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RKI meldet 192 neue Infektionen – Großbritannien mit der niedrigsten Zahl neuer Todesopfer seit März

WELT-Logo WELT 15.06.2020
In Thüringen gelten keine Kontaktbeschränkungen mehr. Damit prescht das Bundesland von Bodo Ramelow mal wieder vor. Viele zeigen sich erleichtert, aber es gibt auch starke Kritik. Quelle: WELT/ Stefan Wittmann © WELT/ Stefan Wittmann In Thüringen gelten keine Kontaktbeschränkungen mehr. Damit prescht das Bundesland von Bodo Ramelow mal wieder vor. Viele zeigen sich erleichtert, aber es gibt auch starke Kritik. Quelle: WELT/ Stefan Wittmann

Deutschland geht von weiterhin rückläufigen Corona-Infektionszahlen aus. Aus 155 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt, schrieb das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Situationsbericht vom Sonntag.

Demnach traten in der vorigen Woche nur in zwei Landkreisen in Bayern hohe Fallzahlen auf: in Aichach-Friedberg unter Erntehelfern und in Coburg in Pflegeeinrichtungen. In anderen Gegenden mit zuletzt vielen Fällen seien die Zahlen rückläufig.

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 192 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186.461 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 15.6. 0 Uhr).

8791 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 172 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag knapp über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,05 (Datenstand 14.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,02 gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 14.6. 0 Uhr) zuletzt bei 1,00 (Vortag: 1,09). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Im Iran steigt die Zahl der neuen Todesfälle erstmals seit zwei Monaten wieder über die Marke von 100. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben in den vergangenen 24 Stunden 107 Menschen an oder mit dem neuartigen Coronavirus. Damit beläuft sich die offizielle Totenzahl inzwischen auf 8837. Die Gesamtzahl der festgestellten Infektionen beträgt 187.427.

In Russland sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden im April mehr als doppelt so viele Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben wie bislang angegeben. Die Gesundheitsbehörde Rosstat teilte am Samstag mit, im April seien 2712 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben. Bislang hatten die Behörden die Zahl mit 1152 angegeben.

Grund für die höheren Zahlen ist demnach eine neue Zählweise. Zuvor waren lediglich die Todesfälle gezählt worden, bei denen eine Covid-19-Erkrankung eindeutig als Haupt-Todesursache festgestellt worden war. Nach der neuen Zählweise werden nun auch solche Fälle mitgerechnet, bei denen es einen Zusammenhang zu Covid-19 gab. Dazu zählen auch Verdachtsfälle oder Fälle, bei denen die Viruserkrankung einen „erheblichen Einfluss“ auf den Tod des Patienten hatte.

Mit der Neuregelung folgt Russland den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zuvor hatte es bereits Kritik an den russischen Behörden gegeben. Die relativ niedrige Opferzahl wurde in Zweifel gezogen, den Behörden wurde vorgeworfen, zu niedrige Zahlen anzugeben. Die Zahl der Corona-Infektionen liegt in Russland nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bei insgesamt rund 528.267 am Montagmorgen. 6938 Menschen starben.

Mit 11.458 neuen Coronavirus-Infektionen hat Indien am Samstag einen weiteren Tageshöchstwert erreicht. Die Gesamtzahl der Fälle stieg am Montag laut JHU auf 320.922, ein neuer Meilenstein. Die Zahl der Toten stieg auf den weltweit vierthöchsten Wert in Höhe von 9195. Innerhalb von einer Woche ist die Zahl der Fälle in Indien um etwa 100.000 gestiegen – praktisch zeitgleich mit der Wiedereröffnung von Einkaufszentren, Gebetsstätten und Restaurants. Landesweite Ausgangsbeschränkungen hatte die Regierung Ende März verhängt.

In Neu Delhi sind die meisten öffentlichen Krankenhäuser voll, Krematorien und Friedhöfe haben Probleme, die Masse an Leichen zu bewältigen. Die Regierung in Neu Delhi hat allein für die Hauptstadtregion prognostiziert, dass die Zahl der Fälle bis Ende Juli auf mehr als eine halbe Million steigen könnte. Die Stadt erwägt, Luxushotels und Stadien in Feldkrankenhäuser umzubauen.

Corona_teaser_Weltkarte © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Weltkarte

Großbritannien hat die niedrigste Zahl neuer Todesopfer durch die Corona-Pandemie seit März verzeichnet. Am Samstag wurden nur 36 weitere Todesfälle registriert, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag über Twitter mitteilte. Dies sei die niedrigste Zahl seit dem 21. März. „Wir gewinnen die Schlacht gegen diese fürchterliche Krankheit“, erklärte Hancock.

Die Zahlen zum Coronavirus sind am Wochenende in Großbritannien allerdings wegen einer langsameren Erfassung der Fälle häufig niedriger als an den übrigen Wochentagen. Die offizielle Zahl der Corona-Toten im Land liegt bei rund 41.700. In der weltweiten Statistik steht Großbritannien damit hinter den USA und Brasilien auf dem dritten Platz. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle in Großbritannien lag nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag bei knapp 296.000. Zuletzt wurden weitere 1514 neue Infektionen gezählt.

Die Zahl der neuen Virus-Toten in Italien hat sich wieder leicht erhöht. Nach den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität von Montagmorgen haben sich 236.989 Menschen infiziert. 34.345 Menschen sind am Coronavirus gestorben.

Bei 57 Prozent von fast 10.000 Bürgern der Stadt Bergamo sind bei einem Test Antikörper gegen das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Bei etwa 10.400 getesteten Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe die Quote dagegen nur bei gut 30 Prozent gelegen, teilen die Behörden mit. Bergamo war von dem Ausbruch in Italien besonders schwer betroffen.

Weltweit mehr als sieben Millionen Fälle

Die Zahl der weltweit registrierten Coronavirus-Infektionen liegt am Montagmorgen laut der Johns-Hopkins-Universität bei etwa 7,9 Millionen. Mehr als 433.000 Menschen starben bereits an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter rasant aus. Das Gesundheitsministerium meldet 17.110 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 867.624. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 612 43.332 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist zuletzt schnell gestiegen, mit wiederholt jeweils rund 1000 neuen Opfern am Tag. Dennoch werden vielerorts Maßnahmen gelockert, Geschäfte und Strände sind inzwischen wieder geöffnet. Vor Einkaufszentren in São Paulo bildeten sich lange Schlangen.

Lateinamerika entwickelt sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Coronavirus-Brennpunkt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind in der Region über 70.000 Menschen dem Virus erlegen. Neben dem am stärksten betroffene Land Brasilien leiden außerdem Peru (6688 Tote und 229.736 Infizierte) und Mexiko (17.141 Tote und 146.837 Infizierte) schwer unter der Corona-Pandemie. „Dies ist das neue Epizentrum“, sagte Dr. Marcos Espinal, Direktor für übertragbare Krankheiten bei der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation, zu den Corona-Zahlen in Lateinamerika. Besonders betroffen ist auch in Mexiko die bevölkerungsreichste Region rund um die Hauptstadt Mexiko-Stadt. Viele Fälle gibt es auch in der Grenzregion zu den USA nahe Tijuana sowie in den Bundestaaten Veracruz und Sinaloa.

In Chile haben sich nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins bereits mehr als 174.293 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 3323 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion mit dem Virus in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen. Zuletzt war es in Chile immer wieder zu Protesten gekommen. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, steht der Großraum Santiago seit Wochen unter Quarantäne.

In den USA haben sich nach den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität 2,09 Millionen Menschen infiziert. 115.732 Menschen sind am Coronavirus gestorben. Täglich kommen in den USA derzeit nach wie vor etwa 20.000 neue Infektionsfälle hinzu. Sowohl gemessen an den Todes- als auch an den Infektionsfällen sind die USA weiterhin das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

In Spanien ist die Zahl der Coronavirus-Toten auf 27.136 gestiegen. Dort haben sich 243.928 Menschen infiziert.

Nach der Lockerung von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nehmen die Corona-Neuinfektionen in der Türkei wieder zu. Die Behörden hätten binnen 24 Stunden 1562 neue Fälle festgestellt, twitterte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag. Damit sei die Zahl der neu Erkrankten höher als die der im gleichen Zeitraum Geheilten, die bei 1330 gelegen habe. Auch der Bedarf an Intensivmedizin und Beatmungsgeräten steige. Insgesamt hat die Türkei 178.239 Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Gut 4800 Erkrankte starben.

In Folge des Coronavirus-Ausbruchs auf einem Großmarkt in Peking ist die Zahl der Covid-19-Fälle in China weiter gestiegen. Wie die nationale Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte, registrierte sie 49 neue Infektionen, darunter 10 „importierte“ Fälle mit Sars-CoV-2 bei Reisenden und 39 lokale Ansteckungen. Von den im Inland übertragenen Fällen wurden 36 in Peking und drei in der benachbarten Provinz Hebei registriert.

Nachdem in China über viele Wochen kaum noch neue Erkrankungen gemeldet wurden, war es vergangene Woche auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt zu einem neuen Ausbruch gekommen, was Ängste vor einer neuen Virus-Welle schürte. Dutzende neue Ansteckungen wurden seit Freitag auf dem Xinfadi-Markt im Stadtviertel Fengtai gemeldet.

Der Großmarkt, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden Wohnviertel abgeriegelt sowie Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Rund 10.000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden.

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