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Informiert euch! Empört euch! Solidarisiert euch! Was wir jetzt und in Zukunft gegen Rassismus tun können

ELLE-Logo ELLE 05.06.2020 Nadine Sieger
Jetzt Solidarität zeigen! iStock © iStock Jetzt Solidarität zeigen! iStock

Der gewaltsame Tod von George Floyd hat nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt erschüttert. Und globales Entsetzen und Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Der unbewaffnete 46-jährige Afroamerikaner wurde am 25. Mai in Minneapolis wegen eines vermeintlich gefälschten 20-Dollar-Scheines festgenommen. Und dann von einem weißen Polizist 8 Minuten und 46 Sekunden mit seinem Knie auf der Kehle brutal zu Boden gedrückt, bis er starb. Während seine Kollegen tatenlos zuschauten.

In Amerika leider kein Einzelfall. Die Liste mit Namen der Opfer von rassistisch motivierter Polizeigewalt ist schmerzhaft lang. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Rassismus existiert nicht nur in Amerika, sondern weltweit. Auch in Deutschland. Und dass wir durch unser weißes Privileg die Ausmaße, die vielen unterschiedlichen Formen und tiefgreifenden Folgen dieses institutionellen Rassismus und der alltäglichen Diskriminierung oft nicht wirklich begreifen, unterschätzen oder sogar schlichtweg ignorieren, ist Teil des Problems. Deshalb sind wir alle gefragt. Wir müssen zuhören, uns informieren, lernen und verstehen, was wir gegen Rassismus unternehmen können. Nicht nur jetzt, sondern immer. Wir tragen alle eine soziale Verantwortung.

Es gibt viele Möglichkeiten, Solidarität zu zeigen und einen Beitrag zu leisten. Damit sich endlich etwas in Bewegung setzt und zu langfristigen strukturellen Veränderungen führt. Sich an Protestmärschen zu beteiligen, die mittlerweile auch in ganz Deutschland stattfinden (siehe Info hier: https://linktr.ee/perlalondole), ist ein wichtiger Schritt. Aber es muss noch viel weiter gehen. Und wir müssen alle darüber nachdenken, was wir in Zukunft besser machen können.

Black lives matter: So können wir Solidarität zeigen

1. Spendet Geld an Organisationen, die sich gegen Rassismus einsetzen

Viele Organisationen machen sich schon seit Jahrzehnten gegen Rassismus und Diskriminierung stark. Die NAACP ist eine der ältesten und erfolgreichsten Bürgerrechtsorganisationen, verfolgt schon seit über 100 Jahren ihre Mission und ist auch jetzt mit allen Mitteln aktiv beteiligt. #BlackLivesMatter wurde 2013, nach dem ebenfalls durch Polizeigewalt verursachten Tod von Trayvon Martin, gegründet und ist mittlerweile eine der bekanntesten internationalen Anti-Rassismus-Organisationen. Direkte Spenden können über GoFundMe auch an die Hinterbliebenen von George Floyd gehen, der am 25. Mai durch Polizeigewalt getötet wurde. So wie Breonna Taylor, die im März in ihrer eigenen Wohnung von der Polizei erschossen wurde. Tony McDade, der im Mai in Florida durch Polizeihand ums Leben gekommen ist. David McAtee, der diese Woche bei einem friedlichen Protest in Kentucky durch Polizeigewalt sein Leben verloren hat. Und Ahmaud Arbery, der im Februar beim Joggen von zwei weißen Zivilisten in Georgia erschossen wurde. Und für alle Demonstranten, die in den letzten Tagen in Amerika zu Unrecht festgenommen worden, hat die Organisation Community Justice Exchange die verschiedenen Hilfsfonds der einzelnen Staaten aufgelistet, die man finanziell unterstützen kann.

2. Informiert und bildet euch mit Dokumentation, Büchern und Podcasts zum Thema Rassismus

Um wirklich zu verstehen, sollte man Zeit investieren und sich auf vielen Ebenen weiterbilden. Zahlreiche Bücher wie „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen – aber wissen sollten“ von Alice Hasters, „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ von der britischen Autorin Reni Eddo-Lodge und Dokumentation wie „Afro.Deutschland“ von der deutschen Journalistin Jana Pareigis verdeutlichen die Problematik. Besonders eindrucksvoll, schockierend und lehrreich ist der New York Times Podcast „1619 Project“, der Sklaverei von allen Seiten historisch beleuchtet, bis zu den globalen Auswirkungen in unsere heutige Zeit.

3. Unterzeichnet Petitionen 

Zahlreiche Organisationen wie Color of Change, Moveon.org und Change.org haben Petitionen ins Leben gerufen, die auf juristischer und politischer Ebene Gerechtigkeit für die vielen Opfer von Polizeigewalt wie George Floyd, Breonna Taylor, Tony McDade und David McAtee und die Reformierung des Justizsystems einfordern. Sich aber auch als Kampagnenplattform online mit Unterschriften gegen andere systematische und rassistisch motivierte Ungerechtigkeiten auflehnen.

4. Unterstützt Unternehmen der People of Color-Community

Auch bei jeder Kaufentscheidung tragen wir soziale Verantwortung! Deshalb ganz bewusst bei Labels shoppen, die von schwarzen Kreativen gegründet wurden. Kauft Wein von den McBride Sisters, die mit ihren Gütern in Kalifornien und Neuseeland mittlerweile die größte afroamerikanische Wein-Firma besitzen. Bestellt die leckeren Kurkuma-Wellness-Elixiere von Golde, einem kleinen Unternehmen aus Brooklyn. Schmuck der New Yorker Designerin Melanie Marie. Oder die umweltfreundlichen Reinigungs- und Waschmittel von Angela Richardsons PUR Home. Probiert die goldenen Rasierer von Karen Youngs Oui The People aus. Die Gesichtsreinigungstücher von Lauren Napier Beauty. Oder Unterwäsche in ALLEN Nude-Tönen von Nubian Skin der britischen Designerin Ade Hassan. Und die Beauty-Produkte von 2.4.1 Cosmetics der Zwillingsschwestern Feven und Helena.

5. Folgt Anti-Rassismus-Organisationen und POC-Aktivisten und -Kreativen auf den sozialen Medien

Ein paar Instagram-Posts alleine genügen nicht. Folgt einflussreichen schwarzen Aktivisten und Organisationen in den sozialen Medien. Und haltet euch langfristig über Aktionen, aktuelle Ereignisse und neuste Fakten auf dem Laufenden. Antiracism Center teilt zum Beispiel wichtige allgemeine und aktuelle Daten und Statistiken mit. Lasst euch von der Perspektive, den Worten und Gedanken von Kreativen der People of Color-Community wie den US-Autorinnen Cleo Wade und Rachel Cargle inspirieren. Und von den vielen wichtigen deutschen Stimmen wie Diversity-Trainerin Tupoka Ogette, Journalistin Aminata Belli und Moderator/Video-Kolumnist Tarik Tesfu, die Augen öffnen und Impulse geben.

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