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Türkei: Panikkäufe in Istanbul nach Ankündigung von zweitägiger Ausgangssperre

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 11.04.2020 Katharina Koerth

In 31 Städten in der Türkei dürfen die Menschen am Wochenende nicht rausgehen, viele Details sind noch unklar. Die spontane Ankündigung sorgte für Gedränge in Supermärkten.

© YASIN AKGUL/ AFP

Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan hat wegen der Coronakrise für dieses Wochenende ein Ausgangsverbot in 31 türkischen Städten verhängt. Darunter sind auch die größte Stadt des Landes, die Millionenmetropole Istanbul, die Hauptstadt Ankara sowie die Großstädte Izmir und Antalya, wie das Innenministerium und Provinz-Gouverneur Ali Yerlikaya auf Twitter mitteilten. Das Verbot gelte ab Mitternacht und bis Mitternacht in der Nacht zum Montag.

Details zur Regelung waren zunächst unklar - und weil die Maßnahme erst knapp zwei Stunden vor Mitternacht (Ortszeit) verkündet wurde, setzten in Istanbul sofort Panikkäufe ein. In Supermärkten, vor Bäckereien und den typischen kleinen Nachbarschaftsläden bildeten sich sofort lange und oft dicht gedrängte Schlangen von Einkäufern.

Der Oppositionsbürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, kritisierte die kurzfristig und karg kommunizierte Maßnahme. Die Stadtverwaltung sei nicht informiert gewesen. Es sei nicht einmal bekannt, welche Dienstleistungen die Stadt am Samstag anbieten könne.

Bäckereien sollen wohl Samstag öffnen dürfen

Details dazu tröpfelten erst nach und nach ein. Innenminister Süleyman Soylu rief der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zur Ruhe auf. Es gebe keinen Grund für Panikkäufe, unter anderem würden am Samstag die Bäckereien geöffnet sein, die ihre Waren dann ausliefern dürften. Anadolu zufolge sollen auch Kliniken, Apotheken und Institutionen und Firmen, die bestimmte öffentliche Dienstleistungen anbieten, offen bleiben. Menschen dürften auch zu Begräbnissen von Verwandten ersten Grades gehen. Unklar blieb zunächst, ob das Gassigehen mit dem Hund erlaubt blieb.

Die Türkei hat bisher rund 47.000 Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer lag am Freitag bei mehr als tausend. Für Menschen ab 65 Jahren, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige galten bereits Ausgehverbote. Die Regierung hat bisher jedoch darauf verzichtet, eine landesweite Ausgangssperre zu verhängen - auch, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Sie hatte jedoch andere Maßnahmen getroffen: Unter anderem wurden Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten.

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