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Coronavirus: Donald Trump erwägt, New York unter Quarantäne zu stellen

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 28.03.2020 Steffen Lüdke

© ANGELA WEISS/ AFP

Mehr als 700 Tote und 50.000 Infizierte: Der Bundesstaat New York ist das Zentrum der Coronakrise in den USA. Präsident Trump erwägt nun, diese und zwei weitere Regionen abzuschotten.

US-Präsident Donald Trump erwägt in der Coronakrise, New York und andere besonders betroffene Landesteile abzuschotten. "Einige Leute würden New York gerne unter Quarantäne gestellt sehen, weil es ein Hotspot ist", sagte Trump am Samstag zu Reportern.

Im Raum stehen demnach Reisebeschränkungen für Bewohner von Regionen, in denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Neben New York werde auch über New Jersey und gewisse Teile von Conneticut nachgedacht, sagte Trump. Eine Entscheidung falle bald, kündigte er auf dem Nachrichtendienst Twitter an.

Viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. "Das wollen wir nicht", sagte Trump. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: "Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es." Für den Fall, dass solche Maßnahmen ergriffen werden müssten, würden diese für kurze Zeit gelten. Trump sprach von zwei Wochen.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, reagierte verärgert auf Trumps Aussagen. "Ich habe nicht mit ihm über irgendeine Quarantäne gesprochen", sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Ich weiß nicht einmal, was das bedeutet." Er wisse auch nicht, wie eine solche Regelung rechtlich durchgesetzt werden solle.

New York steht im Zentrum des Corona-Ausbruchs

Die USA haben weltweit die meisten Corona-Fälle. Der Staat New York ist das Zentrum des Ausbruchs. Inzwischen sind dort 728 Menschen gestorben, mehr als 52.000 haben sich nachweislich infiziert. In New York City gilt seit dieser Woche eine Ausgangssperre. Alle die noch ausreisen konnten, zwingt die US-Regierung in eine zweiwöchige Quarantäne.

Der Höhepunkt der Infektionswelle wird für in ein paar Wochen erwartet. Das Netz der Kliniken in New York City steht schon jetzt vor dem Kollaps. "Sie rationieren die Schutzausrüstung", erzählte die 33-jährige Diana Torres, Krankenschwester am Mount-Sinai-Krankenhaus in New York.

Insgesamt sollen in der Stadt acht temporäre Krankenhäuser errichtet werden, um Abhilfe zu schaffen. Am Freitag wurde ein erstes Krankenhaus fertiggestellt. Im Messezentrum Javits Center stehen nun 1000 Betten bereit.

US-Militär setzt Lazarettschiffe ein

Zur Entlastung der Krankenhäuser werden Lazarettschiffe des US-Militärs eingesetzt. In Los Angeles ist ein erstes solches Schiff eingetroffen. Auf ihm sollen ausschließlich Patienten behandelt werden, die nicht an Covid-19 leiden. Trump wollte am Samstag im US-Bundesstaat Virginia beim Auslaufen eines weiteren Lazarettschiffs dabei sein, das nach New York fahren soll.

Wegen der Coronakrise hat der Bundesstaat New York auch die Vorwahlen im Präsidentschaftsrennen verlegt. Statt am 28. April werden die Abstimmungen nun am 23. Juni stattfinden.

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