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Woher Sie jetzt einen Mundschutz bekommen – und was Sie beim Tragen beachten müssen

WELT-Logo WELT 25.04.2020 Jean Mikhail
In vielen Bundesländern sind das Einkaufen und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nur noch mit Maske möglich. Wie Sie ihre selbstgenähte Stoffmaske nach dem Gebrauch richtig desinfizieren, erfahren Sie in diesem Video. Quelle: WELT/Perdita Heise © WELT/Perdita Heise In vielen Bundesländern sind das Einkaufen und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nur noch mit Maske möglich. Wie Sie ihre selbstgenähte Stoffmaske nach dem Gebrauch richtig desinfizieren, erfahren Sie in diesem Video. Quelle: WELT/Perdita Heise

Geht man nach der Wortherkunft, ist das Tragen einer Maske eigentlich für heitere Anlässe gedacht. Denn seinen Ursprung hat der Begriff vermutlich im arabischen „Mashara“, was sich ungefähr mit „Witz“, „Scherz“ oder als Adjektiv auch mit „lächerlich“ übersetzen lässt. Doch in Zeiten des weltweit wütenden Coronavirus sind Masken alles andere als lächerlich. So betont auch Virologe Christian Drosten: „Masken sind eine Ergänzung der Maßnahmen und eine Erinnerung für alle an den Ernst der Lage!“

Mitarbeiter der Feuerwehr verteilen auf einem Wochenmarkt Mund-Nasen-Schutzmasken. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/Symbolbild © dpa-infocom GmbH Mitarbeiter der Feuerwehr verteilen auf einem Wochenmarkt Mund-Nasen-Schutzmasken. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/Symbolbild

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vergangene Woche das Tragen sogenannter Alltagsmasken in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel bundesweit „dringend empfohlen“.

Inzwischen hat der Großteil der Bundesländer eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr beschlossen: Sie gilt ab jetzt oder in Kürze in Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Damit sind oder werden solche Alltagsmasken oder ersatzweise Schals in 10 der 16 Bundesländer vorgeschrieben, mal an mehr, mal an weniger Orten.

Doch wo kriegen Bürger in diesen Ländern jetzt eine Maske her? Und was muss beim Tragen und bei der Pflege beachtet werden?

FFP-Masken, OP-Masken und Alltagsmasken

Generell muss zwischen drei Arten von Masken unterschieden werden. Am wirksamsten gegen Viren sind FFP-Masken, welche allerdings gerade weltweit knapp sind – und in Deutschland vor allem für medizinisches Pflegepersonal und Ärzte sinnvoll sind und dem Gesundheitssystem vorbehalten werden sollten.

Dann gibt es Einweg-OP-Masken, die man derzeit in manchen Apotheken kaufen kann, für etwa 2,50 Euro, teilweise auch im Zehnerpack. Vielerorts sind sie allerdings ausverkauft. Die OP-Masken sollten entsorgt werden, sobald sie feucht sind, maximal aber nach acht Stunden Nutzung.

In Österreich werden solche Masken vor Supermärkten verteilt. Hierzulande ist das vielfach jedoch noch nicht der Fall und auch nicht vorgeschrieben - auch wenn es für Geschäfte sinnvoll wäre, dies anzubieten. Gleiches gilt für Friseure, die ab Anfang Mai wieder öffnen dürfen, dabei aber auch auf Masken bei Personal und Kunden zurückgreifen sollen. Aber: Auch der Handel kann Atemschutzmasken nicht flächendeckend zur Verfügung stellen, da es zu wenige gibt.

Am weitesten verbreitet dürften in der Bevölkerung aber Stoffbedeckungen sein, die sogenannten Alltagsmasken. Auch die schützen zwar nicht den Träger selbst, aber die Mitmenschen. Notfalls reiche es auch, sich einen Schal über das Gesicht zu ziehen, ist immer wieder zu hören, auch von Kanzlerin Merkel. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte im Gespräch mit WELT diese Woche: „Die Großeltern, die Tanten und Onkels schneidern wie die Weltmeister“.

Zur Eigenherstellung benötigt man zum Beispiel ein Halstuch, eine Stoffserviette oder generell ein Stück Baumwolle, dazu Gummibänder oder Haargummis oder Nähgarn. Videotutorials zeigen auf YouTube, wie man daraus dann eine Maske faltet, auch ohne Nähmaschine.

Alternativ können lokale Schneidereien eine Anlaufstelle für Masken sein, auch auf Wochenmärkten finden sich immer wieder Stände - und auch online gibt es immer mehr regionale Shops, die solche Gesichtsbedeckungen bundesweit anbieten, meist für einen Preis von 10 bis 15 Euro. Allerdings kann sich die Lieferung bei allen Shops aufgrund der hohen Nachfrage verzögern.

Jeden Tag bei 60 Grad waschen

Wichtig: Baumwoll-Masken müssen häufig und gründlich gereinigt werden, sonst werden sie selbst zu Virenschleudern. Sie sollten im Bestfall täglich bei mindestens 60 Grad gewaschen und vollständig getrocknet werden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Fraglich ist, ob sich daran wirklich alle Bürger halten. Im Zweifel sind hier womöglich OP-Masken sinnvoller - die aber wiederum knapper sind.

Das Tragen von Masken bringt aber auch Nachteile mit sich. Smartphone-Nutzer, die bei ihrem Gerät Gesichtserkennung nutzen, könnten bei der Entsperrung Probleme bekommen und sollten auf andere Varianten wie PIN oder Fingerabdruck umsteigen.

Und auch gesundheitlich ist das lange Tragen von Mundschutz nicht nur förderlich. Bereits nach 30 Minuten Tragedauer kann es zu einem signifikanten Anstieg der CO2-Werte im Blut kommen, da die ausgeatmete Luft nicht so gut entweichen kann. Das ergab eine Studie der TU München im Rahmen der Doktorarbeit von Ulrike Butz: „Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal“. Dadurch kann es zu Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Störungen in der Feinmotorik, unregelmäßigem Herzschlag und zu einem beschleunigten Atmen kommen.

Ein zu langes Tragen einer Maske am Stück kann müde machen Quelle: dpa-infocom GmbH © dpa-infocom GmbH Ein zu langes Tragen einer Maske am Stück kann müde machen Quelle: dpa-infocom GmbH

Ein ständiges Aus- und wieder Anziehen der Masken ist aber auch nicht sinnvoll, da so das Risiko einer Kontamination erhöht wird. Unterwegs sollte man sie also, wenn überhaupt, zum Durchatmen eher unters Kinn schieben, aber weitertragen.

Die Innenseite des Stoffteils, der Mund und Nase bedeckt, sollte generell nicht mit den Händen berührt werden, um eine Kontamination zu verhindern. Es sei denn, diese wurden direkt davor gewaschen oder desinfiziert. Denn sonst könnte sich der Wortursprung doch bewahrheiten und das Tragen der Maske am Ende doch lächerlich gewesen sein.

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