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Welche deutschen Bundesländer Lockerungen planen

TRAVELBOOK-Logo TRAVELBOOK vor 6 Tagen TRAVELBOOK

Erst vor Kurzem hat der Bundestag wegen der angespannten Corona-Lage in Deutschland eine bundesweit einheitliche „Corona-Notbremse“ beschlossen, da versprechen Bayern und Niedersachsen schon erste eigenständige Öffnungsschritte. Wie die aussehen, ab wann sie gelten und was die Notbremse für Reisende bedeutet – TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Bayern Urlaub © Getty Images Bayern Urlaub

Mit bundesweit einheitlichen Regeln soll die dritte Corona-Welle eingedämmt werden – dafür hat der Bundestag am 21. April eine einheitliche „Notbremse“ beschlossen. Die Folge sind unter anderem strengere Bestimmungen für Geschäfte und öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten, sowie bundesweite nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Auch private Kontakte bleiben eingeschränkt.

Die Beschränkungen greifen überall dort, wo die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Die „Notbremse“ bleibt so lange in Kraft, bis die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet. Aktuell gelten die Beschränkungen bis zum 30. Juni.

Was gilt für touristische Angebote? Und für Reisen innerhalb Deutschlands? Darf ich nachts noch unterwegs sein? TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Übersicht

  • Bayern und Niedersachsen planen baldige Öffnungen
  • Rheinland-Pfalz erwägt Lockerungen für Urlauber
  • Ist Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich?
  • Was ist, wenn ich bei einer Reise noch nach 22 Uhr unterwegs bin?
  • Was gilt für touristische Angebote und Freizeiteinrichtungen?
  • Testpflicht für Reiserückkehrer

Bayern und Niedersachsen planen baldige Öffnungen

Trotz der bundesweiten Regelung preschte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am 3. Mai 2021 vor und versprach neue Regeln und mögliche Lockerungen ab dem 10. Mai. Voraussetzung: Inzidenzen unter 100 und ein stabiles oder rückläufiges Infektionsgeschehen. In allen bayrischen Regionen, in denen das der Fall ist, könnte ab kommender Woche wieder die Außengastronomie geöffnet werden – mit Test und Termin sowie Maske bis zum Platz. Das Gleiche gilt laut Söder auch für Theater und Kinos. Doch das ist längst nicht alles, was der bayrische Ministerpräsident verspricht. Auch der Tourismusbranche macht er Hoffnung, ebenso wie allen Urlaubshungrigen, die Lust auf Urlaub in Deutschlands Süden haben. Söder sagte in der Pressekonferenz: „Wir wollen zu Pfingsten eine Tourismusperspektive haben für Hotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen.“ Liege die Inzidenz unter 100 „sollte eine Öffnung mit Hygienekonzepten möglich sein.“

Niedersachsen hat ähnliche Pläne wie Bayern und stellte die in einer Pressekonferenz der Ministerpräsidenten am 4. Mai 2021 vor. Auch in dem nördlichen Bundesland sind in den Kommunen vorsichtige Öffnungen geplant, in denen die Inzidenz unter 100 liegt. Aktuell wird die Corona-Verordnung dahingehend überarbeitet. Bereits ab dem 10. Mai 2021 könnte in einigen Landesteilen die Außengastronomie wieder öffnen, zwei Wochen später dann auch die Innenbereiche. Auch für die Tourismusbranche sind stufenweise Öffnungen angedacht. Ab kommenden Montag dürfen Hotels, Campingplätze, Jugendherbergen und Co. bei einer Inzidenz unter 100 wieder öffnen – vorerst jedoch nur für Menschen aus Niedersachsen. Die Auslastungsgrenze liegt zunächst bei 60 Prozent. Zwei Wochen später soll geprüft werden, ob auch Urlauber aus anderen Bundesländern und vielleicht sogar aus dem Ausland für touristische Übernachtungen nach Niedersachsen kommen dürfen. Öffnungen soll es auch bei Freizeit- und Kulturveranstaltungen geben. Die sollen bei einer Inzidenz unter 100 wieder unter freiem Himmel möglich sein. Die Lockerungen gelten laut Ministerpräsident Stephan Weil nur für Geimpfte und negativ Getestete. Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben bestehen.

Rheinland-Pfalz erwägt Lockerungen für Urlauber


Galerie: COVID-19 in Europa – Chancen auf Urlaub steigen (dw.com)

Auch in Rheinland-Pfalz könnte es aufgrund rückläufiger Infektionszahlen bald Lockerungen geben. Allerdings nur in Regionen mit einer Inzidenz unter 100 und unter Corona-Auflagen, berichtet der Südwestrundfunk (SWR) unter Bezugnahme auf diesbezügliche Äußerungen der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Denkbar sei, den Urlaub in den Pfingstferien, etwa in der eigenen Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz mit eigenen Sanitäranlagen, wieder möglich zu machen. Entschieden ist aber noch nichts. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will erst am Freitag (7. Mai) über mögliche Lockerungen beraten.

Ist Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich?

Theoretisch ist das Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich, denn ein generelles Reiseverbot gibt es nicht. Hotels & Co. bleiben in den meisten Bundesländern jedoch weiterhin geschlossen. Das heißt, Reisen geht, Übernachten nicht, solange man am Urlaubsort beispielsweise keine eigene Ferienwohnung hat.

Während des Lockdowns gilt weiter der Appell, auf „nicht zwingend notwendige Reisen“ zu verzichten. Dazu zählen private Reisen und Besuche – auch von Verwandten. Das gilt auch in Deutschland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Wer sich dennoch zu einem Tagesausflug entscheidet, sollte vor Beginn der nächtlichen Ausgangssperre wieder zu Hause sein.

Ausnahmen sind Bayern und Niedersachen (siehe oben) sowie verschiedenen Modell-Regionen. In Schleswig-Holstein wird seit 19. April in einigen Modellregionen getestet, wie ein Corona-konformer Urlaub möglich sein kann. Mehr dazu lesen hier.

Was ist, wenn ich bei einer Reise noch nach 22 Uhr unterwegs bin?

Die Bundes-Notbremse beinhaltet Ausgangssperren zwischen 22 und 5 Uhr. Gerade bei längeren Autofahrten, Zugreisen und vor allem auch bei Flügen kann es sein, dass man erst nach 22 Uhr sein Ziel oder seine Heimat wieder erreicht. Doch was passiert dann? Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte: „Wer in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr aus Anlass einer touristischen Reise reisen möchte, sollte besser umbuchen oder umplanen.“ Im Zweifelsfall drohe ein Bußgeld. Auch wenn sowohl der Luftfahrtverband BDL als auch der Deutsche Reiseverband DRV Ausnahmen bei An- und Abreise forderten, blieben diese bislang ohne Ergebnis.

Doch was ist, wenn ich einen Flug bereits gebucht habe? Es handelt sich hierbei um eine Grauzone. Auf Seiten der Verbraucher steht zumindest der Reiserechtsanwalt Kay Rodegra. Er sagte im ARD-Morgenmagazin, die An- und Abreise zum und vom Flughafen während der Zeit der Ausgangssperre sei für gebuchte Reisen seiner Ansicht nach rechtmäßig. Auch seitens des Bundesinnenministeriums gibt es kein eindeutiges Verbot. Dort heißt es, die Kontrolleure von Polizei oder Ordnungsämtern müssten im Einzelfall nach Ermessen und mit gesundem Menschenverstand entscheiden, ob jemand einen glaubhaften Grund nennen könne, weshalb er unterwegs sei.

Grundsätzlich sollten Reisende beachten, dass die Ausgangssperre eine Reihe von Ausnahmen beinhaltet. Eine dienstliche Flugreise ist beispielsweise möglich, ebenso wie der Aufenthalt zur Berufsausübung. Auch in Fällen des Sorge- und Umgangsrecht oder in medizinischen Notfällen bei Mensch und Tier gibt es Ausnahmen.

Ausführliche Informationen zu Bahnreisen während Corona finden Sie hier.

Was gilt für touristische Angebote und Freizeiteinrichtungen?

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass sobald die Notbremse greift, auch Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben müssen. Dazu gehören etwa Thermen und Wellnesseinrichtungen. Auch Stadtführungen und Ausflugsfahrten mit Schiff, Bus oder Bahn sind im aktuellen Lockdown nicht möglich.

Testpflicht für Reiserückkehrer

Sind Reisen in Deutschland im Lockdown weiterhin schwierig, gilt das nicht unbedingt für beliebte Urlaubsländer. So ist es zum Beispiel möglich, mit einem negativen Corona-Test nach Mallorca zu fliegen. Allerdings haben Bund und Länder beschlossen, dass alle Reiserückkehrer vor dem Rückflug nach Deutschland einen Coronatest machen müssen. Die Testpflicht gilt unabhängig davon, ob der oder die Reisende in einem Risikogebiet war oder nicht.

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