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Bundesregierung hat „größere Mengen“ von möglichem Covid-19-Medikament gesichert

WELT-Logo WELT 18.03.2020
Die Corona-Krise hält die ganze Welt fest in ihrem Griff. Wie sehr, zeigen diese Fotos, die vor und nach Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus entstanden sind. Quelle: WELT/Christoph Hipp © WELT/Christoph Hipp Die Corona-Krise hält die ganze Welt fest in ihrem Griff. Wie sehr, zeigen diese Fotos, die vor und nach Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus entstanden sind. Quelle: WELT/Christoph Hipp

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will das Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Mittwoch mitteilte, soll in der kommenden Woche mit einer Studie an Menschen begonnen werden. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Laut Kremsner ist Chloroquin schon sehr lange als Mittel gegen Malaria auf dem Markt. Es wirke aber auch gegen viele Viren – unter anderem gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten.

In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden.

Institutsdirektor Peter Kremsner Quelle: pa/dpa/Michael Latz © pa/dpa/Michael Latz Institutsdirektor Peter Kremsner Quelle: pa/dpa/Michael Latz

Unklar sei aber, ob die Behandlungen erfolgreich waren, da die Erkrankten Chloroquin zum Teil in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamente bekommen hätten. „Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet“, sagte Kremsner.

Die Tübinger Tropenmediziner wollen mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Der Antrag für die Studie sollte am Mittwoch bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht werden.

Die Bundesregierung hat „größere Mengen“ Chloroquin für Deutschland gesichert. „Wir haben für die Bundesrepublik Deutschland bei Bayer bereits größere Mengen Chloroquine reserviert“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gleichzeitig würden deutsche Behörden alle Studien dazu mit Hochdruck begleiten. „Wir wollen schnell wissen, ob dieses Medikament bei Corona hilft.“

Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen © pa/Paul Mehnert/Universität Tübingen/dpa Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen

Nach US-Medienberichten soll Bayer auch der US-Regierung größere Mengen von Chloroquin zugesagt haben. Der enthaltene Wirkstoff war in der Vergangenheit zur Malaria-Prophylaxe eingesetzt worden. 

Medikamente sind immer nur für bestimmte Krankheiten zugelassen, zuständig dafür ist das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Ärzte können sie nur in Ausnahmefällen davon abweichend in Heilversuchen an einzelne Patienten geben.

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