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Neues Smartphone: Oneplus 8 Pro im Test: Huawei muss sich warm anziehen

stern-Logo stern 15.04.2020 Malte Mansholt
Das große Display ist der Star des Oneplus 8 Pro © stern.de/Malte Mansholt Das große Display ist der Star des Oneplus 8 Pro

Premium-Smartphones mit günstigem Preis - so platzierte sich der chinesische Hersteller Oneplus jahrelang. Und nahm dafür Kompromisse in Kauf. Das neue Oneplus 8 Pro soll nun selbst Maßstäbe setzen - und damit auch den chinesischen Smartphone-König Huawei unter Druck setzen. Ob das funktioniert, verrät unser Test.

Schnelle Prozessoren, schickes Design - aber wenige Luxus-Features. Dafür standen lange die günstigen Smartphones von Oneplus. Mit dem Oneplus 8 Pro hat man nun erstmals ein vollwertiges Premium-Modell ohne Spar-Maßnahmen vorgestellt. Und das kann im Test - fast - vollständig überzeugen.

Der Bildschirm als Star

Rein optisch könnte das Oneplus 8 auch von Huawei oder Samsung stammen, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Die Verarbeitung ist hervorragend, der Metallrahmen und das gewölbte Glas des fast die ganze Front bedenkenden Displays fühlen sich sehr edel an. Das OLED-Display ist ohnehin der Star des Oneplus 8 Pro: 6,78 Zoll, mit vierfacher HD-Auflösung (3168 x 1440 Pixel) ist  es ein imposanter, knackscharfen Hingucker, der zudem einen - mittlerweile - sehr gut funktionierenden Fingerabdruck-Scanner beherbergt.

Die spannendste Neuerung fällt aber erst auf den zweiten Blick auf: Die Bildwiederholrate von 120 Hertz sorgt dafür, dass sich das Scrollen von Webseiten so flüssig anfühlt wie auf wenigen anderen Smartphones. Das bieten aktuell nur wenige Geräte, etwa Samsungs Galaxy S20. Zusätzlich hat Oneplus nach eigenen Angaben auch am Touchscreen herumfeilt. Er soll schneller reagieren als bei anderen Modellen. Tatsächlich ließ sich selbst bei sehr schnellem Tippen nie das bekannte verzögerte Aufpoppen von Buchstaben erreichen. Der Bildschirm wirkt dadurch enorm responsiv.

Alltags-Bolide

Auch sonst ist das Oneplus 8 Pro im Alltag sehr schnell. Das liegt zum einen am Spitzenprozessor Qualcomm Snapdragon 865, der im Leistungsbenchmark Geekbench als erstes Android-Modell ganz nah an das iPhone 11 heranrückt (898 Singlecore, 3343 Multicore). Mit cleveren Tricks wie verkürzten Animationen sorgt Oneplus zusätzlich dafür, dass sich das Gerät im Alltag noch schneller anfühlt, als es ohnehin schon ist. Alles reagiert gefühlt sofort.

Bei der Kamera hatte Oneplus das am Anfang übertrieben. Im Nachtmodus kam das Auslösegeräusch zu Beginn der Testphase so früh, dass man nur verwackelte Bilder hatte - weil man das Smartphone nach dem Klicken zu schnell wieder senkte. Ein Software-Update hat das aber inzwischen behoben, die Kamera signalisiert nun korrekt, wann sie fertig ist.

Starke Knipse

Obwohl sie keine Innovationspreise gewinnt, kann sich die Kamera sehen lassen. Oneplus verbaut beim Pro ein Vierer-Linsensystem mit Weitwinkel, Ultraweitwinkel (beide 48 MP), 3x-Zoom sowie einem reinen Farbsensor, der laut Hersteller die anderen Knipsen unterstützt. Welchen Effekt er genau hat, war im Test nicht nachvollziehbar. Die Bilder erreichen im Schnitt durchaus das Niveau der Spitzenkameras wie der des iPhone 11 Pro oder des Huawei P40, sind dabei sehr detailreich und farbecht. Die Unterschiede liegen nur im Detail, das iPhone 11 Pro interpretiert Bilder etwa etwas wärmer. Welche Fotos besser gefallen, ist letztlich Geschmacksache.

Ein kleines Manko ist die Performance wenig Licht. Zwar sind die Bilder des Oneplus 8 Pro im Halbdunkeln wirklich gut und zeigen teilweise sogar mehr Details als beim iPhone. Je dunkler es wird, desto mehr kann sich Apples Smartphone bei den Details aber wieder nach vorne schieben, die Bilder des Oneplus werden verwaschener. Trotzdem braucht sich das Oneplus 8 Pro auch hier nicht zu verstecken.

Einstellungsfrage

Etwas gespalten ist es bei der Akku-Laufzeit. Einerseits hat Oneplus endlich nachgelegt und unterstützt beim Pro-Modell erstmals kabelloses Laden, sogar bis zu 30 Watt. Andererseits hat man mit dem 120-Hz-Display einen echten Akku-Fresser verbaut. Wer flüssig scrollen will, muss aber auch bei normaler Nutzung damit rechnen, dass die Batterie trotz 4510 mAh Fassung nicht bis Abends durchhält. Schade: Die Bildrate lässt sich zwar zum Akkusparen auf 60 Hertz reduzieren, eine Schnelloption dazu gibt es aber nicht. Stattdessen muss man sich mühsam durch mehrere Menüs hangeln. Ein einfaches Umschalten je nach Bedarf ist so leider nicht drin. Das hätte man besser lösen können.

Auch eine weitere Neuerung für Oneplus ist bei anderen Herstellern längst Standard: Das Oneplus 8 Pro ist als erstes Gerät der Firma nun Staub- und Wasser-geschützt nach IP68. Das war längst überfällig.

Ein Plus für die Zukunft: Das Oneplus 8 Pro unterstützt alle deutschen 5G-Frequenzen. Sollten die Provider bald mit dem Ausbau vorlegen, kann es also den neuen Mobilfunkstandard sofort unterstützen. Viele andere Hersteller bieten das nur in teuren Sondervarianten.

Anders als Konkurrent Huawei ist Oneplus nicht von den Verboten der US-Regierung betroffen, das Oneplus 8 Pro läuft mit der neuesten Version von Android, inklusive der Apps von Google. 

Fazit: (fast) keine Kompromisse

Das Oneplus 8 Pro ist ein echtes Spitzensmartphone, vom Design über die Technik bis zum Premiumgefühl. Das 120-Hertz-Display ist ein echtes Pfund: Noch nie fühlten sich Scrollen und Games so flüssig an. Leider kann man das nur genießen, wenn die Steckdose in der Nähe ist, das Umschalten ist unnötig kompliziert. Hier sollte Oneplus möglichst rasch eine Schnelleinstellung einfügen.

Ansonsten hält das Oneplus 8 Pro sein Versprechen: Erstmals kommt ein Oneplus-Spitzengerät tatsächlich ohne faule Kompromisse und Sparmaßnahmen aus. Das hat allerdings seinen Preis: Während das Oneplus One noch für 300 Euro über die Theke ging, kostet das Oneplus 8 Pro mindestens 899 Euro für das schwarze Modell mit 8 GB Arbeits- und 128 GB Datenspeicher. Die in grün und blau erhältliche Variante mit 12/256 GB kostet gar 999 Euro. Absurd: Das sonst in vielerlei Hinsicht abgespeckte Oneplus 8 (ohne Pro) bietet auch in der Einsteigervariante für 799 Euro schon die bessere Speicherausstattung.

Alternativen sind etwa das Huawei P40 Pro, das zusätzlich einen optischen 5x-Zoom bietet. Es ist ab 960 Euro zu bekommen. Samsungs Spitzenmodell Galaxy S20 Ultra kostet ab 1150 Euro. Wer lieber kein Android-Gerät möchte, findet beim iPhone 11 Pro, beziehungsweise Pro Max eine Alternative. Sie sind ab 980, respektive 1100 Euro zu bekommen.

Das Oneplus Pro 8 ist ab heute bei zahlreichen Händlern vorbestellbar, offiziell erscheint es am 21. April.

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