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Könnte sich die Tschernobyl-Katastrophe wiederholen? Forscher zweifeln an der Sicherheit 10 aktiver Kernreaktoren

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 13.06.2019 Aria Bendix
chernobyl © Liam Daniel/HBO chernobyl

Die Welt hat viel aus der Tschernobyl-Katastrophe gelernt einem verheerenden Kernkraftwerksunfall, der aufgrund einer neuen Sky-Serie wieder Platz in kulturellen Gesprächen findet.

Obwohl viele Aspekte der Tschernobyl-Katastrophe noch immer ein Rätsel sind, wissen wir ein paar Dinge mit Sicherheit: Am 26. April 1986 explodierte in der Nähe von Pripjat (einer Stadt, die einst zur Sowjetunion gehörte) der Kern eines Reaktors und beförderte eine Menge radioaktiver Stoffe in die Luft.

© Bereitgestellt von Business Insider Inc

Innerhalb von drei Monaten nach der Explosion waren mehr als 30 Menschen an akuter Strahlenkrankheit gestorben. Heute schätzen Wissenschaftler, dass Zehntausende, vielleicht sogar Hunderttausende von Menschen von der Katastrophe schwer betroffen waren.

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Einige Konstruktionsfehler wurden behoben

Der an der Tschernobyl-Explosion beteiligte Reaktortyp, ein RBMK- oder Hochleistungskanalreaktor, wurde seither in ganz Russland so modernisiert, dass einige seiner fatalen Konstruktionsfehler wie Steuerstäbe mit Graphitspitzen und Uran mit niedrigem Anreicherungsgrad behoben wurden. Es ist wahrscheinlich, dass viele der ursprünglichen Eigenschaften des Reaktors gewählt wurden, um die Kosten niedrig zu halten.

Ziel der Nachrüstung, so die Sky-Serie, war es, „zu verhindern, dass sich ein Unfall wie Tschernobyl wiederholt“. Aber das ist vielleicht einfacher gesagt als getan.

Bauweise der Reaktoren verursacht immer noch Bedenken

Die World Nuclear Association listet zehn RBMK-Reaktoren auf, die noch in Russland in Betrieb sind (ein RBMK wurde kürzlich 2018 in Sankt Petersburg außer Betrieb genommen). Russland ist heute das einzige Land mit diesen Reaktoren, die von der Sowjetunion entworfen und gebaut wurden.

Vier RBMKs befinden sich in Kursk, einer Stadt im Westen Russlands. Weitere drei befinden sich in Sankt Petersburg, einer Stadt mit mehr als fünf Millionen Einwohnern und drei weitere in Smolensk (etwa fünf Stunden vor Moskau). Einer der Smolensk-RBMKs ist für den Betrieb bis zum Jahr 2050 zugelassen. Der Rest der Lizenzen läuft irgendwann zwischen 2021 und 2031 ab.

Obwohl die Steuerstäbe und der Uran-Brennstoff der Reaktoren geändert wurden, ruft ihre Bauweise immer noch Bedenken bei einigen Atomwissenschaftlern hervor.

Grundlegende Elemente der Bauweise konnten nicht geändert werden

„Es gab grundlegende Aspekte in der Bauweise, die nicht geändert werden konnten, egal was russische Beamte taten“, sagte Edwin Lyman, der stellvertretende Direktor des Nuclear Safety Project bei der Union of Concerned Scientists, im Gespräch mit „Live Science“. „Ich würde nicht sagen, dass sie in der Lage waren, die Sicherheit des RBMK insgesamt auf den Standard zu erhöhen, den man von einem westlichen Leichtwasserreaktor erwarten würde.“

Im Gegensatz zu einem Leichtwasserreaktor verwendet ein RBMK Graphitblöcke, um die Neutronen zu verlangsamen, die zur Stromerzeugung beitragen. Das ermöglicht einen so genannten „positiven Hohlraumkoeffizienten“, der den Reaktor bei niedrigen Leistungen instabil macht.

Reaktoren sollen internationalen Sicherheitsstandards entsprechen

Die russischen RBMKs sollten 30 Jahre halten, aber Staatsbeamte haben sich dazu entschieden, ihre Lebensdauer zu verlängern. Im Jahr 2015 kam die Hälfte der russischen Kernkraft aus Reaktoren mit erweiterten Lizenzen. Die World Nuclear Association hat gesagt, dass einige ältere Reaktoren in Kursk und Sankt Petersburg, die in den 1970er Jahren in Betrieb genommen wurden, „eine gewisse Sorge für die westliche Welt“ darstellen.

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Russland behauptet, dass seine modernisierten Reaktoren den internationalen Sicherheitsstandards in vollem Umfang entsprechen.

Die Nation nutzt die Kernenergie für rund 19 Prozent ihrer Elektrizität und will ihr Atomprogramm erweitern, um bis zum Ende des Jahrhunderts bis zu 80 Prozent der Elektrizität der Nation zu erzeugen. Die Internationale Atomenergie-Organisation bezeichnet den Export von nuklearen Gütern und Dienstleistungen als eine der wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten Russlands.

Dieser Artikel wurde von Claudia Saatz aus dem Englischen übersetzt.

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