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Weiteres Allzeithoch – 7334 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

WELT-Logo WELT 16.10.2020
Bund und Länder senken die Schwelle für strengere Maßnahmen in deutschen Corona-Hochburgen. Diese sollen bereits ab 35 Neuinfektionen greifen statt bisher ab 50. Weitere Verschärfungen gibt es bei der Maskenpflicht und privaten Feiern. Quelle: WELT/Lea Freist © WELT Bund und Länder senken die Schwelle für strengere Maßnahmen in deutschen Corona-Hochburgen. Diese sollen bereits ab 35 Neuinfektionen greifen statt bisher ab 50. Weitere Verschärfungen gibt es bei der Maskenpflicht und privaten Feiern. Quelle: WELT/Lea Freist

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag 4516 Neuinfektionen.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9734. Das waren 24 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 1,08 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,22 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Weltweit gibt es laut der Johns-Hopkins-Universität mindestens 38.510.263 mit Covid-19 infizierte Personen (Stand 15.10., 8 Uhr). Davon sind 1.092.144 Menschen am Virus gestorben.

In Israel haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Donnerstagabend 300.201 Infektionen registriert. Mehr als 200.000 Fälle waren in dem Land am 23. September und mehr als 100.000 Fälle am 21. August ausgewiesen worden. Israel hat rund neun Millionen Einwohner. In Deutschland, das etwa neunmal so viele Einwohner hat, wurden zuletzt insgesamt 341.223 Infektionen registriert.

Die Pandemie verlief in Israel zunächst glimpflich, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen und einer massiven Zunahme der Fallzahlen im Laufe des Sommers gilt seit dem 18. September und mindestens bis Sonntag ein zweiter landesweiter Lockdown mit strikten Regeln wie Ausgangsbeschränkungen. Zuletzt zeichnete sich ab, dass die Zahl der Neuinfektionen abnimmt.

In Israel starben bislang 2127 Menschen in Verbindung mit einer Corona-Infektion, in Deutschland 9710.

In Großbritannien mit 66,6 Millionen Einwohnern haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich knapp 20.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock rief für London die zweithöchste Corona-Warnstufe aus. Er begründete dies am Donnerstag im Unterhaus mit rasch steigenden Infektionsraten in der Hauptstadt. Schnelles Handeln sei erforderlich, um das Virus unter Kontrolle zu bekommen, sagte er.

Corona_teaser_Deutschland © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Deutschland

Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte demnach in Innenräumen nicht mehr treffen, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Donnerstag bekannt gab. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt, während sie in Grünanlagen gestattet bleiben. Schulen und der Einzelhandel bleiben geöffnet.

Millionen Bewohner Nordenglands warten darauf, zu erfahren, ob sie unter die strengsten Corona-Regeln fallen. Für Liverpool wurden diese bereits angeordnet. Seit dieser Woche gibt es in Großbritannien ein dreistufiges Corona-Warnsystem.

In Spanien verzeichnen die Behörden mehr als 13.300 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen steigt damit auf 921.374. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt laut Gesundheitsministerium um 140 auf 33.553. Die Region Katalonien bereitet sich darauf vor, Bars und Restaurants zu schließen, um so eine Verbreitung des Virus einzudämmen.

In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden 30.621 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Seit Beginn der Pandemie verzeichnen die Behörden insgesamt 809.684 Infektionen. Die Zahl der Todesfälle stieg um 88 auf 33.125. Dies betrifft Patienten, die in Kranken- oder Pflegeheimen gestorben sind und bei denen das Virus nachgewiesen wude.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg am Mittwoch in Portugal mit 10,3 Millionen Einwohnern auf 2072 – das war der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der Fälle kletterte den amtlichen Angaben zufolge auf mehr als 91.000. Die Zahl der Menschen, die an Covid-19 starben, stieg um sieben auf 2117. Besonders betroffen sind der Norden und der Großraum Lissabon. Sorge bereitet vor allem die Tatsache, dass die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten in etwas mehr als einem Monat von gut 300 auf nun fast 1000 in die Höhe schoss.

Neun weitere US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei den Neuinfektionen. Wisconsin etwa meldet 3747 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. In einigen Gegenden des Bundesstaats sind nach Angaben der Behörden nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Kliniken frei. „Wir befinden uns an einem sehr kritischen Punkt“, erklärt Gouverneur Tony Evers.

Russland mit seinen 144,5 Millionen Einwohnern meldet einen Rekord an Neuinfektionen. Binnen der letzten 24 Stunden gibt es 14.231 weitere Coronavirus-Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen steigt damit auf 1,34 Millionen. Weitere 239 Menschen starben, wodurch sich die Zahl der Todesfälle auf 23.205 erhöht.

Brasiliens Gesundheitsministerium meldet 713 weitere Corona-Todesfälle und 28.523 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt sind in dem Land damit bislang 152.460 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Zahl der bestätigten Fälle kletterte auf 5.169.386.

In Südkorea sind 110 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Hälfte der Fälle stehe in Verbindung mit einem Krankenhaus in der Stadt Busan, teilte die südkoreanische Behörde für Krankheitskontrolle und -prävention am Donnerstag mit. In dem Land mit gut 51 Millionen Einwohner liegt die offizielle Zahl der Fälle damit bei fast 25.000.

Mindestens 54 der Neuinfektionen stünden mit dem Krankenhaus für Ältere in Verbindung. Mehr als 40 seien in der dicht bevölkerten Metropolregion Seoul verzeichnet worden, mit Verbindungen zu Krankenhäusern, Kirchen, Schule und Büros.

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