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Armut in Argentinien: Tüten mit täglicher Essensration

In Argentinien hat sich die Armut während der Corona-Pandemie deutlich verschärft. Nach Angaben der Statistikbehörde leben inzwischen 40,9 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. Drei Millionen Argentinier, das entspricht 10,5 Prozent der Bevölkerung, leben in extremer Armut und sind vollständig auf Suppenküchen und Lebensmittelspenden angewiesen. Drei Millionen Menschen in extremer Armut "Das hilft mir sehr, ohne das würde ich nicht überleben", sagt ein 71-jähriger Mann, nachdem er eine Tüte mit Essen für den Tag erhalten hat. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung bereits Mitte März, als gerade ein paar Hundert Menschen infiziert waren, sehr strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. Die harten Restriktionen trafen auch die Wirtschaft, vor allem informell Beschäftigte können seit Monaten nicht ihrer Arbeit nachgehen. Das wirtschaftlich stark angeschlagene südamerikanische Land steckt seit 2018 in einer Rezession. Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr bei 54 Prozent. Genug, um Menschen vorm Verhungern zu bewahren Um die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu mildern, wurden zwar staatliche Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel das Notfall-Familieneinkommen. Das sei aber ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der gravierenden Lage, sagt ein Wirtschaftsexperte. Das sei gerade genug, um Menschen vorm Verhungern zu bewahren, aber nicht genug, um andre Löcher zu stopfen, die Mieten oder Gesundheitsausgaben zu bezahlen. Die Menschen hätten so viele ungelöste Probleme. Besonders hart trifft die Krise Kinder. Mehr als 56 Prozent der unter 14-Jährigen leben laut Statistikamt in Armut. Unterdessen registrierte Argentinien an diesem Mittwoch mehr als 14.000 Neuinfektionen ein neuer Tagesrekord. Rund 17.000 Menschen sind seit Beginn der Krise an Covid-19 gestorben.
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