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Leserpost: Microsoft 365, Windows 10X, Microsofts Gaming-Strategie

Dr. Windows-LogoDr. Windows 13.04.2020 Martin Geuß
Leserpost © Bereitgestellt von Martin Geuss (Blog Dr. Windows) Leserpost

Auch in der letzten Woche gab es wieder einige interessante Zuschriften. Drei Themen habe ich mir heraus gepickt: Das in Kürze startende Microsoft 365 für Consumer, Windows 10X und eine Frage zu Microsofts Gaming-Strategie.

Office 365 wird Microsoft 365: Was passiert mit ungenutzten Lizenzen?

Wenn in einer knappen Woche Office 365 zu Microsoft 365 wird, dann müssen die Abonnenten rein gar nichts tun. Der Namenswechsel wird vollzogen, nach und nach werden die zusätzlichen Funktionen kommen und alles läuft weiter wie gehabt. Bernd hatte aber dennoch eine spezielle Frage dazu:

Im Beitrag zu Microsoft 365 schreibst du, dass die aktiven Office 365 Lizenzen einfach Ihre Gültigkeit behalten.

Wie sieht es mit Lizenzen aus, die noch keinen Account zugeordnet sind?

Kann man die nach dem 21.04.2020 noch weiterverwenden, um die Gültigkeit eines Accounts wieder um ein Jahr zu verlängern?

Und ist die Regelung für die Varianten Personal, Home und Business Premium gleich?

An die noch nicht aktivierten Lizenzen hatte ich noch gar nicht gedacht. Viele Kunden kaufen sich die Codes, wenn sie im Angebot sind, um auf diese Weise das Abonnement kostengünstig zu verlängern. Ich kann es nicht mit letzter Bestimmtheit sagen, da sich aber die Konditionen nicht ändern, ist fest davon auszugehen, dass man vor dem 21.04. erworbene Aktivierungscodes für Office 365 auch nach dem 21.04. nutzen kann, um Microsoft 365 freizuschalten. Ich habe einen Bekannten bei Microsoft gefragt, der ist sich ebenfalls sicher, wollte das aber nicht „offiziell“ bestätigen, da es nicht sein Zuständigkeitsbereich ist.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der kann seine Codes aber auch schon jetzt einlösen. Man muss nicht abwarten, bis das Abo ausläuft, die Verlängerung wird immer an das aktuelle Ablaufdatum angehängt, sofern man bei der gleichen Edition bleibt.

Windows 10X: Kommt das Edge Book?

Angesichts der Meldung über die Verschiebung des Surface Neo und Microsofts Entscheidung, Windows 10X nun doch zuerst auf traditionelle Laptops bringen zu wollen, hat Paul eine „alte“ Frage aufgewärmt: Kommt jetzt das Edge Book als Konkurrenz zu Chrome OS, wie wir das eigentlich mal erwartet hatten?

In der Tat ist diese Frage nun wieder spannend geworden. Microsoft hat außer mit extrem günstigen Geräten bislang keine Antwort auf Chrome OS gegeben. Ich habe lange Zeit damit gerechnet, dass Microsoft versuchen würde, einen Konkurrenten zu Chrome OS zu entwickeln, der genau die gleichen Wege geht. Inzwischen denke ich aber, dass man sich damit zu sehr der eigenen Stärken berauben würde. Ich rechne damit, dass es letztlich in die Richtung „das Eine tun, aber das Andere nicht lassen“ gehen wird, und da könnte Windows 10 in der Tat eine wichtige Rolle spielen.

Microsoft ist schon seit geraumer Zeit dabei, den kompletten Workflow im Browser zu ermöglichen. Outlook, Teams, Skype, To Do, OneDrive, OneNote und alle Office-Programme – all das geht jetzt schon im Browser. Übrigens nicht nur unter Windows, sondern eben auch unter Chrome OS. In der Office App für Window 10 ist bereits eine Art Hybrid-Modus eingebaut: Ist ein Programm lokal installiert, öffnet es sich beim Klick auf eine Datei. Wenn nicht, wird die Browser-Version geöffnet.

Windows 10 ist Chrome OS damit jetzt schon sehr viel näher, als es auf den ersten Blick aussieht. Mit Windows 10X könnte man nun zumindest eine Variante schaffen, die das System genau auf diesen Umfang reduziert. Nur warum sollte man das tun, wenn über gesicherte Container auch klassische Windows-Software nutzbar machen kann?

Google hat bereits gemerkt, dass sie nur mit  Web-Apps nicht gewinnen können, darum haben sie Android-Apps auf Chrome OS gebracht. Der Nutzern ist allerdings überschaubar, weil die Android-Apps nach wie vor für die Nutzung auf größeren Displays miserabel optimiert sind. Ein „Browser-Betriebssystem“, ergänzt durch wirklich nützliche Desktop-Software, könnte in der Tat eine ernsthafte Konkurrenz zu Chrome OS werden. Microsoft hat die Werkzeuge dafür in den Händen, sie müssen sie nur richtig einsetzen.

Microsofts Gaming-Strategie: Nicht exklusiv genug?

Sea of Thieves, bislang nur auf der Xbox One oder für Windows 10 im Microsoft Store zu haben, wird in Kürze via Steam verfügbar sein, was einmal mehr die Frage aufwarf, ob das Teil eines „Abgesangs“ auf die eigenen Plattformen ist.

Dazu muss ich zunächst grundsätzlich anmerken, dass ich mit dieser „Exklusivität“ noch nie etwas anfangen konnte. Natürlich ist es wichtig, dass es auf der von mir genutzten Plattform genügend erstklassige Spiele gibt. Durch die Tatsache, ob es diese Spiele auch für andere Plattformen gibt oder nicht, werden diese Spiele aber weder besser noch schlechter. Das „Gejammer“ über verlorene Exklusivität habe ich daher nie begriffen.

Der zweite Punkt ist noch wichtiger. Die Microsoft Studios, jetzt Xbox Game Studios, sind als eigenständige Einheit zu betrachten, die Spiele entwickelt und auf den Markt bringt. Es ist deren unternehmerische Pflicht, mit diesen Titeln so viel Geld als möglich einzunehmen, jede Form der Exklusivität ist da nur hinderlich.

Drittens, und das ist der entscheidende Punkt: Dass Microsoft überhaupt noch eine Gamingsparte hat, ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass man darin eine große Chance für die Cloud sieht. Mit Project xCloud wird die Vision verfolgt, dass Spiele überall und jederzeit verfügbar sind. Auf dem Weg dahin muss man aber zunächst bemüht sein, die eigenen Titel so breit wie möglich zu streuen und möglichst viele Spieler zu erreichen, um sie dann auf ihren jeweiligen Plattformen abzuholen. Wohlgemerkt abholen, nicht weglocken, denn das würde nicht funktionieren.

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