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GQ Hype - James McAvoy geht richtig ab

GQ-Logo GQ 30.11.2022 Ben Allen
© Elliot James Kennedy

James McAvoy erzählt gerade von seinem absoluten „Soccer Aid“-Highlight, als die Nageldesignerin einen transparenten Nagelhärter auf seine abgekauten Fingernägel aufträgt. Das heißt dort, wo diese sein sollten. „Es war die 90. Minute und wir lagen 3:1 in Führung, als José Mourinho meinte: ‚Geh in den Mittelkreis und schmeiß dich auf den Boden, als hättest du einen Ball abbekommen. Und dann bewegst du dich keinen Zentimeter, bis wir dich vom verdammten Spielfeld runterholen. Dabei lässt du dir alle Zeit der Welt.‘“ McAvoy nimmt regelmäßig an dem Charity-Fußball-Event teil, doch das Jahr, in dem Mourinho Team World XI trainierte, war irgendwie anders. McAvoy erhielt etwas, von dem wohl jeder Fan träumt: einen exklusiven Einblick in José Mourinhos Schule des Bescheißens. Im Jahr 2006, er drehte gerade „Abbitte“ im englischen Yorkshire, beobachtete er in seinem Hotel eine Gruppe Chelsea-Spieler, die vor einem Spiel gegen Middlesbrough auch dort untergebracht waren, wie sie im Kreis stehend Bälle jonglierten, während ihr Trainer in der Mitte stand und sie zum Lachen brachte. Und plötzlich verstand McAvoy den zunehmend schwieriger zu definierenden Einfluss, den Mourinho auf seine Spieler hat. „Ich verstand, weshalb sie für ihn durchs Feuer gehen würden“, erzählt McAvoy. Als es dann soweit war, tat er, wie ihm geheißen war, und sie beendeten das Spiel ganz im Stil von Mourinho. Heute hat er ein gerahmtes Foto bei sich zu Hause, auf dem ihm der Trainer „dunkle Magie“ ins Ohr flüstert. „Es ist mein größter Fußballmoment.“

Wir trinken bereits das zweite, nicht im Preis inbegriffene Glas Prosecco in einem Nagelstudios der exklusiveren Art im Londoner Stadtteil Islington, an einem dieser ekelhaft und beunruhigend heißen Tage im August. Die schon erwähnte Nageldesignerin Rebecca tut höflich so, als würde sie den Schauspieler nicht erkennen. Etwas weniger überzeugend gibt sie vor, unser Gespräch nicht mitzuhören. „Kommen Sie aus Schottland?“, fragt sie irgendwann. Aye. Ja. Der Vorschlag für die Mani- und Pediküre kam von ihm, weil ihn nur das Gefühl des Nagelhärters auf den Zähnen davon abhält, seine Nägel in Stresssituationen kurz und klein zu kauen – oft unbewusst der Fall, wenn er sich Spiele der Celtic Glasgow ansieht. Außerdem, sagt er, gefalle es seinen Kindern, wenn er sich die Nägel lackieren lässt. Und ganz ehrlich, es fühlt sich doch gut an.

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McAvoys Statur ähnelt der eines Pitbull-Terriers, der Kreuzheben betreibt. Seine Nacken-, Schulter- und Oberschenkelmuskulatur: beeindruckend. Doch in Sandalen, Shorts und Sonnenbrille sieht er eher aus wie ein Vater im Urlaubsmodus. Vermutlich, weil er ein Vater im Urlaubsmodus ist. Nach dem Ende der Dreharbeiten für die dritte Staffel von „His Dark Materials“, die im Dezember erscheint, hat er sich eine Auszeit genommen. Ein neues Projekt steht bei unserem Treffen auch noch nicht an. „Mir gefällt das ganz gut“, sagt er. „Verfügbar zu sein.“

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"Ich hatte allerdings keine Erleuchtung à la jeder Tag ist so kostbar, dass ich jetzt jeden Moment ausnutzen muss."James McAvoy über seine Krankheit

Der muskelbepackte Look hatte 2017 sein Debüt, nach einer Krankheit, die McAvoy im Alter von 38 Jahren fast das Leben gekostet hätte. Verantwortlich für seinen kritischen Zustand war jedoch nicht die Sarkoidose, bei der sich im Körper kleine Gewebeknötchen bilden, sondern eine verpfuschte Gewebeentnahme, die in einer entzündeten Narbe resultierte. Er wachte eines Nachts alleine zuhause mit einer kollabierten Lunge auf und war kaum dazu in der Lage, mit dem Rettungsdienst zu sprechen. „Ich hatte allerdings keine Erleuchtung à la jeder Tag ist so kostbar, dass ich jetzt jeden Moment ausnutzen muss.“ Doch es führte zu einer größeren Wertschätzung seiner körperlichen Fähigkeiten, als er endlich wieder Sport treiben durfte. „Ich konnte bestimmt vier, fünf Monate lang nicht bis ans Ende der Straße und zurück joggen, aber kurioserweise konnte ich 160 Kilo heben.“ Nur drei Wochen nach seinem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt begann er, sich auf die Dreharbeiten für den Thriller „Glass“ von M. Night Shyamalan vorzubereiten. Er musste fit sein, weil seine Rolle, „Das Biest“, den Großteil des Films über mit nacktem Oberkörper zu sehen sein würde. Trotz seines geschundenen Körpers verbrachte er unzählige Stunden mit seinem Personal Trainer Magnus Lygdback im Fitnessstudio. „Er hat gleichzeitig auch eine Art Reha mit mir gemacht. Es war quasi perfektes Timing.“ Doch dann, sagt er, habe sich sein Körper nicht mehr zurückentwickelt. „Mein Nacken und meine Schultern sind einfach so massiv geblieben.“ Er musste auch feststellen, dass sein Fußballtraining zwei- bis dreimal die Woche immer wieder zu langwierigen Verletzungen führte, die ihn für Monate außer Gefecht setzten. Es blieb also beim Gewichtheben. Und die Muskeln wuchsen.

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& November 28 - James McAvoy_Online_03.jpg © Elliot James Kennedy November 28 - James McAvoy_Online_03.jpg

McAvoy ist so darauf bedacht, keinem Klischee zu entsprechen, dass er den Effekt herunterspielt, den die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit auf ihn gehabt hat. \Dennoch bekomme ich im Laufe unseres Gesprächs den Eindruck, dass die Erfahrung doch auf gewisse Weise zu einer Neuausrichtung seines Lebens geführt hat. Da ist eine gewisse Distanziertheit, wenn er über seine Arbeit spricht, und wenn er sagt, dass es ihm nicht um Geld oder Bedeutung, ja nicht mal um Erfüllung geht, sondern um Spaß. „Ich werde alt“, sagt er, auf seine 27-jährige Karriere anspielend. „Ich liebe meinen Job, aber nicht die tagtägliche Tretmühlenexistenz in der Film- und Fernsehwelt. Selbst wenn es ein gutes Drehbuch ist, kann ich mir absolut nicht vorstellen, dafür morgens um fünf oder sechs Uhr aus dem Haus zu gehen und bis abends um acht Uhr zu arbeiten. Es ist ziemlich zermürbend, wenn meine Rolle keine interessante Aufgabe im Storytelling hat. Es geht mir immer mehr um interessante Erfahrungen.“

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"Selbst wenn es ein gutes Drehbuch ist, kann ich mir absolut nicht vorstellen, dafür morgens um fünf oder sechs Uhr aus dem Haus zu gehen und bis abends um acht Uhr zu arbeiten."

Dann wiederum hat McAvoy eigentlich schon immer versucht, den Zirkus seiner Branche von sich fernzuhalten. Eigentlich hätte 2008 sein Oscar-Jahr sein sollen. Wirklich. „Abbitte“ war ein Gamechanger. Der Film hatte sich sowohl kommerziell als auch in Bezug auf die Kritiken als großer Hit erwiesen. McAvoy wurde mit einem Mal in neuem Licht gesehen, als romantische Hauptrolle. Im Jahr zuvor war ihm nur knapp eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller in „Der letzte König von Schottland“ entgangen. Doch McAvoy hatte Forest Whitaker bei dessen Unterfangen unterstützt, den Oscar als bester Hauptdarsteller mit nach Hause zu nehmen. Er wusste nur zu gut, wie viel Schleimerei nötig waren, um ihn über die Ziellinie zu kommen. „Mir wurde in Bezug auf die Kampagne des Films zu verstehen gegeben, dass meine Bemühungen nur zugunsten anderer waren, was für mich völlig in Ordnung war. Aber bei ‚Abbitte‘, da war ich 26 oder 27, stand für mich fest: Ich kann das nicht, ich will das nicht, ich mache das nicht.“ Er musste eine Entscheidung treffen: Hätte er sich dafür entschieden, hätte ihn der Oscar auf ein völlig neues Level des Ruhms katapultieren können. Doch er entschied sich dagegen. „Es war eine Rolle, die ich nicht übernehmen wollte. Ich leiste gerne meinen Beitrag, um einen Film zu promoten und Tickets zu verkaufen, aber diese Kampagne… Ich habe mich billig gefühlt.“ Er hatte Glück, gibt er zu. Denn er hatte zu diesem Zeitpunkt schon seinen Platz gefunden und würde weiterhin Rollenangebote bekommen, auch ohne über die Witze der Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association zu lachen.

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Nichts davon lässt sich erahnen, wenn man sich den Verlauf seiner Karriere ansieht. Kurz nach „Abbitte“ folgte der erste von vier „X-Men“-Filmen, in denen er eine jüngere Version von Patrick Stewarts Professor Charles Xavier spielt. Er hatte ziemlich viel Spaß dabei, und ihm liegt viel daran, die im Internet kursierenden Gerüchte zu zerschlagen, dass das Gegenteil der Fall sein könne oder dass er der Marvel-Maschinerie kritisch gegenüberstehe. „Tatsächlich war es eine der besten Erfahrungen, die ich mit einem Filmstudio hatte. Es ist für mich nicht nur eine Geldquelle. ‚X Men: Zukunft ist Vergangenheit‘ ist vermutlich einer der besten Filme, in denen ich je mitgespielt habe.“ Eines möchte er aber noch anmerken: „Mein größter Kritikpunkt in Bezug auf die vier Filme ist, dass wir nach dem ersten Film nicht mehr aus der Beziehung zwischen Xavier und Michael Fassbenders Magneto gemacht haben. Das war doch das Rückgrat des ersten Films. Da habe ich mich gefragt, warum wir jetzt schon all unser Pulver verschossen haben.“

Weshalb also haben seine Fans den Eindruck, dass er nichts mit dem Marvel-Universum zu tun haben will, wo doch nach der Übernahme von Century Fox durch Disney damit begonnen wurde, alte Charaktere aus der Versenkung zu holen? „Ich sage sehr schnell, dass ich mit etwas durch bin oder nicht mehr zurückkommen will, weil ich nach vorne schaue.“ Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs gibt es Gerüchte, dass er auch bei „Avengers: Secret Wars“ mit dabei sein wird, der größten Attraktion unter den anstehenden Marvel-Filmen. Von jeder Menge Cameo-Auftritten ist die Rede. Ob Marvel-Boss Kevin Feige ihn bereits angerufen hat? „Ganz sicher nicht. Und wenn, dann würde ich es nicht sagen.“ Und was ist mit der Netflix-Neuauflage von „Die Chroniken von Narnia“? Hat man ihn schon gefragt? Davon scheint McAvoy gerade tatsächlich zum ersten Mal etwas zu hören. „Einen Scheiß haben sie!“

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& November 28 - James McAvoy_Online_04.jpg © Elliot James Kennedy November 28 - James McAvoy_Online_04.jpg

Es gibt eine Story über James McAvoy, die mir besonders gut gefällt. Nicht die mit dem betrunkenen Fan, der ihn in einer Partynacht in Glasgow Anfang der 2000er-Jahre hochgehoben und sein Gesicht abgeleckt hat, wobei mir die auch gut gefällt. Auch nicht die mit dem Fan, der wollte, dass McAvoy auf der Funko POP!-Figur eines anderen Schauspielers unterschreibt. Meine Lieblingsstory, die mit der Supermarktkette M&S, hat 80.000 Likes auf Twitter. Ich überlasse es der Verfasserin des Tweets, sie zu erzählen:

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Ich wurde gerade an die Story erinnert, als meine Tante und ihre Freundin James McAvoy bei M&S in der Byres Road entdeckten und sie zu ihm sagte: ‚Oh Gott, das ist bestimmt Ihr größter Albtraum, zwei Mütter mittleren Alters, die Ihnen durch den Supermarkt folgen.‘. Er sie aber nur geradeheraus ansah und erwiderte: ‚Eigentlich… ist das mein größter Traum.‘

McAvoy muss lachen, als ich ihm die Story wortgetreu erzähle. „Es ist definitiv nicht mein größter Traum. Ich kann mich auch nicht daran erinnern.“ Aber er bestreitet nicht, dass es passiert ist. „Ist doch schön, wenn mir endlich mal jemand zuhört. Meistens wirken die Leute plötzlich abwesend, wenn ich etwas erzähle, das ich lustig finde.“ Sein Highlight aber ist es, auf die „Woher kenne ich Sie nur“-Frage mit völlig ausdrucksloser Miene zu antworten, dass er oft in Schwulenpornos mitspielt. „Meistens stehen die Ehefrauen daneben. Ich finde es unglaublich lustig, aber es kommt nie etwas zurück. Zu schade!“

McAvoy ist durch und durch Glasgower, quasi von Kopf bis Fuß (bei seiner letzten Pediküre ließ er sich seine Nägel in den Celtic-Farben lackieren). Erst letzte Woche hat er seinen Sohn vor Anpfiff des Saisonauftaktspiels mit auf den Platz im Celtic Park genommen. Er kehrt regelmäßig dorthin zurück, auch wenn er heute in London wohnt. Im vergangenen Frühjahr hatte sein West-End-Theaterstück „Cyrano de Bergerac“ ein zweiwöchiges Gastspiel in Glasgow. Ob es für ihn ein feierlicher Moment war? Ein Nachhausekommen? Zum ersten Mal während unseres Gesprächs zögert er. „Das Ensemble war fantastisch, wirklich großartig. Aber wenn ich ehrlich bin, war es ziemlich traurig, weil die meisten Women of Colour aus dem Ensemble jeden Tag rassistisch beleidigt wurden.“ Er berichtet von sexuellen und brutalen Beleidigungen, die sich konkret gegen die weiblichen Ensemble-Mitglieder richteten. „Es hat mich einfach unfassbar traurig gemacht. Ich war wirklich schockiert.“ Es hätte für ihn ein besonderer Moment sein sollen, aber am Ende war er erleichtert, als es vorbei war. „Wir waren froh, als wir Glasgow hinter uns lassen konnten und es nach Brooklyn [der nächsten Station des Stückes] ging. Es war schlimm.“

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"Wir waren froh, als wir Glasgow hinter uns lassen konnten und es nach Brooklyn der nächsten Station des Stückes ging. Es war schlimm."

Er war sich unsicher, ob er es überhaupt erzählen sollte, weil er weiß, wie die Geschichte in seiner Heimat aufgefasst werden könnte. „Wenn es einer von uns woanders zu etwas gebracht hat, wollen die Leute und die Medien in Schottland, dass wir zurückkommen und sagen: ‚Es ist etwas ganz Besonderes. Es ist fantastisch. Es ist toll, wieder hier zu sein. Das schottische Publikum ist einfach das beste.‘ Stattdessen stand ich jeden Tag auf der Bühne und habe mir gewünscht, dass wir woanders wären. Ich hatte das Ensemble dorthin geholt, aber ich wollte überhaupt nicht dort sein.“

& November 28 - James McAvoy_Online_06.jpg © Elliot James Kennedy November 28 - James McAvoy_Online_06.jpg

Ich fühle mich schlecht, als mir Rebecca ein Kompliment für meine Nägel macht, McAvoys Nägel aber mit keinem Wort erwähnt. Seine sähen bestimmt auch gut aus, sage ich. Wenn er sie denn nicht abkauen würde.... Sie fragt ihn, ob er auch auf seiner Haut herumkaue. „Ja… Nagelhaut, Nägel.“ Aber seine Zehennägel sehen toll aus. Vermutlich, weil er nicht an sie herankommt. Rebecca lackiert sie in Blau, Weiß und Rot, den Farben der französischen Flagge. Er wird sie in seinem bevorstehenden Urlaub an den Stränden von Südfrankreich vorführen.

Unsere frisch lackierten Nägel sind am Trocknen. In wenigen Minuten müssen wir wieder hinaus in die Hitze. Ich denke noch einmal an den Moment unseres Gesprächs zurück, in dem er mir erzählt hat, dass er nicht bei der ganzen Preis-Schleimerei mitmachen will. Ich frage ihn, ob es schon zu Beginn seiner Karriere einen konkreten Moment gab, in dem er beschlossen hat, sich selbst treu zu bleiben – so kitschig es auch klingen mag. „Ich habe nie ein Blatt vor den Mund genommen, auch nicht zu Beginn meiner Karriere“, sagt er. „Heute muss ich mich darum nicht mehr so bemühen. Meine großen Gesten von damals, um meine Authentizität zu demonstrieren, waren vermutlich selbst nicht sonderlich authentisch. Aber ich hatte immer Angst, mich zu verlieren.“

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& November 28 - James McAvoy_Online_05.jpg © Elliot James Kennedy November 28 - James McAvoy_Online_05.jpg

Er glaubt, dass er so sehr darauf bedacht war, den richtigen Weg zu verfolgen, dass er Dinge verpasst hat, die ihm vielleicht Spaß gemacht hätten. „Bis in meine Dreißiger habe ich mich vermutlich zu sehr eingeschränkt. Vielleicht habe ich das Leben, mein Sozialleben, nicht in dem Maße ausgekostet, wie ich es hätte tun sollen. Ich glaube, ich hatte Angst, ich könnte mich verrennen und irgendwie als Spaßfigur enden.“ Doch es hatte auch etwas Gutes. Der enorme Fokus, von denen seine Zwanziger und Dreißiger geprägt waren, gibt ihm jetzt die Freiheit, nur dann aus sich herauszukommen, wenn er es möchte. „Jetzt in meinen Vierzigern kann ich meine Arbeit ernst nehmen, ohne mich selbst zu ernst zu nehmen.“

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Wir leeren unsere Prosecco-Gläsern, verabschieden uns, und gehen unseres Weges. Das nächste Mal, als ich McAvoy sehe, einige Monate später auf britischen GQs „Men of the Year“-Party, ist es aus der Ferne. Er ist auf der Tanzfläche, fast den ganzen Abend, und „geht richtig ab“, wie John Boyega auf Instagram verkündet. Die Hüften kreisen, die Fliege ist verschwunden, der Kragen seines Smokinghemds ist aufgeknöpft. Er mag zu Beginn seiner Karriere gehemmt und zugeknöpft gewesen sein. Heute ist er es sicher nicht mehr.

Die dritte Staffel von „His Dark Materials“ erscheint im Dezember auf BBC und HBO***

PRODUCTION CREDITS\Fotos Elliot James Kennedy\Styling Nathan Henry \Grooming Samantha Cooper

ADAPTATION\Anna Ahlers

& GQ_Hype_McAvoy.jpg © Elliot James Kennedy GQ_Hype_McAvoy.jpg
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