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Diese Landkreise sind besonders stark vom Virus betroffen

WELT-Logo WELT 25.03.2020

Jens Spahn kündigt zusätzliche finanzielle Unterstützung von Krankenhäusern an. Außerdem soll das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Mit einer Prognose über die Dauer des Kontaktverbots hält sich der Gesundheitsminister zurück. Quelle: WELT © WELT Jens Spahn kündigt zusätzliche finanzielle Unterstützung von Krankenhäusern an. Außerdem soll das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Mit einer Prognose über die Dauer des Kontaktverbots hält sich der Gesundheitsminister zurück. Quelle: WELT

Seit Wochen steigt die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland rasant an. Besonders betroffen sind nach wie vor Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Eine Karte zeigt, in welchen Landkreisen es besonders viele Infizierte gibt.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt täglich – laut der Johns-Hopkins-Universität gibt es in Deutschland inzwischen mehr als 33.500 Fälle. 181 Menschen sind demnach bisher an den Folgen der Covid-19-Erkrankung gestorben. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist mittlerweile zudem fast jeder der 401 Stadt- und Landkreise in Deutschland von der Pandemie betroffen.

Regional gibt es dabei jedoch sehr unterschiedliche Ausprägungen. Während vor allem Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern hohe Ansteckungszahlen verzeichnen, sind die Zahlen in Schleswig-Holstein und den ostdeutschen Bundesländern niedriger.

Erstmals in Deutschland war das neuartige Coronavirus Ende Januar in Bayern registriert worden. Vor gut zwei Monaten hatte sich in der Gemeinde Gauting im Landkreis Starnberg bei München ein Mitarbeiter eines Automobilzulieferers bei einer Frau aus China angesteckt, die auf Geschäftsreise in Deutschland war.

Zu dieser Zeit setzen die Behörden noch darauf, die Infektionscluster unter Kontrolle zu halten und Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

Ende Februar gab es auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die ersten nachgewiesenen Fälle. Nach und nach wurden Infektionen in allen Bundesländern bekannt. Am 10. März meldete schließlich Sachsen-Anhalt als letztes Bundesland den ersten Corona-Fall.

Wegen der schnellen Ausbreitung des Virus gelang es nicht mehr, die Ansteckungswege jeder einzelnen Person nachzuvollziehen.  Weil zudem nicht jede mit dem Virus infizierte Person auffällige oder eindeutig zuordenbare Symptome zeigt, blieben immer mehr Fälle unentdeckt.

25.03.2020, Bayern, München: Ein Polizeiwagen fährt durch die Fußgängerzone in der Innenstadt. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa/Peter Kneffel 25.03.2020, Bayern, München: Ein Polizeiwagen fährt durch die Fußgängerzone in der Innenstadt. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Großstädte bei absoluten Zahlen vorn

Eine Karte des Robert-Koch-Instituts gibt Aufschluss über die Infektionsfälle in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten. Nach diesen Erhebungen führen die Metropolen München (mindestens 1312) und Hamburg (mindestens 1262) die Liste der Infektionszahlen an. Setzt man die Zahlen jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl ergibt sich ein anderes Bild.

Am stärksten betroffen ist dann nämlich nach wie vor der Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, wo sich nach einem Karnevalsumzug im Februar zahlreiche Menschen angesteckt hatten. Durchschnittlich kommen hier mittlerweile 391 Fälle auf 100.000 Einwohner. Mittlerweile sind in dem Landkreis laut RKI mehr als 1000 Menschen mit dem Virus infiziert und mehr als 20 Menschen gestorben (Stand Mittwoch 10.00 Uhr).

Wegen der schnellen Ausbreitung war Heinsberg eine der ersten Städte, in denen das öffentliche Leben wegen des Coronavirus drastisch eingeschränkt wurde. Zwar steigt die Zahl der Neuansteckungen weiter an, allerdings hat sich das Tempo nach ersten vorsichtigen Schätzungen verlangsamt.

Nach Berechnungen der Uniklinik Aachen ist die Ansteckungskurve in dem Landkreis abgeflacht. Am Montag hatte der Chef des Aachener Uniklinikums mitgeteilt, er habe wegen des „trägen Anstiegs“ die Hoffnung, dass es in drei Wochen möglicherweise ein erstes Entspannungssignal gebe.

Alle aktuellen Informationen und Empfehlungen des Gesundheitsministeriums finden Sie hier: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

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Hohenlosekreis und Tirschenreuth mit vielen Fällen

Die zweitmeisten Fälle bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es im Hohenlosekreis in der Nähe von Stuttgart in Baden-Württemberg. Nach Angaben des RKI wurden in dem Landkreis mit 112.010 Einwohnern 278 Infizierte und drei Todesfälle registriert. Die starke Häufung in dem Kreis könnte unter anderem auf Großveranstaltungen Anfang März zurückzuführen sein, nach denen mehrere Personen positiv auf das Virus getestet worden.

Darauf folgt der bayerische Landkreis Tirschenreuth unweit der tschechischen Grenze. Hier meldet das RKI inzwischen 178 Fälle und drei Todesfälle. Allein am Sonntag stieg die Fallzahl laut Landratsamt Tirschenreuth um rund 150 Prozent.

In der Kleinstadt Mitterteich, die in dem Landkreis liegt, gibt es, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele mit Sars-CoV-2-Infizierte wie nirgends sonst in Bayern. Viele Menschen in dem 4500-Einwohner-Ort stehen momentan unter Quarantäne. Grund für die hohe Zahl an Infektionen könnten auch hier große Menschansammlungen bei einem Bierfest Anfang März gewesen sein. Am Mittwoch hatten die Behörden in Mitterteich die bundesweit erste Ausgangssperre verhängt.

Ungewisse Entwicklung der Pandemie

Deutlich wird, dass die Ansteckungsgefahr in dicht besiedelten Großstädten nicht automatisch höher ist als in ländlichen Regionen. Entscheidend dafür, wie viele Menschen sich anstecken, sind auch einzelne Ereignisse, etwa große Menschenansammlungen.

Um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen, setzen die Landesregierungen daher vor allem darauf, die Infektionsketten zu unterbrechen. Ob die zuletzt erlassenen Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktverbote greifen, lässt sich nach Ansicht von Experten allerdings erst nach einigen Wochen feststellen.

Zuletzt hatte das RKI für einige Städte, darunter unter anderem Hamburg, bereits einen Rückgang der Neuinfektionen gemeldet. Wie aussagekräftig diese Zahlen sind, ist jedoch ebenfalls noch unklar.

Das hängt auch mit dem Meldesystem zusammen. Im Idealfall übermitteln die örtlichen Gesundheitsämter die nachgewiesenen Fälle den jeweiligen Landesbehörden, die sie an das RKI weitergeben. Das RKI wiederum berücksichtigt die Daten am Folgetag in seiner bundesweiten Statistik.

Dadurch entsteht von dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls bis zur Veröffentlichung ein Zeitverzug, sodass die Zahlen der Gesundheitsämter und des RKI voneinander abweichen können. Zudem wurden am Wochenende nicht aus allen Ämtern Zahlen übermittelt, sodass diese nachträglich aktualisiert werden mussten.

Alle aktuellen Informationen und Empfehlungen des Gesundheitsministeriums finden Sie hier: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

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