logo GLAMOUR 10.05.2020 Charlotte Kuhrt
© Instgram.com/charlottekuhrt; Collage: Eduard Maier

Charlotte Kuhrt ist Selbstliebe-Aktivistin und Model – und die 28-Jährige denkt nicht daran, Menschen in Schubladen oder Kleidergrößen zu stecken. Stattdessen zeigt sie auf Instagram (@charlottekuhrt) und ab sofort in ihrer monatlichen Kolumne auf glamour.de, wie das mit der Selbstliebe eigentlich wirklich funktioniert.

Social Media fühlt sich gerade an wie ein riesiger Buchladen gefüllt mit guten, aber auch sehr vielen schlechten Ratgebern. Überall florieren Ideen, wie wir die Zeit zuhause möglichst effektiv nutzen können. Täglich scrolle ich durch meinen Feed und sehe Rezepte, Homeworkouts, DIYs und vor allem eins: Menschen, die in die Kamera strahlen, sich neu erfinden, Sprachen lernen und Dinner-Video-Chats ins Leben rufen, natürlich stets komplett geschminkt und frisiert.

Doch auch eins tritt vermehrt auf: Memes und darunter besonders viele, die sich über das Zunehmen zuhause lustig machen und den After-Corona-Body ins Lächerliche ziehen. Fitnesstrainer nutzen diese Dynamik, um ihre Live-Workouts zu pushen und Influencer zeigen, wie man sich jetzt besonders gesund ernähren kann, um bloß nicht an Gewicht zuzulegen. So fixieren wir uns in einer Zeit, in der es um unsere Gesundheit und die Gesundheit anderer geht, wieder nur auf eines: unsere Schönheitsideale. Und schaffen wir so nicht ein Problem, dass eh schon besteht: die Gefährdung unserer mentalen Gesundheit? Psycholog*innen sprechen seit Wochen darüber, dass wir uns auch mental in einer absoluten Ausnahmesituation befinden. Und in genau einer solchen wird der Druck, jetzt alles richtig zu machen, in den sozialen Netzwerken größer denn je. Doch #stayhome bedeutet nicht, dass wir aus der Isolation alle als eine Version 2.0 hervorgehen müssen. Es bedeutet nicht, dass Bananenbrot und tägliche Hammerworkouts die Universallösung für jede*n einzelne*n sind. 

Besonders diejenigen, deren Körper schon vor Corona aussah, wie der so gefürchtete After-Corona-Body, kann diese Fixierung triggern. Kein Körper sollte Grundlage für Witze sein, weder vor, noch nach der Isolation. Jetzt mehr denn je ist also Selbstliebe ein großes Thema und jetzt mehr denn je merken wir, sie funktioniert nicht für alle gleich. Brauchen manche nur ein Schaumbad und eine Feuchtigkeitsmaske, kann Selbstliebe für andere bedeuten sich zurückzuziehen und den Tag im Schlabberlook auf der Couch zu verbringen. Selbstliebe ist mehr als ein Hashtag, sie muss nicht vorzeigbar sein und ist etwas zutiefst Individuelles.

Vielleicht ist jetzt die Zeit, das Online-Verhalten zu hinterfragen und allen Menschen zu entfolgen, die einem ein schlechtes Gefühl geben und sich auch virtuell mit solchen zu umgeben, die Inspiration schaffen. Es hilft ungemein, die täglichen Sehgewohnheiten zu ändern und den Feed diverser zu gestalten. Mich selbst haben in den letzten Wochen oft die Posts und die Verbindung zu Kollegen wie Melodie Michelberger und Kenzie Brenner aus einem Tief geholt. 

Meine Fitnessmatte kommt nur für Yoga und Meditation aus der Ecke und ich habe wundervolle Frauen wie Dana Falsetti entdeckt, sie zum Beispiel praktiziert Fat-Positive-Yoga auf Instagram. Ich fühle mich wohler denn je auf meiner Yogamatte. Mir könnte mein Gewicht dabei nicht unwichtiger sein.

Selbstliebe und #stayhome bedeuten für mich vor allem eins: Innezuhalten und hinzuhören was mein Körper braucht. Ich habe mir nur eins vorgenommen und das ist, mich selbst nicht zu be- und verurteilen und mich nicht mit dem Tatendrang anderer zu messen. 

Durch die Distanz entsteht auch eine neue Nähe, eine Nähe zu sich selbst. Emotionen können wir jetzt annehmen und auch wieder ziehen lassen – und achtsam unseren Weg durch die Krise bahnen. Wir müssen kein Fernstudium absolvieren oder ein Buch schreiben, es reicht schon ab und zu Ruhe zu finden und sich nicht zu verlieren. Ich entspanne mich durch die wundervolle Meditationsreihe von Madeleine Alizadeh (in ihrem Podcast "a mindful mess"), wenn mir alles Zuviel ist. Es gibt gerade kein Richtig oder Falsch und wir überstehen das vielleicht nur mit Ehrlichkeit. Denn auszusprechen, dass wir uns schwach und verletzlich fühlen, ist unsere größte Stärke.

Charlotte Kuhrt © Bereitgestellt von GLAMOUR Charlotte Kuhrt

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