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„Pokémon Go“: Betrüger besiegt: Spieler haben ihren beliebtesten Modus zurück

EXPRESS-Logo EXPRESS 24.06.2020 Niklas Brühl
Im Jahre 2016 war „Pokémon Go“ in aller Munde, auch heute erfreut das Spiel sich noch einer großen Spielerschaft. Das Foto stammt aus dem August 2016 und wurde in Berlin aufgenommen. © picture alliance/dpa Im Jahre 2016 war „Pokémon Go“ in aller Munde, auch heute erfreut das Spiel sich noch einer großen Spielerschaft. Das Foto stammt aus dem August 2016 und wurde in Berlin aufgenommen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24. Juni aktualisiert Eine freudige Nachricht für alle „Pokémon Go“-Zocker: der Multiplayer-Modus der sogennanten Kampfliga ist zurück. Zuvor war diese deaktiviert worden, weil sich einige Spieler durch eine Schwachstelle in der Programmierung einen unfairen Vorteil während eines Kampfes erhaschen konnten. Daraufhin hatte die Entwicklungsfirma Niantic den Modus aus dem Spiel genommen.

Niantic ging zur Rückkehr des beliebten Modus mit einem Statement noch einmal auf die Geschehnisse ein: „Wir möchten uns dafür entschuldigen, dass sie so lang ausgefallen ist. Unser Team hat in der letzten Woche jedoch so intensiv wie möglich daran gearbeitet, das Problem zu beheben und den Fix gründlich getestet, der verhindern soll, dass unser Kampfsystem Attackenfolgen zulässt, die logisch nicht möglich sind.“

Mit der Rückkehr wurden in der Kampfliga auch nochmal einige Änderungen vorgenommen: so können Spieler beispielsweise nun sechs anstatt fünf tägliche Kampfsets absolvieren. Auch lohnendere Belohnungen für die siegreichen Pokémon-Trainer wurden eingeführt. Darüber hinaus wurde die Bestenliste der Kampfliga vorübergehend aktiviert.

„Pokémon Go“-Spieler betrügt sich an die Spitze der Kampfliga-Rangliste

Der wohl beliebteste Multiplayer-Modus ist die sogenannte Kampfliga, in der die Spieler mit ihren Teams gegeneinander antreten – und so herausfinden können, wer von ihnen der Stärkere ist. Genau dieses Highlight des Spiels war jedoch zeitweise nicht mehr aufrufbar und das nur wegen eines einzigen Spielers...

Der Zocker, der sich in der App „JesusG1310“ nennt, hatte nämlich einen gerissenen Weg gefunden, sich unrechtmäßig an die Spitze der weltweiten Kampfliga-Tabelle zu hieven. Doch wie?

Für den Betrug nutzte er einen sogenannten Exploit, was eine systematische Möglichkeit beschreibt, Schwachstellen innerhalb eines Computer-Spiels oder einer Programmierung für seinen eigenen Vorteil auszunutzen.

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Wir erklären die Vorgehensweise: Während eines Kampfes haben die beiden Kontrahenten die Möglichkeit zwischen zwei Angriffsmöglichkeiten ihrer Pokémon zu wählen. So gibt es zum Einen die Sofort-Attacke, die durchgehend mit schnellem Tippen auf den Handy-Bildschirm ausführbar ist. Dann gibt es noch die Lade-Attacke, welche wie der Name es verrät, eine längere Aufladezeit benötigt, dafür aber auch deutlich stärker und effektiver ist, um den Gegner zu erledigen.

„Pokémon Go“-Statistik legt den Betrugsfall nahe

„JesusG1310“ hatte ein technisches Schlupfloch in der Entwicklung des Spiels gefunden, diese beiden Attacken durchgängig ausführen zu können. Seine (ehrlichen) Gegenspieler hatten also nicht die geringste Chance, sich in einem Trainerkampf gegen ihn durchzusetzen. Wer gegen ihn antrat, der wunderte sich nur, weshalb „JesusG1310s" Attacken kein Ende nehmen wollten...

Dies beweist auch seine Statistik: Für seine 2.977 Punkte, die für Platz 1 der Weltrangliste reichen, benötigte er gerade mal 274 Kämpfe. Die Spieler auf den Plätzen 2-6 hatten dagegen schon alle mindestens 498 Duelle absolviert.

Entlarvt wurde „JesusG1310" zuerst von anderen Zockern. Sie sammelten Videos von ihren Kämpfen gegen den Betrüger und meldeten ihn so der Entwicklerfirma. Inzwischen wurde der Spieler von Niantic verbannt. Doch damit war es nicht genug.

Betrug bei „Pokémon Go“: Entwickler Niantic reagiert knallhart

Weil einer betrügt, mussten alle leiden: Der Entwickler Niantic reagierte  rigoros, als er von dem Exploit erfuhr. Das Feature der Trainerkämpfe war zeitweise für die gesamte Pokémon Go-Spielergemeinde nicht mehr aufrufbar. 

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Außerdem wurde ein Statement veröffentlicht, in dem es unter anderem hieß: „Wir glauben, dass es in der Go-Kampfliga einen Vertrauensvertrag gibt: Ihr sollt immer das Gefühl haben, dass euer Wissen und eure Fähigkeiten den Ausgang eurer Kämpfe bestimmen. Durch Betrug wird dieser Vertrauensvertrag direkt angegriffen und dies können wir nicht tolerieren.“

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Aufgrund dieser Null-Toleranz-Richtlinie habe sich das Unternehmen also dazu entschieden, die beliebte Kampfliga erst einmal für alle zu deaktivieren. 

„Pokémon Go“-Kampfliga: Wann geht es weiter?

Unter einem Twitter-Post des Entwicklers äußerten sich viele Spieler, die schon ähnliche Erfahrungen mit betrügerischen Kampf-Gegnern gemacht haben.

Außerdem wollten viele Trainer wissen, wann die Trainerkämpfe ihren Weg zurück in das Spiel finden. Niantic antwortete darauf, dass sie sich derzeit noch um das Problem kümmern würden und die Ursache dieses Fehlers noch nicht umfassend aufklären konnte. 

Blick in die Vergangenheit: „Pokémon Go“ war 2016 in aller Munde

Mit dem 2016 erschienenen Augmented-Reality-Spiel „Pokémon Go“ konnten die Spieler endlich in der realen Welt auf die Jagd nach ihren Manga-Monster-Helden gehen – und erfüllten so nicht mehr das Klischee des Zockers, der bei heruntergelassenen Rollläden nur in seinem Zimmer vor sich hin vegetiert. Das Spielen fand erstmals vor der Tür statt, denn nur dort konnte man Pokémon fangen.

Viele werden sich erinnern, wie sie mit ihren Freunden oder der Familie an bestimmten Plätzen in den Städten saßen, um das bestmögliche Team an Pokémon zu fangen.

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Wenn dann mal eins der seltenen Monster wie Relaxo oder Lapras erschienen, wunderten sich Unbeteiligte vermutlich oftmals über die riesengroße Menschentraube, die mit ihren Handys bewaffnet zu einem bestimmten Ort rannte, an dem das Objekt der Begierde auftauchte.

Das Interesse an „Pokémon Go“ ließ nach einiger Zeit nach

Nach einigen Monaten wurde es jedoch ruhiger um das Spiel, welches das US-amerikanische Entwicklerstudio Niantic auf den Markt brachte.

Viele verloren nach und nach das Interesse. Außerdem war es in den kalten Jahreszeiten auch nicht mehr so angenehm, stundenlang im Freien umher zulaufen und die kleinen japanischen Kreaturen zu jagen. Ein weiterer Kritikpunkt war der Stillstand des Spiels, denn in den ersten Monaten nach der Veröffentlichung kamen nur wenige Neuerungen dazu.

Bei „Pokémon Go“ hat sich viel getan, der Fokus wurde auf Multiplayer-Modi gelegt

Nicht nur eingefleischte Pokémon-Go-Spieler werden wissen, dass sich seitdem viel verändert und das Spiel vor allem das Miteinander unter den Hobby-Trainern vervielfältigt hat.

So können sich mehrere Spieler mittlerweile zusammentun, um besonders starke Pokémon gemeinsam in einem sogenannten „Raid“ zu bekämpfen und schließlich zu fangen. Auch das Tauschen von den Monstern unter den Trainern wurde möglich gemacht. Und seit einigen Monaten traten die Spieler dann in der Kampfliga gegeneinander an.


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