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Wie man sich eine Stadt erliest Lesetipps von Lit Cities

AD Magazin - Architectural Digest-Logo AD Magazin - Architectural Digest 07.04.2020 Valerie Präkelt

Stadtliteratur

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David Hirtz: Ich lese momentan Bulgakows „Der Meister und Margarita“, ein Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts – eine Empfehlung für Moskau von der wunderbaren Autorin Elja Pilić. Ich befinde mich also gerade irgendwo zwischen Patriarchenteiche und der Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja Straße. Daneben besuche ich gegen mein akutes Fernweh in der Quarantäne immer wieder „Die unsichtbaren Städte“ von Italo Calvino.

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Lukas Kubana: Ich lese gerade „Eternauta“ von Héctor Germán Osterfeld. Der Appell an die Solidarität – „nadie se salva solo! (dt. niemand rettet sich allein)“ – hat so offensichtlich aktuelle Qualitäten, und nach Buenos Aires sehne ich mich auch. Eigentlich wollten der Fotograf Martin Fengel und ich dort bald Quartier aufschlagen. Stattdessen lese ich also die prophetische Graphic Novel. Dahinter warten schon viele Bücher, zum Beispiel „Cómo Dejar de Escribir“ von Esther Llovet Garcia, das im Madrid der Wirtschaftskrise spielt und die Antihelden durch einen dampfenden Sommer streifen lässt. Empfohlen hat uns das Buch die spanische Künstlerin Sandra Bejarano. „The Red Tenda of Bologna“, auf das uns die Kuratorin Sonja Junkers gebracht hat, wird auch keinen Staub fangen. „Es ist eine unwahrscheinliche Stadt, Bologna – wie eine, durch die du gehen könntest, nachdem du gestorben bist…“, und viele andere atemberaubende Sentenzen hat der grossartige Denker John Berger darin hinterlassen. Und statt der olympischen Spiele denke ich mit Dankbarkeit an die Helden an den Supermarktkassen. Wer dabei nicht auf Tokio verzichten mag, sollte in „Die Ladenhüterin“ von Sayaka Murata eintauchen. Und dann nochmal zu Italien: Italo Svevos „Zenos Gewissen“ (das hat uns der Künstler Milen Till ins virtuelle Regal gestellt) ist so toll, dass man für ein paar Monate auf eine Reise nach Triest verzichten kann.

Lukas Kubina (li.) und David Hirtz. © Lit Cities Lukas Kubina (li.) und David Hirtz.
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