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Covid-19: Corona in Deutschland in der Zusammenfassung

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 18.06.2021 Imöhl, Sören Ivanov, Angelika
Die Corona-Entwicklung und aktuelle Zahlen in Deutschland in der Zusammenfassung: Vom aktuellen Stand bis zum ersten Lockdown 2020. © dpa Die Corona-Entwicklung und aktuelle Zahlen in Deutschland in der Zusammenfassung: Vom aktuellen Stand bis zum ersten Lockdown 2020.

Die Inzidenzwerte werden wieder besser. Langsam greifen auch die Impfungen. Die Zusammenfassung der aktuelle Lage und der einzelnen Entscheidungen seit Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19.

Weltweit steigt die Zahl der Infizierten - aber langsamer. In Deutschland werden zwar immer neue Ansteckungs- und Todesfälle durch das Coronavirus bekannt. Doch insgesamt sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz, die Maskenpflicht wird gelockert, die Gastronomie hat wieder geöffnet.

Begonnen hat die Corona-Pandemie in Deutschland offiziell am 27. Januar 2020. An diesem Tag wurde in Bayern der erste Fall bekannt. Ein 33-jähriger Mitarbeiter der Autozuliefererfirma Webasto hat sich bei einer chinesischen Kollegin aus Schanghai angesteckt, die mit ihm an einer Schulung des Unternehmens in Bayern teilgenommen hatte. Kurz darauf verbreitete sich das hochansteckende Virus auch in anderen Gebieten Deutschlands rasant.

Mittlerweile haben sich nahezu vier Millionen Menschen in Deutschland mit Corona infiziert. Die Corona-Zusammenfassung zeigt die wichtigsten Stationen sowie die Entwicklung des Virus SARS-CoV-2 in Deutschland 2020 und 2021 – beginnend mit dem aktuellen Stand, dem ersten und zweiten Lockdown in Deutschland und zum ersten Corona-Fall. Aktuelle Nachrichten finden Sie im Corona-Newsblog.

Corona in Deutschland in der Zusammenfassung bis zum aktuellen Stand 2021

18. Juni 2021 – Auch bei niedriger Inzidenz rät RKI-Chef weiterhin zu Abstand und Schutzmasken

Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt auf der Bundespressekonferenz die Bevölkerung vor allem vor der Delta-Variante. In Großbritannien gingen 90 Prozent der Infektionen auf diese Virusvariante zurück. Trotz erfolgreicher Impfkampagne würden die Fallzahlen wieder deutlich steigen. Bei einer vollständigen Impfung würden schwere Verläufe abgewendet, bei einer unvollständigen Impfung werde das Virus weiterhin übertragen.

Derzeit spiele die Variante in Deutschland noch keine allzu große Rolle, so Wieler. Sie mache etwa 6 Prozent der Infektionen aus. Dies könne sich aber schnell ändern.

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Großbritannien sei es auch in Deutschland trotz niedriger Fallzahlen weiterhin wichtig, die Vorsichtsmaßnahmen – wie etwa Kontaktreduzierung, Abstandhalten, Schutzmasken und die Hygieneregeln – weiterhin zu beachten, mahnt Wieler. Die 7-Tages Inzidenz liegt derzeit bei 10,3. Zudem appelliert der RKI-Chef an die Bevölkerung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Aktuelle Corona-Infektionszahlen in Deutschland

Laut RKI sind aktuell in Deutschland insgesamt 3.720.031 Menschen mit dem Coronavirus infiziert gewesen oder noch infiziert. Das entspricht einem Plus von 1076 neuen Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag. Davon sind laut RKI bislang rund 3.598.100 Menschen als genesen gemeldet.

Im Vergleich zum Vortag ist das ein Plus von rund 3.400 genesenen Personen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Deutschland liegt aktuell bei rund 31.600 Menschen. Das sind laut RKI rund 2.400 aktive Corona-Fälle weniger als gestern.

Seit Ausbruch im Februar 2020 sind in Deutschland laut RKI-Angaben 90.270 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben – ein Plus von 91 Todesfällen im Vergleich zum Vortag. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt laut Robert Koch-Institut aktuell bei 10,3 und damit erneut gesunken.

Die aktuelle Corona-Impfquote liegt aktuell bei 29,6 Prozent. Dies bezieht sich auf den Anteil der vollständig geimpften Personen. 50,1 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland haben mindestens ihre Erstimpfung erhalten. (Stand 18. Juni 2021)

Die aktuelle Corona-Lage zeigt das Robert Koch-InstitutDie wichtigsten Antworten zum Coronavirus auf der Homepage der GesundheitsbehördeInteraktive Karte zur Ausbreitung des Virus in Deutschland nach Bundesländern oder Landkreisen sortiert

17. Juni 2021 – Delta-Variante breitet sich in Deutschland aus

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Noch ist sie wenig verbreitet, allerdings nimmt ihr Anteil rapide zu. Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen.

In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, berichtete die BBC. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Nach den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts gingen in Deutschland zwischen dem 31. Mai und dem 6. Juni 6,2 Prozent aller Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurück. In der Woche zuvor hatte der Anteil noch bei 3,7 Prozent gelegen. Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass die Delta-Variante „sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren“ wird.

Bundesrechnungshof kritisiert Gesundheitsministerium

Der Bundesrechnungshof hat laut „Spiegel“ die Beschaffungskosten von Masken durch das Gesundheitsministerium kritisiert. Er moniert, die von Spahn beschafften 5,8 Milliarden Masken hätten den – für sich auch schon unhaltbaren, vom Ministerium berechneten – Bedarf von 4,7 Milliarden „noch um 23 Prozent“ überstiegen. Die Kosten beliefen sich auf 6,3 Milliarden Euro – hinzu kämen noch „Annexkosten“ von bisher 320 Millionen für Rechtshändel und Entsorgung. 

Die „Überbeschaffung in diesem Ausmaß“ sei „vermeidbar“ gewesen, bilanzieren die Finanzkontrolleure. Zudem sei vieles unzureichend dokumentiert worden. Das Corona-Chaos wurde ganz offenbar im Staats-Chaos gespiegelt.

14. Juni 2021 – Debatte um Ende der Maskenpflicht beginnt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für ein Ende der Maskenpflicht in Deutschland aus. „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen entfallen“, sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das Tragen von Masken sei aber auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen, etwa bei Reisen oder Treffen in Innenräumen. Mehr Sicherheit gebe es nur, wenn alle Anwesenden geimpft oder regelmäßig getestet seien.

Spahns Vorstoß steht allerdings schnell in der Kritik. Der Deutsche Lehrerverband spricht sich gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen aus. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er rate insbesondere während des Unterrichts zu „größtmöglicher Vorsicht“. „Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden.“ Maskenpflicht und auch regelmäßige Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben.

7. Juni 2021 – Impfpriorisierung in Deutschland fällt

Seit diesem Montag fällt die Impfpriorisierung bei den Corona-Impfungen. Das heißt: Jede Person, die einen Impftermin bekommt, kann unabhängig vom Alter oder Vorerkrankung geimpft werden. So dürfen sich nun auch Eltern um einen Impftermin für ihre Kinder ab 12 Jahren kümmern.

Ab sofort starten auch die Betriebsärzte mit den Impfungen. Sie können theoretisch in Werkhallen und Büros ihr Kollegium impfen. Mit diesem Schritt startet Deutschland in eine neue Phase der Impfkampagne. Doch während die Nachfrage groß ist, mangelt es an Impfstoff. Lesen Sie hier den vollständigen Artikel: Nur 100 Dosen pro Betriebsarzt: Was Firmen und Beschäftigte zum Impfen wissen müssen

1. Juni 2021 – Kontrolle der Corona-Testzentren – Bund und Kommunen schieben sich die Zuständigkeit zu

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) sieht bei den Verbesserungen der Abrechnungskontrolle in den Corona-Teststationen Bund und Länder in der Pflicht. „Die Kontrolle von Abrechnungsvorgängen ist sicher keine Aufgabe der Kommunen beziehungsweise der Gesundheitsämter. Dafür sind wir weder ausgestattet noch personell in der Lage", sagt DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Zeitung „Rheinische Post".

Die aufgetretenen Probleme ließen sich nicht durch Zuständigkeitsverlagerungen, sondern nur durch ein besseres System lösen. Der DStGB erwarte von Bund und Ländern „einen wirksamen Kontrollmechanismus, der die Betrugsanfälligkeit bei den Testzentren reduziert."

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sieht die Aufgabe bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV). Er würde sich wünschen, dass sie die Zahl der durchgeführten Tests überprüften – analog zu den Abrechnungen der Ärzte, sagte er dem RND.

Doch auch die wollen nicht. „Mehr als zu prüfen, ob die Rechnungen formal korrekt sind, können wir nicht tun", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Das sieht die Testverordnung nicht vor, und es wäre für die KVen auch nicht leistbar."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen sieht bei der Kontrolle von Corona-Teststellen vor allem die Gesundheitsämter in der Pflicht. Wenn die Kommune vor Ort keine freien Kapazitäten habe, dann solle sie auch keine Einrichtungen damit beauftragen, die sie noch nicht genau angeschaut habe. „Der Bund setzt den Rahmen, der Bund gibt die Regeln vor, der Bund übernimmt die Kosten, aber der Bund kann nicht die Teststellen vor Ort kontrollieren", sagte Spahn am Montag im Deutschlandfunk.

Lesen Sie den vollständigen Artikel: Mehr Kontrollen, weniger Geld: Was die Politik gegen Betrug bei Coronatests tun will

31. Mai 2021 – Nur noch drei Städte und Kreise mit einer Inzidenz von mehr als 100

Die Inzidenz in Deutschland geht weiter zurück. Aktuell liegt diese bundesweit bei 35,1. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es hierzulande nur noch drei Städte und Kreise, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert haben. Das sind die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz:

Hildburghausen (128)Emden (112)Günzburg (105)Tuttlingen, Memmingen (98)Schweinfurt (90)Baden-Baden (87)Unterallgäu (86)Erzgebirgskreis (84)Hagen, Ludwigshafen am Rhein (82)Zollernalbkreis, Sonneberg, Kempten (Allgäu) (80)

28. Mai 2021 – Am 7. Juni fällt die Impfpriorisierung, auch Jugendliche sollen geimpft werden

Kommende Woche ist ein wichtiges Datum der Impfkampagne. Am 7. Juni 2021 fällt die Impfpriorisierung, zudem starten die Betriebsärzte mit den Impfungen. Nun haben auch Bund und Länder beschlossen, ab dem 7. Juni die Impfung von Kindern und Jugendlichen zu beginnen.

Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Impfgipfel am Donnerstag geeinigt. Dann könnten sich auch Zwölf- bis 15-Jährige um einen Termin im Impfzentrum oder in der Arztpraxis bewerben.

Das Problem: Bereits jetzt gibt es nicht ausreichend Impfstoff für die noch ausstehenden Impfungen. Der Beschluss verweist deswegen darauf, dass es keine kurzfristigen Termine für diese Gruppe gäbe. Merkel versicherte, dass der sichere Schulbetrieb von der Frage unabhängig betrachtet werden solle, ob ein Kind geimpft sei oder nicht.

Der Bund rechnet damit, dass für die Schülerimpfungen mehr als sechs Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech und Pfizer nötig sein werden. „Zur Planung wird eine Impfbereitschaft von 60 Prozent angenommen, sodass der aktuell angenommene Bedarf bei jeweils 3,18 Millionen Dosen für die Erst- und die Zweitimpfung liegt“, heißt es in einem Papier, das das Bundesgesundheitsministeriums den Ländern im Vorfeld des Gipfels zur Verfügung stellte.

Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde Ema über eine Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer entscheiden, der bisher für Menschen ab 16 Jahren zugelassen ist. Das wird voraussichtlich am Freitag passieren.

Aber die Eltern sind skeptisch: Nur jede zweite Familie in Deutschland will ihre Kinder gegen das Coronavirus impfen lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeine" lehnen 40 Prozent der Erziehungsberechtigten derzeit eine Corona-Schutzimpfung für ihre Kinder ab. 51 Prozent der Befragten seien für die Impfung, der Rest sei unentschieden.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel: Bund und Länder wollen Kinder und Jugendliche ab dem 7. Juni impfen

19. Mai 2021 – Studie: Junge Menschen leiden besonders unter Corona

Eine repräsentativen Studie „Generation Corona“ der pronova BKK zeigt, dass gerade junge Menschen unter der Corona-Pandemie leiden. Befragt wurden 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren.

Das Ergebnis: 64 Prozent der unter 30-Jährigen finden ihr Leben derzeit schlechter als noch vor 12 bis 14 Monaten. Frauen und Mädchen leiden demnach besonders stark unter der Corona-Pandemie – für 71 Prozent hat sich das Leben negativ verändert. Bei jungen Männern sind es 58 Prozent. 

Unterschiede bestehen auch in den Altersgruppen: Unter den 16- bis 19-Jährigen sind 81 Prozent überzeugt, dass sich ihr Leben stark verschlechtert hat.

Mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen fühlt sich demnach häufiger traurig oder depressiv als noch vor einem Jahr. 52 Prozent klagen über innere Unruhe. Vor allem junge Frauen sind demnach derzeit öfter traurig – 63 Prozent klagen darüber. Ihnen fehle der persönliche Kontakt.

18. Mai 2021 – Viele Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100

In drei von vier Landkreisen in Deutschland ist die vom Robert Koch-Institut gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter der politisch gesetzten Marke von 100. Angaben des RKI von Dienstag zufolge liegen 309 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten unter dem Schwellenwert, ab dem die Bundesnotbremse mit schärferen Regeln wie nächtlichen Ausgangssperren ziehen soll. Zum Vergleich: Vor zwei Wochen lagen nur 103 Kreise unter dem Wert.

Auf Länderebene betrachtet liegen mit Sachsen (105) und Thüringen (118) nur noch zwei Bundesländer über der Schwelle von 100. Schleswig-Holstein verzeichnet mit einem Wert von 33 die niedrigste Inzidenz.

Allerdings weist das Institut weiterhin darauf hin, dass ein vermindertes Testgeschehen rund um den Feiertag Christi Himmelfahrt am 13. Mai zu niedrigeren Zahlen führen kann.

17. Mai 2021 – Schleswig-Holstein öffnet für Touristen

Wenige Tage vor Pfingsten können Touristen wieder nach Schleswig-Holstein reisen. Lokale dürfen ihre Innenbereiche wieder öffnen, Ausflugsschiffe wieder Gäste an Bord nehmen. Am Sonntagabend gab das Gesundheitsministerium in Kiel die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 35,1 an.

Bisher waren touristische Übernachtungen nur in vier Modellregionen von Schleswig-Holstein möglich. Das Bundesland weist bundesweit die niedrigste Corona-Ansteckungsrate auf.

Für die Öffnungen müssen Touristen aber Hygieneauflagen erfüllen wie das Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen sowie negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Beim Besuch von Lokalen ist ein negatives Testergebnis oder der Nachweis einer Impfung nötig.

14. Mai 2021 – Diskussion um digitalen Impfpass und Grundrechte für Geimpfte

Der Deutsche Hausärzteverband zweifelt an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni. Es deute wenig darauf hin, dass der Ausweis bis zum Beginn der Reisesaison im Sommer flächendeckend verfügbar sein werde, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Augsburger Allgemeinen“. „Da darf man mit Blick auf bürokratische Vorgaben und weitere leidvolle Verkomplizierungen schon Zweifel haben, ob den vollmundigen Ankündigungen dann auch zeitnah Taten folgen werden.“

Unabhängig davon dürfe Hausarztpraxen „keinesfalls noch mehr Bürokratie aufgebürdet werden“, sagte der Ärztefunktionär. Die Mediziner bräuchten Zeit für Patienten, aber „ganz gewiss nicht, um uns als Passamt der Republik zu verdingen“. Umso wichtiger sei, dass der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte gelbe Impfausweis als Nachweis gültig bleibe.

Justizministerin Christine Lambrecht will mehr Freiheiten für alle – nicht nur für Geimpfte und Genesene. Im Interview mit dem Handelsblatt macht sie Hoffnung auf ein baldiges Ende der Beschränkungen. Zugleich schließt sie einen Anstieg der Zahl von Firmenpleiten nicht aus.

9. Mai 2021 – Geimpfte und Genese erhalten ihre Grundrechte zurück

Für vollständig gegen Corona Geimpfte und Menschen, die eine Infektion nachweislich schon durchgemacht haben, sind ab Sonntag, den 9. Mai 2021, bundesweit wesentliche Einschränkungen aufgehoben. Sie können sich nach einer ab Mitternacht (Sonntag, 0.00 Uhr) geltenden neuen Verordnung wieder uneingeschränkt mit anderen Menschen treffen und haben auch keine nächtliche Ausgangsbeschränkungen mehr.

Außerdem brauchen Genesene und Geimpfte für Einkäufe oder Friseurbesuche keinen negativen Test mehr. Es reicht der Impfnachweis oder ein maximal sechs Monate alter positiver PCR-Test als Beleg für eine vergangene Infektion.

Die Maskenpflicht an bestimmten Orten und das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten aber weiterhin für alle.

Die Bundesregierung hatte die Verordnung auf den Weg gebracht und das mit zunehmenden wissenschaftlichen Belegen begründet, nach denen von Geimpften und Genesenen „eine erheblich geringere Ansteckungsgefahr“ ausgehe. Es gehe darum, Eingriffe in Grundrechte, die nicht mehr gerechtfertigt sind, aufzuheben.

3. Mai 2021 – Bundesweite Erleichterung für Geimpfte geplant

Vollständig Geimpfte und von Covid-19 Genesene können sich wohl schon bald auf bundesweite Erleichterungen in der Corona-Pandemie freuen. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ an, er halte es für realistisch, dass die entsprechende geplante Verordnung am Mittwoch ins Kabinett komme und Ende der Woche die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat erhalten könne.

„Wir haben den Ehrgeiz, dass wir diese Zustimmung bekommen und für die Rechte der Bürgerinnen und Bürger wäre das auch richtig.“ An diesem Montag kommt das Corona-Kabinett mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Ministern zusammen. Die nächste Bundesratssitzung ist Freitag.

Der Städte- und Gemeindebund forderte derweil angesichts der zuletzt rückläufigen Zahl der Corona-Neuinfektionen von der Bundesregierung einen langfristigen Öffnungsplan. „Nach über einem Jahr Pandemie ist das Motto -Wir fahren auf Sicht- kaum noch vermittelbar. Langfristige Perspektiven - wenn auch unter Vorbehalt sinkender Infektionszahlen - sollten jetzt auf den Weg gebracht werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Rheinischen Post.

29. April 2021 – Impfstoff: Moderna plant die Produktion stark zu erhöhen

Der US-Pharmakonzern Moderna erhöht seine Produktion von Corona-Impfstoff und will allein in diesem Jahr bis zu eine Milliarde Dosen ausliefern. Im kommenden Jahr sollen es bis zu drei Milliarden Impfdosen sein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Es verwies zudem auf Studienergebnisse, wonach der Impfstoff länger im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad haltbar sei als bisher angenommen, nämlich drei Monate statt einem. Das würde die Handhabe des ansonsten bei minus 20 Grad gelagerten Vakzins erleichtern.

Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Produktionskapazitäten unter anderem in der Schweiz und in Spanien stark ausgebaut werden. An beiden Standorten soll jeweils doppelt so viel Wirkstoff hergestellt werden wie bisher. Moderna gehe davon aus, dass sowohl für Auffrischungen von bereits Geimpften als auch für die Impfung von Kindern und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren große Mengen Corona-Impfstoff benötigt werden.

Der mRNA-Impfstoff könne auch an Varianten schnell angepasst werden.

27. April 2021 – Corona-Regeln und Grundrechte: Lockerungen für Geimpfte

Nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) konkrete Erleichterungen für Geimpfte in Aussicht gestellt. „Die Bundesjustizministerin wird mit dem Gesundheits- und dem Innenminister jetzt eine Verordnung vorbereiten, die genau das vorsehen soll. Dass nämlich bei Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen vollständig Geimpfte und diejenigen, die genesen sind von dem Coronavirus, bei Kontaktbeschränkungen zum Beispiel nicht mitgezählt werden“, sagte Braun am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Beim Impfgipfel am Montag hatte es noch keine Beschlüsse zum Umgang mit Geimpften und Genesenen und möglichen Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen für sie gegeben. Die Bundesregierung will nach einer Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommende Woche einen Vorschlag machen, so dass eine Verordnung am 28. Mai vom Bundesrat beschlossen werden könnte.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht den Vorschlag kritisch. Er hält den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Corona-Pandemie genauso wichtig wie den Schutz der Grundrechte. „Eine Lockerung der Restriktionen für geimpfte Menschen sollte nur dann in Angriff genommen werden, wenn auch Erleichterungen für alle anderen Menschen in Aussicht gestellt werden können“, erklärte der Berliner Ökonom. „Ansonsten könnte die Glaubwürdigkeit der Politik und die Akzeptanz der Maßnahmen weiter Schaden nehmen, und damit die Strategie einer schnellen und nachhaltigen Begrenzung der dritten Welle scheitern.“ Geimpfte sollten zwar wieder viele ihrer Freiheiten erhalten. „Alle Restriktionen für Geimpfte aufzuheben wäre jedoch ein Fehler gewesen.“

21. April 2021 – Bundes-Notbremse beschlossen: Das sind die neuen Corona-Regeln

Nach zähem Ringen werden bundesweit verbindliche Corona-Regeln festgelegt. Der Bundestag hat dazu eine „Bundes-Notbremse“ mit konkreten Vorgaben beschlossen. 342 Abgeordnete stimmten für den Vorschlag, 250 dagegen, 64 Mitglieder des Bundestags enthielten sich.

Zu den Maßnahmen gehören weitgehende nächtliche Ausgangsbeschränkungen, Schließungen von Schulen und strengere Bestimmungen für Geschäfte. Die Beschränkungen der Notbremse in der Übersicht:

Ausgangssperren: Von 22 Uhr bis 5 Uhr darf man die Wohnung oder sein Grundstück nicht verlassen – mit Ausnahmen für Notfälle, die Berufsausübung, Pflege und Betreuung, die Versorgung von Tieren oder andere gewichtige Gründe. Joggen und Spaziergänge bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur allein.Kontaktbeschränkungen: Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Für Zusammenkünfte von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt die Beschränkung nicht. Zu Trauerfeiern dürfen noch bis zu 30 Menschen zusammenkommen.Handel: Fürs Einkaufen jenseits des Lebensmittel-, Drogerie-, Buch- und Blumenhandels gilt: Geschäfte können Kunden nur einlassen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Steigt der Wert über 150, wäre nur noch das Abholen bestellter Waren (Click AMPERSANDamp; Collect) erlaubt.Schulen: Auch für Schulen gelten neue Regeln. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage hintereinander über 165, wird ab dem übernächsten Tag der Präsenzunterricht verboten. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich.Richtwert: Gezogen wird die „Bundes-Notbremse“, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) an drei Tagen hintereinander über 100 liegt.

16. April 2021 – Diskussion um Ausgangssperre

„Die Notbremse ist das Instrument, die drohende Überlastung des Gesundheitssystems abzuwenden“, sagt Merkel im Rahmen der Debatte um die anstehende Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Am Mittwoch entscheidet der Bundestag darüber. Besonders heftig diskutiert wird dabei das Thema Ausgangsperren.

Denn im Moment ist unklar, ob eine Ausgangssperre verfassungswidrig ist. Erst in dieser Woche hat das Verwaltungsgericht Arnsberg zwei regionale Ausgangssperren wieder aufgehoben. Grund: „ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit“.

Laut Regierungsentwurf sollen Personen in einer Region mit einer Inzidenz von mehr als 100 ihre Wohnung zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr verlassen dürfen. Ausnahmen sind etwa für den Weg zur Arbeit oder medizinische Notfälle vorgesehen. Ob und in welcher Form die Regelung kommt, ist angesichts rechtlicher Fragen und des breiten Widerstands aber offen. Lesen die ausführliche Analyse: Ist die Ausgangssperre verfassungswidrig?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach positioniert sich klar für Ausgangssperren. Er verweist darauf, dass es in keinem Land gelungen sei, eine Welle mit einer britischen Mutante (B117) zu brechen, ohne das Instrument der Ausgangssperre zu nutzen.

7. April 2021 – Impftempo verdoppelt sich innerhalb von 24 Stunden

An diesem Mittwoch sind in Deutschland insgesamt 656.357 Menschen gegen Covid-19 geimpft worden. Das waren fast doppelt so viele wie am Vortag, wo mit 366.566 verabreichten Impfungen der bisherige Höchststand erreicht wurde.

Dieser Sprung bei den Corona-Impfungen geht ganz offensichtlich auf die niedergelassenen Ärzte zurück, die seit dem 6. April Teil der Impfkampagne sind. Die Hausärzte haben am 7. April mehr als 300.000 Menschen geimpft. Am Dienstag nach Ostern waren es noch gut 100.000 verabreichte Impfungen über die Impfzentren.

6. April 2021 – Hausärzte starten Corona-Impfungen

35.000 Hausärzte werden in die Impfkampagne einbezogen. Das kündigt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Vorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung (KBV), Andreas Gassen, in Berlin an. „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger“, sagt Spahn. „Indem wir mit dem Impfen in den Hausarztpraxen beginnen, etablieren wir Strukturen, die uns helfen, schneller und mehr zu impfen.“

Geliefert werden sollen entsprechend der Planungen von Bund und Ländern zunächst 940.000 Dosen. Dies bedeutet, dass pro Praxis rund 26 Impfdosen in der ersten Woche zur Verfügung stehen.

Ab der Woche vom 19. April seien zusätzliche Impfstoffe von Biontech und AstraZeneca vorgesehen, danach der Corona-Impfstoff von Johnson AMPERSANDamp; Johnson. Der Impfstoff von Moderna wird aus logistischen Gründen ausschließlich in den Impfzentren verimpft.

31. März 2021 – Impfstoffe: AstraZeneca nur noch für Menschen ab 60 - Sputnik könnte in der EU zugelassen werden

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca vorerst nur bei älteren Personen verimpft werden soll. Der Grund waren neue Meldungen von Hirnvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am späten Dienstagabend in Berlin: „Vertrauen entsteht aus dem Wissen, dass jedem Verdacht, jedem Einzelfall nachgegangen wird.“ Dafür stünden Bund und Länder mit ihrer Entscheidung ein. Sie folgten einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die Impfungen für jüngere Menschen mit Astra-Zeneca zu stoppen.

Zuerst waren am Dienstag Berlin, Brandenburg und München mit der Entscheidung vorgeprescht, was die dortigen Impfzentren teils völlig unvorbereitet traf. Mitarbeiter berichteten, dass Menschen mit einem Impftermin am Eingang nach ihrem Alter gefragt und wieder weggeschickt werden mussten. Teils bildeten sich lange Schlangen, teils wurde stattdessen der Biontech-Impfstoff verimpft.

Zuvor hatte Merkel mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen. In dem Austausch per Videoschalte sei es auch um den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gegangen, über dessen EU-Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zu entscheiden habe, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

„Diese Evaluierung geschieht nach denselben Normen, die auch auf alle anderen Impfstoffe Anwendung finden“, hieß es. Nach Kreml-Angaben wurden unter anderem Perspektiven „möglicher Lieferungen und der gemeinsamen Produktion dieses Präparats in EU-Ländern“ diskutiert. Die EMA prüft derzeit einen Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU.

29. März 2021 – Angela Merkel kritisiert bei Anne Will die fehlende Konsequenz

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kritisiert, die Länder wichen von der Anfang März beschlossenen „Notbremse“ ab. Die Vertreter der Ministerpräsidentenkonferenz hatten zusammen mit der Kanzlerin entschieden, dass die „Notbremse“ immer dann greifen soll, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Wert von 100 überschreitet. Mehrmals machte sie während der Talkshow bei Anne Will deutlich, dass ihr beim Kampf gegen die Coronapandemie in einigen Bundesländern das Engagement fehle.

Sie kündigte an, im Zweifel auch ohne die Zustimmung der Länder Maßnahmen zu ergreifen. Die Ministerpräsidenten hingegen bewerten Merkels Kritik als ungerechtfertigt und wiesen sie zurück. Klar ist aber, dass die Fälle weiterhin steigen und derzeit weder ausreichend Tests noch Impfstoff vorhanden ist. Deswegen wird die Debatte über härtere Lockdowns lauter.

25. März 2021 – Generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug beschlossen

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll ab diesem Sonntag, den 28. März 2021 um 0.00 Uhr gelten. Grund sei, dass Reisende und Fluggesellschaften sich darauf einstellen können, hieß es am Donnerstag aus dem Bundesgesundheitsministerium. Zuvor hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) eine sehr sorgfältige Prüfung eines möglichen Verbots von Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland angemahnt.

„Ich glaube, nach den letzten Tagen ist es sehr wichtig, dass die Dinge, die von uns auf den Weg gebracht werden, nachher auch umgesetzt werden können“, sagte er im libyschen Tripolis in Anspielung auf das Hin und Her um die Osterruhe. Ein Reiseverbot wäre „ein sehr weitgehender Einschnitt in die Freiheit von Menschen“, betonte Maas. Andererseits sei aber auch die derzeitige Infektionslage außergewöhnlich. „Das ist keine einfache Abwägung“, sagte der Außenminister.

Die Reaktivierung der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Urlaubsreisen, wie es sie im vergangenen Frühjahr gegeben hat, hält Maas nicht für sinnvoll. „Wir können nicht dauerhaft eine Reisewarnung für die ganze Welt aussprechen“, sagte er.

Zuletzt hatten Reisen nach Mallorca ohne Testpflicht für Rückkehrer für viel Unmut innerhalb der Bevölkerung gesorgt.

24. März 2021 Osterruhe wird gekippt: Angela Merkel entschuldigt sich

Nach massiver Kritik und Verwirrung um die geplante Corona-Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Regelung aus den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen wieder gekippt. Sie übernehme dafür die Verantwortung, wurde Merkel von Teilnehmern einer kurzfristig einberufenen Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch zitiert. „Der Fehler ist mein Fehler“, sagte Merkel demnach. Sie habe am Vormittag entschieden, die Verordnungen zur Osterruhe nicht auf den Weg zu bringen, sondern zu stoppen.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass zu viele Folgeprobleme entstanden wären, hätte man - wie beschlossen - den Gründonnerstag und Karsamstag zu Ruhetagen erklärt. Aufwand und Nutzen stünden in keinem guten Verhältnis, wurde Merkel von Teilnehmern der völlig überraschend einberufenen Runde mit den Länderregierungschefs zitiert.

23. März 2021 – Bundesregierung beschließt Oster-Lockdown

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen beschließen Bund und Länder einen harten Lockdown. Über Ostern gibt es den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Vom 1. bis einschließlich 5. April 2021, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden. Die Idee ist, die dritte Welle der Pandemie zu durchbrechen - diese Punkte haben Bund und Länder beschlossen.

22. März 2021 – Kanzleramt berät über Lockdown-Verlängerung bis zum 18. April

Die 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 100. Am Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs über das weitere Vorgehen. Vermutlich wird der Lockdown weiter verlängert. Lesen Sie hier den Beschlussentwurf des Bundes im Original.

In vielen Bundesländern tritt die „Notbremse“ in Kraft – und damit müssen Öffnungen von Läden wieder rückgängig gemacht werden. Derzeit wird diskutiert, ob nächtliche Ausgangssperren verhängt werden. Ostern sollen die Deutschen möglichst in kleinem Kreis feiern, heißt es. Die einzige Maßnahme gegen die Ausbreitung der neuen Mutation biete ein „sehr strenges Testkonzept“ mit zwei Tests pro Woche in allen Schulen und Betrieben, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die Kapazitäten hierfür würden „gerade fieberhaft aufgebaut“.

Prinzipiell hat jede Bürgerin und jeder Bürger Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche. In vielen Städten und Gemeinden bieten Apotheken, Hausärzte oder eigens angelegte Testzentren Termine an. Sollte der Test positiv ausfallen, bieten die Stellen meistens direkt im Anschluss einen PCR-Test an. PCR, Antigen, Antikörper: Welcher Coronatest leistet was?

18. März 2021 – Der digitale Impfpass kommt nach Deutschland – aber mit Komplikationen

Der digitale Impfpass kommt. Das Bundesgesundheitsministerium hat ein Konsortium von Unternehmen unter Führung des US-Konzerns IBM beauftragt, innerhalb von zwei Monaten eine Impfpass-App zu entwickeln. Ende Mai müsste also geklärt sein, welche Beschränkungen für Geimpfte fallen könnten. Doch die Bundesländer sind sich uneinig.

Eine Umfrage des Handelsblatts ergab, dass es bislang offenbar kaum Planungen gibt, ob und wie man den Umgang mit Geimpften möglichst einheitlich umsetzen will. Die Frage sei verfrüht, hieß es häufig.

Der Ethikrat hatte grundsätzlich gegen Vorteile für Corona-Geimpfte plädiert. Die massiven Einschränkungen der Grundrechte müssten schrittweise für alle Bürger zurückgenommen werden. Allerdings gebe es Spielraum bei privaten Unternehmen, denen es offenstehe, ein Angebot oder eine Dienstleistung auf Geimpfte zu beschränken.

Der Ethikrat verwies damals auch auf fehlende Informationen über die Infektiosität von Geimpften. Mittlerweile liegen aber Studien unter anderem aus Israel vor, die nahelegen, dass Menschen nach einer Impfung nicht mehr ansteckend sind.

In der kommenden Woche werden mehr Antworten erwartet. Da tagt der Ethikrat.

16. März 2021 – Erster Lockdown in Deutschland startete vor einem Jahr

Vor genau einem Jahr startete der erste Corona-Lockdown in Deutschland bei weniger als 200 Neuinfektionen und fünf Todesfällen, die in Verbindung mit dem Coronavirus standen. Von da an galten Ausgangsbeschränkungen. Auch mussten Geschäfte ohne dringenden Bedarf, Lokale und Kulturbetriebe schließen. Am 18. März hielt Angela Merkel eine Ansprache, wo sie erklärte, dass die Lage „ernst“ sei. „Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt,“ sagte sie. Die Ansprache als PDF finden Sie hier zum Download.

15. März 2021 – Notbremsen-Lockdown zu Ostern wird wahrscheinlich

Die gerade erst zum 8. März eingeführten Corona-Lockerungen dürften in einigen Bundesländern womöglich vor Ostern wieder enden. Denn die 7-Tage-Inzidenz steigt auf aktuell 82,9, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 68.

Damit könnte die Notbremse ab einer Inzidenz von 100 schon zu Ostern in Kraft treten: Überall dort, wo sie an drei Tagen überschritten wird, sollen automatisch wieder die Lockdown-Regeln vom 7. März gelten: Blumenläden, Gartencenter, Baumärkte, Kosmetikstudios und Sportstätten müssten wieder schließen.

Auch der Schulunterricht und die Kitabetreuung müssen dann wieder eingeschränkt werden, genauso wie „Click and Meet“-Angebote der Händler. Treffen in Privaträumen wären wieder auf einen Haushalt plus eine fremde Person beschränkt.

8. März 2021 – Öffnungen treten trotz steigender Corona-Fallzahlen in Kraft

Obwohl die Infektionszahlen in vielen Regionen steigen, werden in den meisten Bundesländern weitere Corona-Regeln gelockert – allerdings nur vorsichtig und Schritt für Schritt. Parallel dazu soll mehr getestet werden. Geplant ist, dass der Bund nun allen Bürgern mindestens einen Schnelltest pro Woche bezahlt. Grundsätzlich gelten die Lockdown-Regeln bis zum 28. März 2021. Das hatten Bund und Länder bei ihrem Treffen vereinbart.

Kontakte: Ab dem 8. März sind private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich. Insgesamt dürfen nicht mehr als fünf Personen zusammenkommen.Gastronomie und Kultur: Die Außengastronomie kann bei niedrigen Inzidenzwerten frühestens am 22. März wieder geöffnet werden. Gleiches gilt auch für Theater, Opern- und Konzerthäuser. Museen und Galerien hingegen wieder öffnen. Vorausgesetzt die 7-Tage-Inzidenz liegt maximal bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 sind Besuche nur mit Termin möglich.Kitas und Schulen sind wieder geöffnet und sollen Schritt für Schritt wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren. Die konkreten Regeln legen aber die Bundesländer fest.Manche Geschäfte öffnen wieder: Friseure, Baumärkte, Pflanzenmärkte können bundesweit öffnen. Ob Fitnessstudios, Tattoostudios und Massagesalons wieder ihre Dienstleistungen anbieten können, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.Wirtschaft: Wie bisher müssen Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen. Sollte die Tätigkeit das nicht hergeben, müssen die bisherigen Hygienekonzepte eingehalten werden.

6. März 2021 – Coronatests bei Aldi und Lidl sofort ausverkauft

Die Discounter Aldi und Lidl haben am Samstag erste Selbsttest angeboten. Bei Lidl gab es sie allerdings nur online. Im Markt waren die Tests innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, bei Lidl brach zwischenzeitlich die Internetseite zusammen.

Auch die Supermärkte von Rewe und Edeka wollen bald mit dem Verkauf beginnen. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und dm planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Laien-Selbsttests ebenfalls anbieten.

4. März 2021 – Bundesregierung: Stufenplan für die Corona-Lockerungen steht

Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Lockdowns geeinigt und einen Stufenplan für Öffnungen vorgelegt. „Wir stehen an der Schwelle einer neuen Phase der Corona-Pandemie, in die wir mit berechtigten Hoffnungen hineingehen können“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Das Frühjahr werde ein anderes sein als im vergangenen Jahr zu Beginn der Pandemie. Jetzt brauche es Schritte der Öffnungen, die allerdings zu keiner neuen Infektionswelle führen dürften, mahnte Merkel.


Video: Corona-Impfung: Deutsche Forscher finden möglichen Grund für Thrombosen (SAT.1)

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Die Corona-Beratung war von dieser Doppelstrategie geprägt. Bund und Länder rangen bis Mitternacht um einen Weg, der trotz steigender Infektionszahlen weitere Lockerungen ermöglicht. Zwar soll der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden, heißt es in dem Beschlusspapier vom Mittwoch. Die Gipfelteilnehmer einigten sich allerdings auch auf vorsichtige Öffnungen, die sich an den Inzidenzwerten orientieren.

Das sind die fünf Stufen des Öffnungsplans

3. März 2021 – Bund und Länder beraten über Lockerungen

Bund und Länder steuern auf eine teilweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen und eine schrittweise Öffnung verschiedener Bereiche wie Handel, Kultur und Sport zu. Wo es keine Ausnahmen gebe, sollten die Lockdown-Beschränkungen aber bis zum 28. März verlängert werden, heißt es in Entwurf für die Beratungen am Mittwoch, der einen möglichen Stufenplan beschreibt.

„Für die nächsten Wochen und Monate wird es bei stabilem Infektionsgeschehen einen Vierklang geben aus Impfen, Testen, Kontaktnachvollziehung und Öffnungen“, heißt es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt. Die einzelnen Punkte im Überblick:

Private Zusammenkünfte könnten ab dem 8. März wieder erweitert werden: Es sind nunmehr private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. In Gebieten mit besonders niedrigen Zahlen sollten weitere Lockerungen möglich sein.Impfen und Testen: Begleitet werden soll dies durch eine starke Ausweitung der Impfkampagne und der Testkapazitäten. Man wolle „erproben“, ob durch die deutliche Ausweitung von Tests in Verbindung mit einer besseren Nachvollziehbarkeit der Kontakte im Falle einer Infektion Öffnungsschritte auch bei höheren Sieben-Tage-Inzidenzen mit mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner möglich würden, heißt es in dem Entwurf weiter. Allen würden ein kostenloser Schnelltest pro Woche angeboten.Öffnungsschritte: Zunächst darf der Einzelhandels und Fahrschulen wieder öffnen. In dem Papier des Kanzleramtes wird dann die weitere Öffnung von Bereichen wieder an die Einhaltung einer Inzidenz von 35 geknüpft. Dies betrifft etwa Bereiche wie Museen oder Individualsport. Die Außengastronomie sowie Theater und Kinos und Konzerthäuser sollen erst öffnen, wenn die Inzidenz 14 Tage stabil unter 35 liegt.

Notbremse: Steigt die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, gelten danach wieder die aktuellen, härteren Regeln wie die Kontaktbeschränkung auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person.

Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten sollten am 24. März erneut beraten, heißt es in dem Entwurf. Alle aktuellen Informationen zum Treffen und die Beschlussvorlage zum Download finden Sie im Corona-Newsblog.

1. März 2021 – Erste Lockdown-Lockerungen: Friseure können wieder öffnen – Neuer Impfstoff zugelassen

An diesem Montag dürfen Friseurinnen und Friseure bundesweit wieder waschen, schneiden, föhnen - doch vielerorts bleibt es nicht dabei. In manchen Bundesländern machen zusätzlich Gärtnereien wieder ihre Türen auf. Der Druck auf die Bund-Länder-Runde am Mittwoch ist groß – das liegt aber auch an den wachsenden Sorgen vor einer dritten Infektionswelle.

Bei den Bürgern wird die Sehnsucht nach mehr Normalität in Zeiten der Corona-Pandemie wird immer größer. Im Frühlingsmonat März wollen viele Menschen wieder shoppen und essen gehen: Einer Umfrage zufolge wünscht sich eine Mehrheit der Bundesbürger die baldige Öffnung von Handel, Restaurants, Hotels und Museen.

Außerdem: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Impfstoff von Johnson AMPERSANDamp; Johnson (JAMPERSANDamp;J) eine Notfallzulassung erteilt. Bislang waren in den USA die Mittel von BioNTech/Pfizer und Moderna zugelassen. In den kommenden Wochen wird auch eine Zulassung in der EU erwartet.

26. Februar 2021 – RKI veröffentlicht Stufenplan für die Öffnung – und niemand merkt es

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat ein Versäumnis bei der Veröffentlichung eines Strategiepapiers zu Öffnungsszenarien in der Corona-Pandemie eingeräumt. Das Konzept war am Donnerstag der Vorwoche auf der Webseite des Instituts eingestellt worden, aber bis zu Beginn dieser Woche von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben.

Der Grund sei „banal wie tragisch“, erklärt Lothar Wieler auf die Frage einer Journalistin bei der Bundespressekonferenz diesen Freitag. Das RKI-Internetteam sei „total überlastet“. „Wir haben tatsächlich vergessen, es zu twittern.“ Und weiter: „Vielleicht ist es peinlich.“

Er könne sich nur entschuldigen, sagt Wieler. An dem Konzept sei seit Dezember gearbeitet worden. Es werde auch noch weiter ausgearbeitet. Auf die Frage, wer das Institut mit dem Papier beauftragt habe, sagt Wieler: „Das RKI ist tatsächlich auch eine Institution, die eigenständig denken kann.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wirft dazu ein: „Das ist auch ausdrücklich gewünscht.“

Der Gesundheitsminister erwähnte in der Konferenz die ersten Erfolge der Impfkampagne. In einigen Bundesländern sei schon die Mehrheit der über 80-Jährigen geimpft. Das überproportionale Infektionsgeschehen bei den Älteren nähere sich derzeit dem allgemeinen Durchschnitt an, dies sei ein gutes Zeichen, so Spahn. Auch Wieler bestätigt den Rückgang der Infektionszahlen bei den über 80-Jährigen.

5,7 Millionen Dosen seien bisher verimpft worden. Bis Ende kommender Woche sollen zudem über elf Millionen Impfdosen an die Länder ausgeliefert werden.

22. Februar 2021 – Diskussion um Impfreihenfolge

Beschäftigte an Grundschulen und Kitas könnten bei der Corona-Impfung schneller an die Reihe kommen als bisher geplant. Ebenso wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehrere Bundesländer unterstützt auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek diese Pläne, die Impfreihenfolge hier zu ändern. Grund dafür ist die Forderung, die Schulen und Kitas schneller zu öffnen.

Grundschulbeschäftigte stehen nach der aktuellen Impfverordnung in Gruppe drei und fallen damit aktuell trotz der Schulöffnungen in den meisten Bundesländern nicht nicht in die Gruppe mit der höchsten Impfpriorität. Damit würde eine Corona-Impfung voraussichtlich erst im Sommer erfolgen. Eine Entscheidung der Politik über eine neue Impfreihenfolge wird in den kommenden Tagen erwartet.

17. Februar 2021 – Gesundheitsminister will ab 1. März kostenlose Schnelltests für alle – Ärzte sind skeptisch

Gesundheitsminister Jens Spahn verbreitete die frohe Kunde auf Twitter: „Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können“, schrieb der CDU-Politiker. Die Tests seien mittlerweile ausreichend am Markt verfügbar.

Auch Selbsttests für Laien sollen nach ihrer bald erwarteten Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für alle zugänglich sein, twitterte der Minister weiter. „Diese Testmöglichkeiten können zu einem sicheren Alltag beitragen“ – gerade auch in Schulen und Kitas. Sein Ministerium stehe dazu in Verhandlungen mit verschiedenen Herstellern. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte zuerst über die Pläne berichtet.

Kommunen und Ärzte sind skeptisch. Sie warnen vor zu großen Hoffnungen in der Bevölkerung. Man solle nicht glauben, „ab 1. März stünden überall für alle Schnelltests in großer Zahl zur Verfügung“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Impfstart habe gezeigt, dass die Organisation und die Verteilung „für viele Millionen Menschen gleichzeitig eine Mammutaufgabe darstellt“, betonte Landsberg. Er forderte daher ein „stufenweises Vorgehen“.

Wenn die Schnelltests noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden seien, sei ein Einsatz zunächst in Kitas und Schulen sinnvoll. Grundsätzlich begrüßte Landsberg aber die Absicht der Bundesregierung, ab März den Bürgern kostenlos Schnelltests zur Verfügung zu stellen. „Das ist ein wichtiges Hoffnungssignal für Öffnungsperspektiven, nicht nur für Schulen, Kitas, sondern auch für Einzelhandel, Kultur, Hotels und Gaststätten“, betonte der Hauptgeschäftsführer.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sagte der Funke Mediengruppe, es bringe bei der Pandemie-Bekämpfung nichts, „einfach nur viele kostenlose Tests anzubieten“. Notwendig seien „eine Strategie und klare Regeln“. So seien Fragen offen, etwa, wie sich jene zu verhalten hätten, „die bei sich ein positives Ergebnis feststellen“.

11. Februar 2021 – Regierung verlängert Lockdown bis zum 7. März, Lockerungen erst ab 7-Tage-Inzidenz von 35

Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März geeinigt. Die nächsten Wochen seien wegen der als ansteckender geltenden Mutationen des Coronavirus „existenziell“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Öffnungen müssten „vorsichtig“ erfolgen, damit das mutierte Virus nicht die Oberhand gewinne. Ein verlässliches Öffnungsdatum gibt es eigentlich nur für Friseure, die am 1. März wieder Kunden empfangen dürfen.

Der erste größere Lockerungsschritt wird an die Grenze von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen geknüpft. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Bundesland mehrere Tage stabil unter dieser Schwelle, sollen die Geschäfte im Einzelhandel unter Auflagen wieder aufmachen. Auch Museen und Galerien können dann wieder öffnen. Ob Kitas und Schulen aufmachen, entscheiden die Länder. Warum der Grenzwert von 35 statt wie zuvor 50 gesenkt wurde, erfahren Sie hier.

10. Februar 2021 – Deutschland plant den Weg zurück in die Normalität

Angela Merkel diskutiert mit den Ministerpräsidenten auch über mögliche Öffnungsstrategien. NRW, Berlin, Thüringen und Schleswig-Holstein haben Blaupausen für mehr Normalität vorgelegt. Denn Bürger und Wirtschaft fordern eine Perspektive für die Zeit nach dem Lockdown, der vermutlich bis zum 7.März verlängert werden soll.

Als wichtiges Kriterium für Lockerungen ist die Sieben-Tage-Inzidenz. Die Zahl zeigt die registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage an. Im Bundesdurchschnitt lag dieser Wert am Mittwoch bei 68. Ab einem Wert von 50 sind Lockerungen wieder denkbar. Hier geht es zum ersten Überblick der Pläne für eine stufenweise Lockerung der Corona-Maßnahmen.

2. Februar 2021 – Nationale Ausnahmelage soll bis Juni verlängert werden

Die Bundesregierung will die in der Corona-Pandemie verhängte nationale Ausnahmelage mindestens bis in den Juni verlängern. Aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht hervor, dass die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ und die damit verbundenen Befugnisse der Exekutive über den 31. März hinaus gelten sollen.

Ende März 2020 hatte der Bundestag die „epidemische Lage“ für einen auf zwölf Monate befristeten Zeitraum ausgerufen. Im „Entwurf eines Gesetzes zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite betreffenden Regelungen“ heißt es nun, dass der Bundestag „mindestens alle drei Monate über die Fortdauer der epidemischen Lage von nationaler Tragweite erneut zu entscheiden“ habe.

Die Regierung und insbesondere das Gesundheitsministerium können in der „epidemischen Lage“ auf dem Verordnungsweg ohne Zustimmung von Bundestag und Bundesrat weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ergreifen. Hier geht es zu der ausführlichen Meldung.

1. Februar 2021 – Bundeskanzlerin äußert sich nach „Impfgipfel“ zum weiteren Vorgehen

Kanzlerin Angela Merkel bekräftigt nach einem „Impfgipfel“ das Ziel, allen Bundesbürgern bis zum Ende des Sommers am 21. September 2021 ein Impfangebot zu machen. Nach massivem Ärger über organisatorische Probleme wollen Bund und Länder sich enger über nach und nach zu erwartende Liefermengen abstimmen.

25. Januar 2021 – Medizinische Masken im Supermarkt und Nahverkehr werden Pflicht

Ab diesem Montag sind FFP2-Masken oder OP-Masken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht. Gemeint sind entweder sogenannte OP-Masken – also jene blau-weißen oder blau-grünen Masken, die auch Ärzte häufig tragen – oder FFP2-Masken, beziehungsweise deren Äquivalente. Hier finden Sie einen Überblick der Modelle, die Preise und Vor- und Nachteile.

Große und kleine Hersteller bauen jetzt die Produktion medizinischer Masken aus. Aber, wie eine Sprecherin des Medizintechnikunternehmens Dräger dem Handelsblatt sagt: „Unsere Kapazitäten reichen trotz aller Bemühungen nicht aus, um den aktuellen Bedarf zu decken.“

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA rechnet bereits mit steigenden Preisen für die FFP2-Masken angesichts der zu erwartenden höheren Nachfrage. Schon jetzt ist die Preisspanne breit: Je nach Packungsgröße werden FFP2-Masken online ab 1,20 Euro bis acht Euro je Stück angeboten, in Apotheken wird vielfach ein Einzelpreis von fünf Euro verlangt. Da die Maske möglichst einmal benutzt werden soll, ist die Umsetzung der Verordnung für ärmere Menschen unmöglich.

19. Januar 2021 – Merkel und Minister verlängern zweiten Lockdown bis zum 14. Februar

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten über die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und beschließen eine Verlängerung des zweiten Lockdowns in Deutschland bis zum 14. Februar 2021. Außerdem greifen weitere Einschränkungen.

So sind FFP2-Masken fortan im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Supermärkten Pflicht - alle aktuellen Beschlüsse im Überblick.

15. Januar 2020 – Infektionszahlen in Deutschland überschreiten erstmals die 2-Millionen-Marke

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen. Seit Ausbruch der Pandemie sind erstmals mehr als 2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert oder infiziert gewesen.

11. Januar 2021 – Verlängerung des zweiten Lockdowns tritt in Kraft

Der Lockdown in Deutschland geht in die Verlängerung – verbunden mit strengeren Beschränkungen. Was Angestellte und Chefs zum Lockdown wissen müssen.

Treffen sind nur noch mit einer Person aus einem weiteren Haushalt erlaubt. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Regeln hinsichtlich der Bewegungsfreiheit und der Organisation der Schulen und Kitas.

05. Januar 2021 – Der zweite Lockdown wird bis Ende Januar verlängert

Kanzlerin Merkel und die Länderchefs verschärfen die Corona-Maßnahmen. Ein Entwurf für die Corona-Beschlüsse liegt dem Handelsblatt vor. Die wichtigsten Maßnahmen sind eingeschränkte Bewegungsfreiheit für Bewohner von Hot Spots und die Verlängerung des Lockdowns.

Bis Ende Januar sind nur die lebensnotwendigen Geschäfte wie Supermärkte, Tankstellen, Apotheken und Drogerien geöffnet.

Zudem wird die Bewegungsfreiheit in Landkreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner eingeschränkt.

Die Bewohner sollen sich nur noch in einem Radius von 15 Kilometer bewegen. Diese Einschränkung der Bewegungsfreiheit gelte, sofern kein triftiger Grund vorliege. Tagestouristische Ausflüge seien kein triftiger Grund.

Zudem werden die Kontaktbeschränkungen verschärft: Wie beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 darf man sich nur einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands treffen. Hier finden Sie einen detaillierten Überblick der Beschlüsse .

03. Januar 2021 – Zweiter-Corona Lockdown in Deutschland könnte verlängert werden

Der zweite Corona-Lockdown in Deutschland könnte bis Ende Januar verlängert werden. Einige Länderchefs sprechen sich für eine Verlängerung der aktuellen Corona-Maßnahmen aus, um die Fallzahlen langfristig zu senken. Ob eine solche Verlängerung allerdings beschlossen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

27. Dezember 2020 – Impfstart in Deutschland

In Deutschland beginnt das Impfen gegen das Coronavirus. Bislang sind 1,3 Millionen Dosen des Impfstoffes der Mainzer Firma Biontech an die Bundesländer geliefert worden. Zuerst geimpft werden Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal.

16. Dezember 2020 – Der zweite Corona-Lockdown in Deutschland beginnt

Ab sofort gelten wieder strengere Kontaktbeschränkungen in Deutschland. Erlaubt sind Treffen zwischen zwei Haushalten mit maximal fünf Personen. Die Menschen sind aufgefordert zu Hause zu bleiben. Es sind nur noch Geschäfte für den täglich notwendigen Bedarf wie Supermärkte, Drogerien, Tankstellen, Apotheken und Banken geöffnet. Schulen und Kitas sind geschlossen.

Kampf gegen Corona – was im Corona-Lockdown in Deutschland gilt

15. Dezember 2020 – Corona-Impfstoff von Biontech könnte vor Weihnachten zugelassen werden

Die Coronakrise dauert in Deutschland weiter an. Die Infektions-Zahlen sind trotz Kontaktbeschränkungen in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Der Corona-Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech soll noch vor Weihnachten eine EU-weite Zulassung bekommen. Die europäische Medizinbehörde EMA teilte mit, sie wolle am 21. Dezember über die Freigabe für das Mittel entscheiden. Schon am zweiten Weihnachtstag könnte dann in Deutschland mit dem Impfen begonnen werden, hieß es in Berliner Regierungskreisen.

12. Dezember 2020 – Bund und Länder beschließen: Am 16. Dezember kommt der harte Lockdown

Das öffentliche Leben in Deutschland wird heruntergefahren. Grund dafür ist die rasante Ausbreitung der Corona-Pandemie. Ab Mittwoch, den 16. Dezember, schließt der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Supermärkte, Drogerien und Banken. Das teilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten mit.

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown habe „nicht gereicht“, sagt Kanzlerin Merkel in Berlin. Die Verschärfung der Maßnahmen habe somit auch Auswirkungen auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage. Doch gerade für den Einzelhandel ohne Onlineshop wird es eine harte Zeit. Sie müssen kreativ werden, wollen sie das Weihnachtsgeschäft sichern. Ob Abholung auf dem Parkplatz oder Beratung per Whatsapp - so löst der stationäre Handel die Krise.

2. Dezember 2020 – Teil-Lockdown wird bis 10. Januar 2021 verlängert

Bund und Länder einigen sich auf eine Verlängerung des Corona-Teil-Lockdowns in Deutschland bis zum 10. Januar 2021. Das teilen Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach fünfstündigen Beratungen der Ministerpräsidenten mit. Die aktuell geltenden Einschränkungen im Freizeitbereich werden beibehalten. Die beiden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein könnten den Teil-Lockdown früher beenden.

Am 4. Januar 2021 will die Chefrunde von Bund und Ländern zudem entscheiden, wie es in dem Monat mit den Corona-Maßnahmen weitergehen soll.

27. November 2020 – Infektionszahlen in Deutschland überschreiten erstmals Marke von 1 Millionen

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen. Seit Ausbruch der Pandemie sind erstmals mehr als 1.000.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert oder infiziert gewesen.

25. November 2020 – Bundesregierung formuliert neue Corona-Beschlüsse

Die strengen Beschränkungen für persönliche Kontakte werden im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland erneut für mehrere Wochen verschärft. 

Dafür werden sie aber dann über die Weihnachtstage leicht gelockert. So soll das Weihnachtsfest „im Kreise von Familie und Freunden, wenn auch im kleineren Rahmen“, ermöglicht werden, heißt es in der Beschlussvorlage von Bund und Ländern.

23. November 2020 – Biontech und Moderna stehen kurz vor dem Impfstart

Die beiden Pharmakonzerne Moderna und Astra-Zeneca sowie die Kooperation aus der deutschen Firma Biontech und Pfizer haben inzwischen die Wirksamkeit ihrer Präparate an Zehntausenden Patienten unter Beweis gestellt. Der massenhafte Einsatz von Vakzinen zur Bekämpfung der Pandemie scheint nur noch eine Frage von Wochen zu sein.

Bevor jedoch tatsächlich bald die Bevölkerung geimpft werden kann, muss noch eine weitere Herausforderung bewältigt werden: die Logistik. Einige Präparate müssen bei bis zu minus 70 Grad gekühlt werden. In Deutschland hat die Bundeswehr angeboten, Lagerflächen bereitzustellen und bei der Verteilung zu helfen. Ein Überblick der Lage.

22. November 2020 – Länder preschen mit Beschluss-Entwurf vor

Angesichts der unverändert hohen Infektionszahlen sehen die Bundesländer offenbar keine Möglichkeit, die aktuellen Beschränkungen abzuschwächen. So soll der bestehende Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember 2020 verlängert werden. Das geht aus einem Beschluss-Entwurf des Landes Berlin für die Ministerpräsidentenkonferenz hervor.

Laut dem Beschluss-Entwurf zeigten die Corona-Maßnahmen in Deutschland zwar Wirkungen, aber die „erhoffte Trendwende“ sei noch nicht erreicht worden – lediglich ein „Seitwärtstrend“. Als Maßgabe für die Verlängerung der Maßnahmen wird demnach angeführt, dass ein Inzidenzwert von 50 pro 100.000 Einwohnern noch nicht erreicht sei.

Der Vorschlag der Länder für die Ministerpräsidentenkonferenz als PDF zum Download.

18. November 2020 – Biontech meldet: Impfstart im Dezember möglich

Die Mainzer Biotechfirma Biontech und ihr US-Partner Pfizer haben die entscheidende Hürde für eine mögliche Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in den USA genommen. Nach einer finalen Analyse der ausschlaggebenden Studie habe der Impfstoff einen Schutz von 95 Prozent vor Covid-19 gezeigt, teilten die beiden Unternehmen an diesem Mittwoch mit. Biontech und Pfizer melden damit eine noch höhere Wirksamkeit als zunächst angenommen.

Der Biontech-Impfstoff wäre laut der finalen Analyse nun ein klein wenig erfolgreicher als der des US-Konkurrenten Moderna. Das Biotechunternehmen hatte am Montag ebenfalls von einem Durchbruch seines Projekts berichtet und den Schutz seines Mittels mit 94,5 Prozent beziffert. Beide Impfstoffe basieren auf der neuartigen mRNA-Technologie. Dabei wird dem Menschen ein natürlicher, aber im Labor veränderter Botenstoff gespritzt, der Körperzellen vorübergehend einzelne Teile des Coronavirus produzieren lässt. Darauf reagiert das Immunsystem und baut einen Schutz auf.

16. November 2020 – Ein zweiter Corona-Impfstoff: Moderna liefert einen Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 94,5 Prozent

Das Unternehmen Moderna aus den USA meldet sehr gute Zwischenergebnisse für seinen Corona-Impfstoffkandidaten. Dieser basiert – ebenso wie der von Biontech – auf der neuartigen Messenger-RNA-Technologie (mRNA). Das von Moderna in einer großen Studie getestete Vakzin zeigte demnach eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent – und damit womöglich sogar noch bessere Resultate als der Impfstoff von Biontech, der das Risiko an Covid-19 zu erkranken, laut Biontech um mehr als 90 Prozent reduziert.

Die Moderna-Aktie stieg vorbörslich zeitweise um fast 16 Prozent zu und startete mit einem Plus von neun Prozent auf 97 Dollar je Aktie in den New Yorker Handel. Die Börsenbewertung der US-Biotechfirma nähert sich damit erstmals der Marke von 40 Milliarden Dollar und hat sich seit Jahresbeginn mehr als verfünffacht. Ein aktueller Stand und Analystenempfehlung der Moderna-Aktie.

16. November 2020 – Bund-Länder-Treffen zur Zwischenbilanz des Teil-Lockdown

Bund und Länder besprechen die Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns, der deutschlandweit seit Anfang des Monats gilt. Sie Gespräche waren zunächst als Beratung geplant. Das Kanzleramt wollte aber offenkundig mehr. Darauf deutet zumindest die von der Regierungszentrale erarbeitete Beschlussvorlage hin. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel scheitert mit der Beschlussvorlage. Die Länderchefs bremsen die Bundeskanzlerin aus - statt Beschlüssen gibt es daher nur Appelle an die Bürger, sich an die bestehenden Regeln zu halten.

13. November 2020 – Lehrerverband sieht Versäumnisse bei Anti-Corona-Maßnahmen

Die Corona-Pandemie setzt die Schulen in Deutschland zunehmend unter Druck. Der Lehrerverband vermisst klare Vorgaben der Länder, wie mit der verschärften Lage umgegangen werden soll. Weil die Zahl der Infektionsfälle in den Schulen steigt und zu diesem Zeitpunkt mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne sind, wird jedoch inzwischen die Frage gestellt, ob nicht doch temporäre Schulschließungen ein gutes Mittel wären, um die Infektionszahlen schnell und entscheidend zu drücken.

11. November 2020 – Deutschland sichert sich bis zu 100 Millionen Impfdosen von Biontech

Die EU sichert sich einen Impfstoff und will die Verteilung regeln. Als einziges Verteilungskriterium gilt der Anteil der Bevölkerung. Im Falle Deutschlands liegt dieser in der EU bei 18,6 Prozent. Aus dem Vertrag mit Pfizer-Biontech mit mehr als 300 Millionen Dosen stünden der Bundesregierung damit maximal knapp 56 Millionen Dosen zu. Doch Deutschland erhält mehr Impfdosen, weil es das Unternehmen bei der Forschung unterstützt. So erhält Biontech im Rahmen eines Sonderprogramms des Forschungsministeriums zur Beschleunigung der Corona-Impfstoffentwicklung in Deutschland bis zu 375 Millionen Euro vom Bund. Das Gesundheitsministerium beziffert die Gesamtzahl der Dosen für Deutschland auf 90 bis 100 Millionen.

Die Impfstofflieferung für die EU soll in den Produktionsstätten von Biontech in Deutschland sowie in Pfizers Werken in Belgien hergestellt werden. Die beiden Partner gehen davon aus, weltweit rund 1,3 Milliarden Impfstoffdosen bis Ende 2021 liefern zu können.

9. November 2020 – Durchbruch beim Corona-Impfstoff: Biontech meldet eine Wirksamkeit von 90 Prozent

Die Mainzer Pharmafirma Biontech und ihr US-Partner Pfizer können einen Durchbruch vermelden: Ein Corona-Impfstoff habe sich in klinischen Tests als höchst wirkungsvoll erwiesen. Bald soll eine US-Zulassung folgen. Der Aktienmarkt reagiert unmittelbar. Die Nachricht löst einen weltweiten Börsenaufschwung aus. Hier geht's zum aktuellen Stand und Analystenempfehlungen zur Biontech-Aktie.

2. November 2020 – „Lockdown light“ beginnt

Deutschland wird erneut heruntergefahren. Wie im Frühjahr gilt ein Kontaktverbot. Die täglichen Neuinfektionen liegt konstant über einem Wert von 10.000.

28. Oktober 2020 – Zweiter Lockdown beschlossen

Die Bundesregierung beschließt einen „Lockdown light“. Laut RKI gibt es in Deutschland aktuell insgesamt 481.013 Corona-Infektionen, davon sind etwa 339.200 genesen.

Ab dem 2. November 2020 gilt wieder ein Kontaktverbot. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen – maximal zehn Personen. Die Gastronomie muss schließen, nur die Lieferung und Abholung von Essen für den Verzehr zu Hause ist erlaubt. Es darf keine touristischen Übernachtungen geben.

Auch Kantinen dürfen öffnen. Kitas und Schulen sollen geöffnet bleiben. Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen werden weitestgehend verboten. Geschäfte und Händler für den täglichen Bedarf wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken sind weiterhin geöffnet. Ziel ist es „durch eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung insgesamt das Infektionsgeschehen aufzuhalten und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Maßnahmen werden von Wirtschaft und auch Ärzten stark kritisiert. Die Regierung plant zusätzlich Nothilfen für vom Lockdown betroffene Branchen und will erstmals Umsatzeinbrüche ersetzen.

15. Oktober 2020 – Beherbergungsverbot in vier Bundesländern gekippt

Nach massiver Kritik setzt in Baden-Württemberg der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim das Verbot außer Vollzug, weil es ein unverhältnismäßiger Einschnitt in das Grundrecht auf Freizügigkeit sei. Auch in Niedersachsen erklärte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Verbot für rechtswidrig. In Sachsen und im Saarland kündigten die Regierungen an, die Regelungen aufzuheben.

14. Oktober 2020 – Beschluss über das Beherbergungsverbot

Bund und Länder vereinbarten im Kanzleramt strengere Maßnahmen für die deutschen Corona-Hochburgen. Demnach dürfen Beherbergungsbetriebe keine Gäste aufnehmen, die aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eines anderen Bundeslandes „anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben“, in dem oder in der die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohnern lag. Ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen. Jedoch konnten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer und die Regierung nicht komplett einigen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Regeln.

Zudem soll sollen die Maskenpflicht ausgeweitet werden, eine Sperrstunde angeordnet, Kontakte beschränkt und die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen und privaten Feiern begrenzt werden. Einige Maßnahmen wie die schärfere Maskenpflicht sollen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen greifen. Bisher galt ein Wert von 50.

7. September 2020 – Infektionszahlen in Deutschland überschreiten erstmals Marke von 500.000

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen. Seit Ausbruch der Pandemie sind erstmals mehr als 500.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert oder infiziert gewesen.

8. August 2020 – Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Reisende, die in Risikogebieten waren, müssen sich nach der Einreise testen lassen, wenn sie keinen eigenen maximal 48 Stunden alten negativen Test vorweisen können. Ein negatives Ergebnis hebt die vorgeschriebene Quarantänepflicht von 14 Tagen auf. Seit dem 1. August 2020 können sich Urlaubsrückkehrer auch aus Nicht-Risikogebieten in Deutschland kostenlos auf Corona testen lassen.

15. Juni 2020 - Weitere Lockerungen treten in Kraft

Die Corona-Beschränkungen werden in Deutschland weiter zurückgefahren. So ist in vielen Bereichen des öffentlichen Leben ein großes Stück Normalität wieder möglich. Kontaktsportarten können beispielsweise im Freien und auch in Sporthallen beinahe wieder wie vor der Coronakrise durchgeführt werden - komplett aufgehoben sind die Beschränkungen allerdings noch nicht.

3. Juni 2020 - Berlin will Reisewarnung für europäische Länder am 15. Juni aufheben

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni 2020 für rund 31 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das an diesem Tag vom Kabinett beschlossen wurde. 

Danach soll die am 17. März für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, mit denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein - umformulieren.

Darüber hinaus einigen sich Union und SPD auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021. Das Konjunkturpaket soll die Konsumlaune der Menschen anregen und Familien unterstützen und so die Folgen der Coronakrise abfedern.

11. Mai 2020 - Gastronomie öffnet wieder

In Deutschland treten weitere Corona-Lockerungen in Kraft - ein Stück Alltag kehrt zurück. Nach acht Wochen Zwangspause öffnen Restaurants und Lokale wieder. Sie müssen strenge Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Die Tische haben mehr Abstand. Auch müssen Besucher ihre Daten hinterlassen, um eine mögliche Infektionskette nachzuvollziehen. Am Tisch dürfen Gäste ihre Masken abziehen, sonst ist Maskenpflicht. In jedem Bundesland gelten nochmal andere Detailregeln. Die Branche ist stark angeschlagen. Viele Gastronomiebetriebe sorgen sich wegen der Umsatzeinbrüche vor Insolvenzen.

6. Mai 2020 – Merkel und Ministerpräsidenten besprechen Lockerungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder besprechen ihren Fahrplan für Lockerungen in der Coronakrise. Das Tempo, in dem die einzelnen Bundesländer dabei vorgehen, ist allerdings sehr unterschiedlich - der aktuelle Stand aller Pläne in den jeweiligen Bundesländern im Überblick.

4. Mai 2020 – Friseursalons in Deutschland öffnen wieder

In Deutschland treten weitere Corona-Lockerungen in Kraft. Damit kann die Frage „wie lange dauert der erste Lockdown“ endlich beantwortet werden. Am 22. März 2020 trat der erste Lockdown in Deutschland in Kraft. Mit den ersten Lockerungen am 4.Mai 2020 dauerte somit der erste Lockdown 7 Wochen.

Nachdem das öffentliche Leben erlahmte, durften beispielsweise wieder Friseursalons wieder öffnen – allerdings nur unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen. Auch die Schulen öffnen teilweise wieder. Tausende Schüler gehen zum ersten Mal seit Wochen nach Homeschooling und Homeoffice wieder zum analogen Unterricht. Wie es für die Schüler weitergeht, bleibt in den meisten Bundesländern noch offen.

30. April 2020 – Reproduktionsrate sinkt erneut leicht

Die Reproduktionsrate des Coronavirus in Deutschland sinkt laut Angaben des RKI auf einen Wert von 0,75. Neun Tage zuvor hatte sich die Reproduktionsrate auf 0,7 belaufen, war dann aber wieder auf einen Wert von 0,9 gestiegen.

29. April 2020 – Maskenpflicht gilt in allen Bundesländern

In allen Bundesländern gilt eine Maskenpflicht, allerdings in unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens. Schleswig-Holstein setzt als letztes Land auf diese Maßnahme zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. Sie gilt in allen Bundesländern, allerdings in unterschiedlichem Umfang. Vorreiter war Sachsen.

Die Maskenpflicht soll dabei helfen, die Ausbreitung des Virus in Deutschland einzudämmen. In den allermeisten Ländern gilt: Im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen müssen Bürger und Bürgerinnen einen Mund-Nase-Schutz tragen. In NRW kommen Wochenmärkte, Haltestellen, Bahnhöfe, Taxis, Arztpraxen, Post, Bank und Tankstellen hinzu. Auf ein festes Bußgeld bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht wird in NRW allerdings verzichtet. Regionale Verstöße übernehmen die Ordnungsämter. In Berlin gilt die Maskenpflicht hingegen nur in Bussen und Bahnen.

22. April 2020 - Bundesländer ziehen mit der Maskenpflicht nach

Nachdem einige Bundesländer vorangegangen sind, ziehen die restlichen Länder nach und führen ebenfalls eine Maskenpflicht ein. Ab Ende des Monats gilt in allen 16 Bundesländern eine solche Pflicht. Dabei unterscheiden sich die Maßnahmen allerdings - in vielen Bundesländern muss eine solche Maske sowohl beim Einkaufen in Geschäften als auch im Öffentlichen Nahverkehr genutzt werden. In Berlin und Brandenburg beschränkt sich die Maßnahme allerdings lediglich auf Busse, Bahnen und die Tram.

21. April 2020 - Reproduktionsrate steigt leicht

Die zuletzt auf einen Wert von 0,7 gesunkene Reproduktionsrate steigt leicht an und liegt mit 0,9 nur noch knapp unter dem wichtigen Wert von 1,0.

20. April 2020 - Maskenpflicht in einigen Bundesländern

Sachsen führt als erstes Bundesland eine Maskenpflicht ein. Die Mundschutzpflicht gilt beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Sachsen will so die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen. Auch Bayern beschließt eine Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV. Ministerpräsident Markus Söder plädiert gegen einen „Kaltstart“ von Schulen und Geschäften. Mecklenburg-Vorpommern geht einen ähnlichen Weg - auch hier soll eine Maskenpflicht in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gelten.

Da viele Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen dürfen, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem zu schnellen Vorgehen und einer zu rasanten Lockerung der Maßnahmen. Sie betont die Gefahr eines erneuten Corona-Shutdowns.

17. April 2020 - Reproduktionsrate des Virus sinkt unter 1,0

Die Reproduktionsrate des Coronavirus sinkt in Deutschland erstmals unter die so wichtige Marke von 1,0. Laut des RKI liegt diese nun bei einem Wert von 0,7. Die Zahl gibt an, wie viele andere Menschen ein Corona-Erkrankter im Durchschnitt ansteckt.

15. April 2020 – Angela Merkel erklärt Exit-Strategie

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt in einer Pressekonferenz die Strategie zum Ausstieg aus den Corona-Maßnahmen vor. Bund und Länder hatten sich zuvor über die künftigen Schritte geeinigt.

Das sind die Beschlüssen von Bund und Länder im weiteren Kampf gegen das Coronavirus:

Das Kontaktverbot bleibt bis mindestens zum 3. Mai 2020 bestehen.In der Öffentlichkeit müssen Bürgerinnen und Bürger einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten.Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Ab dem 3. Mai 2020 soll schrittweise eine Öffnung folgen: Zunächst prioritär für Abschlussklassen und qualifikationsrelevante Jahrgänge sowie die letzte Klasse der Grundschule. Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen dieses Schuljahres sollen wieder stattfinden können.Die Notbetreuung wird fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet.Großveranstaltungen sind bis zum 31. August 2020 untersagt.Eine App soll die Nachverfolgung von Kontakten erleichtern. Die Nutzung dieser App ist freiwillig.Bei den Gesundheitsdiensten vor Ort sollen neue Personalkapazitäten geschaffen werden. Ein Team von mindestens fünf Personen pro 20.000 Einwohner soll die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und zielgerichtete Tests gewährleisten.Friseurbetriebe bleiben geschlossen. Ab dem 4. Mai 2020 können diese unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder öffnen.Zusammenkünfte in Gotteshäusern sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sollen weiterhin nicht stattfinden.Die Bürgerinnen und Bürger bleiben aufgerufen, auf private Reisen und Besuche zu verzichten.Rechtzeitig vor dem 4. Mai 2020 werden Bund und Länder die Entwicklung erneut bewerten und weitere Maßnahmen beschließen.

Vor dieser Einigung waren die Vorstellungen der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise teilweise auseinander gegangen, sodass ein Flickenteppich im weiteren Kampf gegen das Virus gedroht hatte.

7. April 2020 – RKI stellt Corona-Datenspende-App vor

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) startet die Internetplattform Freiwillige-helfen-jetzt.de. Auf dieser Plattform sollen Freiwilligendienstleistende, die wegen der Corona-Maßnahmen aktuell nicht an ihren eigentlichen Einsatzorten arbeiten können, neue Einsatzgebiete finden. Dazu gehören beispielsweise Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Betriebe der Lebensmittelversorgung.

Das RKI stellt die Corona-Datenspende-App vor, die zum Download bereitsteht. Mit dieser App können Bürgerinnen und Bürger freiwillig ihre Daten an das Robert Koch-Institut übermitteln. Voraussetzung dafür ist allerdings der Besitz einer Smart-Watch oder eines Fitness-Bands. Mit den Daten der Nutzer könne das RKI die Symptome des Coronavirus untersuchen. Die App ersetzt allerdings keinen Coronatest.

4. April 2020 – Infektionszahlen in Deutschland überschreiten erstmals Marke von 100.000

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen. Seit Ausbruch der Pandemie sind erstmals mehr als 100.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert oder infiziert gewesen.

26. März 2020 – Bosch entwickelt Schnelltest

Der Industriekonzern Bosch entwickelt einen Covid-19-Schnelltest. Der Schnelltest soll laut Bosch ab April in Deutschland erhältlich sein und eine Genauigkeit von 95 Prozent haben.

25. März 2020 – Bundestag beschließt Nachtragshaushalt

Der Bundestag beschließt einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete in der Coronakrise. Vorgesehen sind darin neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Der Bundesrat muss den Plänen am Freitag noch zustimmen.

24. März 2020 – NRW erlässt Bußgeldkatalog

NRW erlässt einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5000 Euro. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25.000 Euro fällig.

22. März 2020 – Erster Corona-Lockdown in Deutschland tritt in Kraft

In Deutschland wird keine generelle Ausgangssperre eingeführt – aber ein Kontaktverbot, das die Ausbreitung des Virus verlangsamen soll. Der erste Corona-Lockdown in Deutschland tritt damit in Kraft.

Diese von Bund und Ländern beabsichtigte umfassende Reduzierung sozialer Kontakte soll wohl mindestens zwei Wochen gelten. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten verständigen sich bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als 2 Personen grundsätzlich zu verbieten. Die Regelung gilt nicht für Familienmitglieder sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit werden in NRW verboten, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bund und Länder seien sich hier einig, sagt Ministerpräsident Armin Laschet in Düsseldorf. Gleichzeitig kündigt er drastische Bußgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in der Öffentlichkeit zur Eindämmung des Coronavirus an. Es könnten Strafen bis zu 25.000 Euro verhängt werden. Es gelte eine „Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher.“

19. März 2020 – Öffentliches Leben in Deutschland erlahmt zusehends

Bayern ist von der Corona-Krise besonders schwer betroffen - hier verdoppelt sich die Anzahl der Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden.

Das öffentliche Leben in Deutschland erlahmt derweil durch die Corona-Krise zunehmend. Bund und Länder haben die meisten Geschäfte geschlossen und Gottesdienste und Vereinsversammlungen untersagt. Restaurants schließen ab 18 Uhr. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelläden. Schulen, Kindergärten und auch Spielplätze schließen, an den Grenzen zu fünf EU-Nachbarn wird verstärkt kontrolliert.

18. März 2020 – Angela Merkel wendet sich an die Bevölkerung

Am Abend wendet sich Angela Merkel in einer TV-Ansprache an die deutsche Bevölkerung. 

Die Bundeskanzlerin appelliert, man solle das Virus keinesfalls unterschätzen und verteidigt die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Krise: „Es sind Einschränkungen, wie es sie in der Bundesrepublik noch nie gab.“

17. März 2020 – RKI erhöht Infektionsrisiko in Deutschland

Das RKI erhöht das Infektionsrisiko für Covid-19 auf die Stufe „hoch“ – darüber gibt es lediglich nur noch die Stufe „sehr hoch“. RKI-Chef Lothar Wieler begründet diesen Schritt mit den gestiegenen Fallzahlen in Deutschland. Ohne die drastischen Maßnahmen der Bundesregierung gebe es in wenigen Monaten Millionen von Erkrankten, sagt RKI-Chef Wieler. Tests sollten „strategisch“ eingesetzt werden.

Das Auswärtige Amt spricht erstmals in seiner Geschichte pauschal eine Reisewarnung für alle Länder der Welt aus. Diese gilt für alle nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland.

16. März 2020 – Bundesregierung beschließt Lockdown für Deutschland

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen, sieht sich die Bundesregierung gezwungen Deutschland einen Lockdown zu verordnen. Offiziell tritt dieser ab dem 22. März 2020 in Kraft. Doch schon an diesem Montag schließen erste Schulen, Kitas. Unternehmen ziehen ins Homeoffice und schließen ihre Werke. Es herrscht Unsicherheit angesichts eines Virus, das niemand richtig kennt und einschätzen kann. Die erste Reaktion ist, Hygienemaßnahmen wie Abstand und Hände waschen einzuhalten. Die politischen Bestimmungen konzentrieren sich auf Ausgangsbeschränkungen. Darüber hinaus müssen Geschäfte ohne dringenden Bedarf, Lokale und Kulturbetriebe schließen.

11. März 2020 – Angela Merkel kündigt Unterstützung in der Corona-Krise an

Die Politik verschärft die Maßnahmen und versucht die weitere Ausbreitung des Virus in Deutschland einzudämmen. Am Vortag stellt der Bundestag massive Finanzmittel zum Kampf gegen das Coronavirus zur Verfügung. „Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro“, kündigt Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin an. Einige Bundesländer geben darüber hinaus bekannt, alle Großveranstaltungen abzusagen, da sich nur so die Zahl der Neuinfektionen verlangsamen lasse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußern sich in einer Pressekonferenz zum Coronavirus und zur Lage in Deutschland. Dabei stellt Merkel auch eine Lockerung der „Schwarzen Null“ in Aussicht, um wirtschaftliche Folgen durch das neuartige Coronavirus abzufedern.

28. Februar 2020 – Weitere Infektionen in Hamburg und Hessen

Weitere 21 Menschen stecken sich bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Corona-Erreger in Deutschland an. Alleine im Kreis Heinsberg werden 14 neue Fälle durch das Gesundheitsministerium in Düsseldorf bestätigt – damit seien in NRW nun insgesamt 20 Personen infiziert.

Hinzu kommen weitere vier Infektionen in Baden-Württemberg sowie jeweils ein neuer Fall in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern. Zudem hatte sich ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) infiziert. Dies ist die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

27. Februar 2020 – Zahl der Infektionen in Deutschland steigt weiter

In Deutschland steigt die Zahl der Coronavirus-Infizierten weiter an. Zu diesem zeitpunkt beläuft sich die Zahl der offiziellen Corona-Fälle – laut Angaben der Johns Hopkins University – auf 27 Infizierte in Deutschland. Von diesen 27 Infizierten gelten mittlerweile 15 der Betroffenen als wieder geheilt. Zuletzt kamen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen neue Infektionen hinzu. Bislang ist in Deutschland keine Todesfälle durch das Coronavirus bekannt.

Nach den fünf neuen bestätigten Coronavirus-Fällen in NRW suchen die Behörden nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden. Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit.

26. Februar 2020 – Neue Infektionen in NRW und Baden-Württemberg

In Deutschland werden zwei weitere Coronavirus-Fälle bekannt. Damit steigt die Zahl der bekannten Fälle in Deutschland der Johns Hopkins University zufolge bis zu diesem Zeitpunkt auf mindestens 18 – davon seien allerdings mindestens 14 wieder genesen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat es hierzulande noch keine Todesfälle durch das Virus gegeben.

Eine der beiden neuen Coronavirus-Infektionen ist in Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen registriert worden. Der Zustand des Mannes ist laut Behörden kritisch, weshalb er von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum nach Düsseldorf gebracht wurde.

Der Mann habe zuvor mit einem Bekannten Kontakt gehabt, der geschäftlich in China war. Auch bei der Frau des Erkrankten ist eine Infektion durch den Erreger der neuartigen Lungenkrankheit festgestellt worden. Sie ist Kindergärtnerin und hat laut Landrat Stephan Pusch in den vergangenen Tagen und Wochen „voll am gesellschaftlichen Leben teilgenommen“. Aktuell wird versucht mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, indem Schulen und Kitas des Landkreises Heinsberg vorerst geschlossen bleiben.

Ein weiterer Patient in Baden-Württemberg hat sich vermutlich in Mailand bei einer Italienreise angesteckt. Der 25-Jährige stammt aus dem Landkreis Göppingen und war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt.

Die Situation bleibt weiterhin gefährlich, da mittlerweile schwer nachzuvollziehen ist, welcher Kontakt zur Ansteckung geführt hat. Auch können Ausbrüche des Coronavirus unter dem Radar der Gesundheitsbehörden verlaufen. So bleiben Infektionen der neuartigen Lungenkrankheit unerkannt und können sich weiter verbreiten. Virologen und Ärzte raten, die Hände regelmäßig zu waschen und Abstand von Erkrankten zu halten.

Gesundheitsminister Jens Spahn sucht derweil nach einer internationalen Lösung, da der Coronavirus-Erreger in anderen europäischen Ländern drastische Folgen hat. Er sieht Deutschland gut vorbereitet und hält eine Reisesperre für keine angemessene Option gegen eine Ausbreitung des Virus Covid-19.

12. Februar 2020 – Webasto öffnet Firmenzentrale wieder

Der Autozulieferer Webasto öffnet seine Firmenzentrale in Stockdorf bei München nach der zweiwöchigen Quarantäne wieder.

2. Februar 2020 – Zwei der China-Rückkehrer sind mit dem Virus infiziert

Unter den aus China ausgeflogenen Personen haben sich zwei der zurückgekehrten Passagiere nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Menschen, die sich in der stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan aufgehalten hatten, wurden mit einem Flugzeug der Luftwaffe nach Deutschland geflogen. Vom Flughafen Frankfurt aus wurden sie in Quarantäne in eine Kaserne nach Germersheim (Rheinland-Pfalz) gebracht.

31. Januar 2020 – Deutschland fliegt Staatsbürger aus Wuhan aus

Die Bundesregierung lässt ausreisewillige Deutsche aus der chinesischen Provinz Hubei und der Stadt Wuhan ausfliegen – der am stärksten durch das Coronavirus betroffenen Region des Landes. In der Stadt Wuhan ist das Coronavirus im Dezember 2019 ausgebrochen und hat sich von dort aus weltweit ausgebreitet.

Die Passagiere werden bei der Ankunft in Deutschland in eine zweiwöchige Quarantäne genommen. Da die Erkrankung mit Covid-19 auch noch längere Zeit nach der Infektion mit dem Erreger ausbrechen kann, ist die Quarantäne nötig. Nur so kann die Verbreitung der Lungenkrankheit vermieden werden. Im Moment gehen die Behörden von einer Inkubationszeit von 14 Tagen aus. Das heißt, dass erste Symptome und Anzeichen der Erkrankung erst nach rund zwei Wochen mit Kontakt des Erregers in Erscheinung treten können.

29. Januar 2020 – Webasto schließt Konzernzentrale

Aufgrund der Erkrankung von drei weiteren Mitarbeitern mit dem Coronavirus und der erhöhten Virusgefahr, schließt der Automobilzulieferer Webasto die Konzernzentrale im Ortsteil Stockdorf der oberbayerischen Gemeinde Gauting bei München. Es war die erste offizielle Infektionen mit der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland.

27. Januar 2020 – Erster bestätigter Fall in Deutschland

Ende Januar erreicht das Coronavirus offiziell Deutschland. Ein 33-jähriger Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto ist der erste offziell bestätigte Coronavirus-Patient hierzulande. Der Mann habe sich bei einer chinesische Kollegin aus dem Webasto-Werk in Schanghai angesteckt, die mit ihm an einer Schulung des Unternehmens in Bayern teilgenommen hatte. Der 33-Jährige ist daraufhin auf die Isolierstation im Münchner Klinikum Schabing zur Behandlung untergebracht worden.

Mehr: Die weltweite Entwicklung des Coronavirus in der Chronologie.

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