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"Coin Master": Casino-App wird nicht indiziert

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 05.03.2020 Anton Rainer

Das Handyspiel "Coin Master" lockt junge Nutzer mit simuliertem Glücksspiel. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien will die Verbreitung der App dennoch nicht einschränken.

© Moon Active

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat eine Indizierung der App "Coin Master" abgelehnt. Sie hält das umstrittene Handy-Spiel, das in Deutschland von Stars wie Dieter Bohlen und Pietro Lombardi beworben wird, für nicht jugendgefährdend. "Coin Master" wurde millionenfach heruntergeladen und gehört zur Kategorie der sogenannten Social Casinos; vom Spielprinzip erinnert es an klassische Slot-Automaten.

Nutzer können darin virtuelle Münzpakete kaufen und einen einarmigen Banditen bedienen - nur eine Auszahlung ist nicht möglich. Deswegen wird die App bislang nicht als Glücksspiel eingestuft. Kritiker befürchten, dass das virtuelle Zocken auf junge Nutzer wie eine Einstiegsdroge für das Spielen mit echtem Geld wirkt. Deswegen hatte die BPjM im Oktober ein entsprechendes Prüfverfahren eingeleitet. Den Ausschlag dafür hatte eine Kampagne des Komikers Jan Böhmermann gegeben: In seiner Sendung "Neo Magazin Royale" rief er Zuschauer dazu auf, einen entsprechenden Antrag bei der BPjM zu stellen. Nun ist die Entscheidung der Prüfstelle gefallen.

Das Gremium sieht keine Gefährdung: Durch die "Gestaltung und Einbettung der Spielautomaten" in derartigen Apps sei ein "Triggern von realweltlichem Verhalten" unwahrscheinlich. Die Apps "Coin Trip" und "Coin Kingdom", die von der BPjM ebenfalls geprüft wurden, folgen einem ähnlichen Spielprinzip – auch sie dürfen weiterhin an Kinder und Jugendliche vermarktet werden.

In Zukunft will die BPjM simuliertes Zocken jedoch strenger beurteilen. Weil durch die virtuellen Slots unter anderem zu hohe Gewinnerwartungen geweckt würden, will die Prüfstelle künftig auch die "Verharmlosung von Glücksspiel" bestrafen. "Coin Master" sei davon aber nicht betroffen.

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