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49 Journalisten seit Jahresbeginn getötet

WELT-Logo WELT 18.12.2019
Bei einer symbolischen Aktion hält eine Journalistin in Mexiko eine rot verschmierte Kamera und eine Presseweste Quelle: pa/dpa/Quetzalli Blanco © pa/dpa/Quetzalli Blanco Bei einer symbolischen Aktion hält eine Journalistin in Mexiko eine rot verschmierte Kamera und eine Presseweste Quelle: pa/dpa/Quetzalli Blanco

Seit Jahresbeginn sind mindestens 49 Journalisten und andere Medienschaffende weltweit getötet worden – das gab die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) anlässlich der Jahresbilanz zur Pressefreiheit in Berlin bekannt. Weit mehr als die Hälfte der 49 getöteten Journalisten kamen in fünf Ländern ums Leben: in Syrien (10 Medienschaffende getötet), Mexiko (10), Afghanistan (5), Pakistan (4) und Somalia (3). In ganz Lateinamerika wurden 14 Journalisten getötet.

Zwar seien deutlich weniger Medienschaffende in bewaffneten Konflikten ums Leben gekommen als in früheren Jahren. Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko sei aber heute für Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Im Vorjahreszeitraum 2018 waren es 86 Getötete gewesen. Die Organisation betrachtet jeweils die Zeitspanne von Jahresbeginn bis 1. Dezember.

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389 Medienschaffende seien aufgrund ihrer Tätigkeit im Gefängnis, 12 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Organisation in Berlin weiter mit. Von den inhaftierten Journalisten sitze fast die Hälfte in drei Ländern hinter Gitter: In China (120), Ägypten (34) und Saudi-Arabien (32), wie aus der Jahresbilanz hervorgeht. In Ägypten und Saudi-Arabien seien die meisten Inhaftierten ohne Urteil oder Anklage im Gefängnis. Diese Regime hätten die Repression gegen Medienleute weiter verschärft, erklärte ROG-Vorstandssprecher, Michael Rediske.

Bei einer symbolischen Aktion hält eine Journalistin in Mexiko eine rot verschmierte Kamera und eine Presseweste © pa/dpa/Quetzalli Blanco Bei einer symbolischen Aktion hält eine Journalistin in Mexiko eine rot verschmierte Kamera und eine Presseweste

In China 120 Medienschaffende im Gefängnis

Laut ROG sind in China allein 120 Medienschaffende im Gefängnis. Mehr als 40 Prozent davon seien Bürgerjournalisten, die trotz der verschärften Zensur versucht hätten, über die sozialen Netzwerke unabhängige Informationen zu verbreiten. Die meisten der 2019 hinzugekommen Gefangenen gehörten der muslimischen Minderheit der Uiguren an.

In der Türkei seien zwar im Laufe des Jahres Dutzende Journalisten nach Haftstrafen freigelassen worden. Doch mehrere von ihnen wurden nach kurzer Zeit wieder inhaftiert. Das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung sei sogar gestiegen, heiß es im ROG-Bericht.

Weltweit waren bis zum 1. Dezember 57 Medienschaffende entführt, die meisten davon in Syrien (30), 15 in Jemen, elf im Irak und einer in der Ukraine. Die Huthi-Rebellen im Jemen und die Separatisten im Osten der Ukraine behandelten Geiseln als „Häftlinge“, denen sie schwere Verbrechen anlasteten und die sie zu hohen Strafen verurteilten.

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