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Skid Row – das gefährlichste Viertel in Los Angeles

TRAVELBOOK-Logo TRAVELBOOK 09.05.2021 Larissa Königs

Los Angeles steht in Deutschland oft als Synonym für Glanz und Glamour, Stars und Hollywood. Doch die Stadt ist ebenso geprägt von all jenen, die es nicht geschafft haben. An wenigen Orten in den USA ist die Arbeitslosigkeit so hoch, gibt es so viele Obdachlose. Viele von ihnen befinden sich in Los Angeles an einem Ort: in Skid Row. TRAVELBOOK kennt die Geschichte des Viertels.

Das legale Graffiti „Skid Row City Limit“ ist eines der Wahrzeichen des Bezirks © Getty Images Das legale Graffiti „Skid Row City Limit“ ist eines der Wahrzeichen des Bezirks

Wer schon eimal Los Angeles besucht hat, wird mutmaßlich auch Obdachlose gesehen haben. Elend und Armut gehören in der Metropole an der Westküste zum Stadtbild. Während in Berlin im Jahr 2020 etwa 2000 Menschen auf der Straße lebten, waren es im Bezirk Los Angeles einer Erhebung der Obdachlosenhilfe „LAHSA“ zufolge mehr als 66.000. Viele von ihnen leben in einem Viertel, das von Touristen besser gemieden werden sollte: Skid Row.

Skid Row liegt in Downtown L.A. und ist überregional bekannt, weil es hier die größte Population Obdachloser in den USA gibt. Bis zu 50.000 Menschen ohne festen Wohnsitz leben hier teilweise. Der Name „Skid Row“ wird in den USA oft als Synonym mit „Arbeiter-Ghetto“ verwendet und ist oft ein „Spitzname“ für Gegenden, die von großer Armut geprägt sind. Es spricht nun fast für sich, dass es sich bei dem Bezirk in Los Angeles tatsächlich um den offiziellen Namen handelt. Doch wie kam es dazu, dass gerade dieses Viertel so herunterkam?

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Die Geschichte von Skid Row

Die Geschichte von Skid Row beginnt vor mehr als 100 Jahren, Ende des 19. Jahrhunderts. Das Viertel wurde speziell für Saisonarbeiter errichtet, doch schon in den 1930er Jahren lebten hier Tausende Obdachlose. In der Folge wurde Skid Row schnell zu einem Hotspot für Verbrechen. Schon Ende der 40er Jahre gab es erste Razzien, die das Problem beheben sollten – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Als in den 60er Jahren zahlreiche Gebäude in dem Bezirk abgerissen wurden, verstärkte sich das Problem der Obdachlosigkeit noch weiter.

Viele Bewohner von Skid Row waren zudem Alkoholiker, wie die Historikerin Kim Cooper TRAVELBOOK erzählte. „Es gibt den Begriff ‘Skid Row bum‘, mit dem Menschen beschrieben werden, die ganz am Ende sind. Viele Menschen in Skid Row hatten nichts mehr, kein Zuhause, keine Ehe, keine Familie – und saßen am Straßenrand und tranken“, berichtet Cooper. Deswegen wurde hier auch eine der ersten Stellen der Anonymen Alkoholiker an der Westküste geschaffen. Doch auch wenn es einigen Initiativen gab, um den Menschen in dem Viertel zu helfen, waren längst nicht alle den Menschen dort wohlgesonnen.

So wurde etwa im Jahr 2005 bekannt, dass Krankenhäuser obdachlose oder drogenabhängige Kranke, die nicht für die Behandlungskosten aufkommen konnten, nach Skid Row brachten und dort sich selbst überließen. Die in den USA „Patient Dumping“ genannte Praxis ist illegal. Dennoch wurden seitdem mehr als 150 Fälle dieser Art gemeldet, wie unter anderem der „Guardian“ berichtete.

In Skid Row gibt es die größte Ansiedlung von Obdachlosen in den ganzen USA Foto: Getty Images © Getty Images In Skid Row gibt es die größte Ansiedlung von Obdachlosen in den ganzen USA Foto: Getty Images

Raubüberfälle, Autodiebstähle, Mordfälle

Doch den meisten Touristen sind diese Informationen nicht bekannt. In zahlreichen Reiseberichten in Los Angeles wird davor gewarnt, das Viertel zu betreten. Vor allem nachts sollte man einen großen Umweg machen. Diese Warnungen sind durchaus gerechtfertigt: Innerhalb von Downtown Los Angeles, zu dem insgesamt neun Viertel gehören, fallen mehr als die Hälfte der Verbrechen auf den Bezirk Skid Row. Besonders oft werden Autodiebstähle, Raubüberfälle und schwere Körperverletzung verübt.

Es passt zu dem Viertel, dass hier eines der berüchtigtsten Hotels der Stadt steht: das Cecil Hotel. In dem Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Hotel wurde nicht nur ein Mord begangen. Hier lebten auch gleich zwei Serienmörder und es gab einen mysteriösen Todesfall, der bis heute nicht aufgeklärt wurde.

Foto: Collage / Getty Images © Collage / Getty Images Foto: Collage / Getty Images

Die ganze Geschichte des Cecil Hotels hören Sie in der zweiten Folge unseres Podcasts Tatort Reise: Die fürchterliche Geschichte von Hollywoods-Horror-Hotel

Doch so schrecklich die Vergangenheit des Cecil ist – für Kim Cooper besteht das wahre Verbrechen in der Art, wie mit den Menschen in Skid Row umgegangen wird. „Der Grund, warum es hier so viele Obdachlose Menschen gibt und zu wenig bezahlbaren Wohnraum, ist zum einen, dass man sich nicht um die Armen kümmert. Und zum anderen Korruption“, berichtet Cooper. So wurde erst im vergangenen Jahr der Abgeordnete Jose Huizar wegen Korruption verurteilt.

Dennoch hat Cooper die Hoffnung, dass man den Bezirk noch retten kann. So wurde bereits mit dem Projekt „Safer Citites“ die Polizeipräsenz in dem Viertel erhöht. Allerdings blieben verschiedene Initiativen, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen, bislang ohne Erfolg. Und so bleibt Skid Row auch weiterhin das gefährlichste und traurigste Viertel in Los Angeles.

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