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England verhängt vierwöchigen Shutdown - Schulen bleiben geöffnet

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 31.10.2020 Felix Keßler

Pubs und zahlreiche Geschäfte müssen schließen - Bildungseinrichtungen nicht. England fährt das öffentliche Leben im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut herunter. Laut Premierminister Johnson gibt es "keine Alternative".

© TOBY MELVILLE / REUTERS

Nach mehreren anderen Ländern in Europa hat der britische Premierminister Boris Johnson auch für England einen Teil-Lockdown angekündigt. Ab kommenden Donnerstag sollen nur noch Schulen und Universitäten geöffnet bleiben, sagte Johnson.

Alle anderen Orte - etwa Kultureinrichtungen, Sportzentren, nicht-lebensnotwendige Geschäfte sowie Restaurants und Pubs - müssen bis zum 2. Dezember schließen. Der Außer-Haus-Verkauf für die Gastronomie soll weiterhin erlaubt bleiben.

"Das Virus breitet sich derzeit schneller aus, als es unsere wissenschaftlichen Berater in einem Worst-Case-Szenario angenommen haben", sagte Johnson. "Jetzt ist es Zeit zu handeln, denn es gibt keine Alternative." Medien hatten zuvor bereits über die Pläne der Regierung berichtet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Engländer das Haus künftig nur noch zur Arbeit, zum Sport, Einkaufen oder für Schul- oder Universitätsbesuche verlassen.

Bereits jetzt die meisten Covid-19-Todesfälle in Europa

Die Maßnahmen seien notwendig, um Leben zu retten und den staatlichen Gesundheitsdienst NHS vor einer erneuten Überlastung zu schützen. Der Regierungschef schwor die Briten darauf ein, ihr Zuhause nur noch in dringenden Fällen zu verlassen - wie Arbeit, Sport, Einkäufe oder die Pflege Angehöriger.

Am Samstag meldete Großbritannien knapp 22.000 Neuinfektionen. Damit durchbrach das Land die Schwelle von einer Million bestätigten Coronavirus-Fällen seit Beginn der Pandemie. In den vergangenen zwei Wochen zählte das Vereinigte Königreich nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control 451 Fälle pro 100.000 Einwohner. Großbritannien hat mit mehr als 46.000 Todesfällen die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa zu beklagen.

Bei einer weiteren unkontrollierten Ausbreitung des Virus könnte die Lage laut der wissenschaftlichen Beratergruppe der Regierung für Notfälle (Sage) noch deutlich schlimmer ausfallen als zuletzt befürchtet. Das im Juli ausgearbeitete Worst-Case-Szenario ging von weiteren 85.000 Todesfällen in einer zweiten Infektionswelle im Winter aus. Ohne umfangreiche Beschränkungen könnte der Wert sogar noch übertroffen werden.

Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln. Dort gelten bereits weitgehend deutlich schärfere, temporäre Corona-Maßnahmen als bisher in England.

Großbritannien hatte zuletzt im März und April Ausgangsbeschränkungen verhängt. Bürger durften nur noch für wichtige Erledigungen das Haus verlassen. Boris Johnson selbst war Ende März an Covid-19 erkrankt. Anfangs sprach er auf Twitter von "milden Symptomen". Neun Tage nach dem positiven Befund musste er ins Krankenhaus und wurde sogar auf der Intensivstation behandelt.

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