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Alexa-Skandal: Privatgespräche werden von Amazon-Mitarbeitern belauscht

WUNDERWEIB-Logo WUNDERWEIB 14.04.2019 wunderweib
Sprachassistent © Bereitgestellt von Bauer XCEL Media Deutschland KG Sprachassistent Amazon-Mitarbeiter hören sich zur Verbesserung des Sprachassistenten von Alexa aufgezeichnete Privatgespräche an – angeblich hören sie auf die Unterhaltungen aufzuschreiben und zu analysieren, wenn die Inhalte zu sensibel werden. Die Kunden sind jedoch ahnungslos.

Tausende Gespräche von ahnungslosen Amazon-Kunden werden täglich von Mitarbeitern des Konzerns belauscht, das enthüllt jetzt ein Bericht des Finanzdienstes Bloomberg. Laut Amazon dient dies nur Verbesserungszwecken: Der Sprachassistent soll noch mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer und vor allem auf die stark variierende Aussprache von Begriffen zugeschnitten werden. Aus diesem Grund hören sich die Amazon-Mitarbeiter die von Alexa aufgezeichneten Privatgespräche nicht nur ohne das Wissen der Besitzer des jeweiligen Sprachassistenten an, sondern transkribieren und analysieren Inhalte der Unterhaltungen auch genauestens. Laut dem Unternehmen stoppen die Mitarbeiter den Lauschangriff, wenn die Inhalte bzw. die besprochenen Daten zu sensibel werden, wenn also beispielsweise Kontodaten oder ähnliches genannt werden. Durch Mitarbeiter selbst ist jedoch bekannt geworden, dass diese so einiges zu hören bekommen, das die jeweils belauschten Amazon-Kunden mit Sicherheit lieber für sich behalten hätten. In internen Chats teilen die Mitglieder des Verbesserungs-Teams nicht nur schwer identifizierbare Tonaufnahmen von Sprachbefehlen, sondern auch witzige oder sogar zutiefst verstörende Aufnahmen wie von gewalttätigen Übergriffen oder Hilferufen. In letzterem Fall soll der Austausch im Chat vor allem der psychischen Bewältigung dienen, denn Zeichen dafür, dass sich Menschen in Not befinden oder kriminelle Aktivitäten planen werden nicht an die Polizei oder andere Instanzen weitergeleitet.

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Alexa zeichnet auch ohne Aktivierungswort auf

Das wirklich Erschreckende: Alexa startet die Aufnahme von Gesprächen nicht nur nach vorheriger Aktivierung durch ein eigentlich notwendiges Aktivierungswort (zum Beispiel „Alexa“). Jeder der Mitarbeiter des zuständigen Teams, das aus mehreren tausend Mitarbeitern weltweit besteht, transkribiert am Tag ca. 100 Unterhaltungen, die Alexa entweder vollkommen ohne die Nennung eines Aktivierungswortes oder durch eine Fehl-Aktivierung (zum Beispiel durch einen dem Aktivierungswort ähnlichen Begriff) aufgezeichnet hat. Trotz der Versicherungen von Amazon, dass die Beschäftigten keinen Zugang zu Informationen hätten, mit denen die Urheber der Gespräche identifiziert werden können, bleiben Zweifel. Diese werden nicht zuletzt durch den nun aufgetauchten Screenshot eines transkribierten Gesprächs verstärkt, auf dem sowohl die Account-Nummer als auch der Vorname des Nutzers und die Seriennummer des Geräts erkennbar waren.

Wie weit kann man dem Alexa-Sprachassistenten beziehungsweise Amazon selbst also trauen? Fakt ist, dass den Alexa-Nutzern bisher nicht klar war, dass sich andere Menschen Aufzeichnungen ihrer Gespräche anhören und Fakt ist auch, dass die Informationen der Amazon-Kunden nicht ganz so sicher sind, wie das Unternehmen behauptet.

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Wie kann ich verhindern, dass Alexa meine Gespräche aufzeichnet?

Um zu verhindern, dass persönliche Gespräche oder sensible Daten bei Amazon landen, können die Nutzer des Sprachassistenten in den Einstellungen jeder Verwendung ihrer Aufnahmen zu Verbesserungszwecken widersprechen – das verhindert allerdings nicht, dass Alexa zuhört und aufzeichnet…

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