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Amtseinführung von Joe Biden: Lyrikerin Amanda Gorman berührt mit ihrem Gedicht die Herzen der US-Bürger

stern-Logo stern 20.01.2021 Eugen Epp
Amanda Gorman ist die jüngste Lyrikerin, die bei der Amtseinführung eines US-Präsidenten auftreten durfte © Picture Alliance/Patrick Semansky Amanda Gorman ist die jüngste Lyrikerin, die bei der Amtseinführung eines US-Präsidenten auftreten durfte

Die Lyrikerin Amanda Gorman wurde mit ihrem Gedicht zum heimlichen Star der Amtseinführung von Joe Biden. Dabei scheute sich die 22-Jährige nicht, auch die traumatischen Ereignisse der vergangenen Wochen anzusprechen.

Ihr Auftritt kam fast ganz am Ende der Amtseinführung von Joe Biden, und bei vielen Zuschauern hinterließ Amanda Gorman einen bleibenden Eindruck. Die 22-jährige Lyrikerin rezitierte das traditionelle "Inaugural Poem": Bei der Vereidigung jedes Präsidenten gibt ein Dichter dem neuen Staatschef, aber auch dem Volk einige Worte mit auf den Weg.

Amanda Gorman war die jüngste Lyrikerin, der diese Ehre bisher zuteil wurde. Ihr Gedicht trug den Titel "The Hill We Climb", auf Deutsch: "Der Berg, den wir besteigen". Darin bezieht sie sich deutlich auf die Herausforderungen, die die amerikanische Demokratie und Gesellschaft in den vergangenen Jahren zu meistern hatten, wagt aber auch einen hoffnungsvollen Ausblick. Sie sprach von antidemokratischen Kräften, die fast die Oberhand behalten hätten, aber auch davon, dass die Demokratie in den Vereinigten Staaten zwar vorübergehend geschwächt, aber nie endgültig besiegt werden könne.

Amanda Gorman spricht unangenehme Wahrheiten aus

Mit ihrem charismatischen Auftritt hat die Dichterin aus Los Angeles die Herzen der Amerikaner berührt – und die von vielen Menschen auf der ganzen Welt, die die Amtseinführung verfolgt haben. In den sozialen Netzwerken zeigten die User ihre Anerkennung und Begeisterung. Schnell machten auch Zitate aus ihrem Gedicht die Runde. 

 
 
 

Zuvor hatte Amanda Gorman angekündigt: "In meinem Gedicht werde ich in keiner Weise beschönigen, was wir in den vergangenen Wochen und Jahren gesehen haben. Aber was ich mit dem Gedicht wirklich anstrebe, ist einen Weg zu zeigen, auf dem unser Land immer noch zusammenkommen und heilen kann. Es tut dies auf eine Weise, die die unangenehmen Wahrheiten, mit denen sich Amerika auseinandersetzen muss, nicht auslöscht oder vernachlässigt."

Nach der Amtseinführung von Joe Biden klingen vor allem die letzten Zeilen ihres Werks nach: "For there is always light, if only we're brave enough to see it, if only we're brave enough to be it." Frei ins Deutsche übersetzt: "Denn es gibt immer Licht, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen – wenn wir nur mutig genug sind, es selbst zu sein."

Quelle: "New York Times" / "The Hill"

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