Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Lockdown missachtet: Reiche Männerclique fliegt mit Privatjet nach Marseille - und wird prompt zurückgeschickt

stern-Logo stern 11.04.2020 ivi
Mit einem Privatjet des Typs Embraer Legacy 600 flog eine Gruppe reicher Geschäftsleute von London nach Marseille (Symbolbild) © Picture Alliance/EMBRAER/HANDOUT/dpa Mit einem Privatjet des Typs Embraer Legacy 600 flog eine Gruppe reicher Geschäftsleute von London nach Marseille (Symbolbild)

Mit Geld lässt sich auch ein Lockdown umgehen. Das dachten sich wohl ein paar reiche Männer und flogen mit einem Privatjet von London an die französischen Riviera, um dort die Sonne zu genießen. Mit unbestechlichen Polizisten haben sie nicht gerechnet.

Mit dem Privatjet von London nach Marseille. Dann ein kurzer Helikopterflug bis nach Cannes. Und schließlich ein paar unbeschwerte Tage in einer Villa an der französischen Riviera. So sah der Urlaubsplan ein paar reicher Geschäftsleute aus. Ausgangssperren? Reiseverbot? Corona-Lockdown? Dies alles gelte nicht für sie, dachten offenbar die sieben Männer und machten sich in Begleitung von einigen Escort-Girls auf den Weg in die Sonne.

Doch aus den Urlaubsplänen wurde nichts. Wie der französische TV-Sender BVM.TV berichtet, landete der Privatjet der Gruppe am vergangenen Samstag in Marseille. Die französischen Polizisten, die die Briten in Empfang nahmen, machten ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung. "Ich habe Geld, lasst uns reden", habe der Organisator der Reise versucht, die Beamten zu bestechen, verriet eine Quelle in der französischen Polizei. "Er habe sich auf eine Auszeit mit seinen Freunden und den jungen weiblichen Begleiterinnen gefreut. Man würde sich in der Villa einschließen", habe er versprochen. 

Aber die französischen Polizisten ließen sich nicht bestechen. "Es war offensichtlich eine Urlaubsreise, und im Rahmen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen sind diese strengstens verboten", so ein Sprecher der Polizei. "Sie haben versucht, ihre Beziehungen spielen zu lassen, haben ein paar Anrufe getätigt ...", erzählte eine Quelle dem französischen Sender.

Doch das half auch nicht. Der Privatjet musste zurück nach London fliegen. 

Keine Strafe für die Reisenden 

Eine Strafe droht den sieben Männern, die zwischen 40 und 50 Jahren alt sein sollen, und ihren drei jungen Begleiterinnen nicht. Die Reisenden kroatischer, deutscher, französischer, rumänischer und ukrainischer Staatsangehörigkeit hätten französischen Boden de facto nicht betreten, erklärte die Polizei. Die Piloten der drei Hubschrauber, die auf die Kunden in Marseille gewartet haben, sind die einzigen die nun Bußgelder zahlen müssen. 

Wie in vielen anderen Ländern gilt in Frankreich seit Wochen eine strikte, sanktionsbewehrte Ausgangssperre. Nur in unbedingt notwendigen Fällen ist das Verlassen der eigenen Wohnung erlaub, etwa für Arznei- oder Lebensmitteleinkäufe. Dies muss durch Mitführen einer von den französischen Behörden vorgegebenen selbstauszufüllenden Ausgangsbescheinigung bestätigt werden.

Der Reiseverkehr ist innerhalb sowie aus Frankreich heraus auf ein Minimum reduziert. Reisende, die eine Ausnahme geltend machen wollen, müssen ihren Reisewunsch mit unabweisbaren familiären, persönlichen, gesundheitlichen oder unaufschiebbaren beruflichen Gründen belegen können. 

Erfahren Sie mehr:

Aus Eifersucht: Verlobter hängt mit 30 Freunden am Flughafen fest - die fiese Rache einer Braut

Ausbreitung, Übertragung und Immunität: Was aktuell über das Coronavirus bekannt ist – und was nicht

Zwischenfall in Laos: Es hat "Rums!" gemacht: Airbus reißt Leitwerk eines Privatjets ab

| Anzeige
| Anzeige

mehr von stern

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon