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Ahrensfelde: Das Waisenheim der sieben Igelchen

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 15.05.2019 Florian Thalmann
Kleines Stacheltier mit spitzer Nase: Igelchen Pick guckt neugierig in die Kamera des KURIER-Fotografen. © Thomas Uhlemann Kleines Stacheltier mit spitzer Nase: Igelchen Pick guckt neugierig in die Kamera des KURIER-Fotografen.

Es ist eine der süßesten Rettungsaktionen, die es jemals gab: Uwe (53) und Carola Strehlke (57) fanden in ihrem Garten in Ahrensfelde eine tote Igel-Mama – und ihre sieben quicklebendigen Babys. Kurzerhand baute das Ehepaar einen Unterschlupf, päppelte die Stachel-Tiere auf – nun sind die kleinen Igel bereit für die Auswilderung.

Familie Strehlke fand die Igelkinder im Garten in Ahrensfelde - die Mutter war tot

Acht Monate ist es her, dass Familie Strehlke urplötzlich Zuwachs bekam. „Ich war im Garten, sah mehrere kleine Igelkinder über die Wiese laufen“, sagte Carola Strehlke dem KURIER. „Sie liefen aufgeregt herum, eine Mama war nicht in Sicht.“ Kurze Zeit später fanden die Strehlkes das Muttertier – die Igel-Dame lag tot in einem Gebüsch.

Die Strehlkes begannen, die Igelchen aufzupäppeln, fütterten sie mit Katzenfutter und Rührei. „Weil wir vor Jahren schon Igel zum Überwintern hatten, wussten wir, was zu tun ist“, sagt Uwe Strehlke. „Man kann ja nicht wegsehen, sondern muss den Tieren helfen.“

Echte Tierliebe: Die Strehlkes mit Igelchen Pick © Thomas Uhlemann Echte Tierliebe: Die Strehlkes mit Igelchen Pick

Dreimal am Tag verließ er das Büro seiner Unternehmensberatung, um die Tierchen zu versorgen. Die Strehlkes benannten die Igel nach den sieben Zwergen Pick, Puck, Naseweiß, Rumpelbold, Pickepack, Huckepack und Packe. Jeden Tag wogen sie die Igel. „Ich bin endlich mal zu einer neuen Küchenwaage gekommen“, sagt Carola Strehlke und lacht. Auch das Gehege wurde immer größer, je mehr die Igel wuchsen.

Allen Igelkindern geht es gut - jetzt werden sie ausgewildert

Sie stellten vor dem Haus eine Spendenbox auf. „Das Feedback war toll! Immer lagen Futterspenden in der Kiste“, sagt er. Um die Nachbarn zu informieren, gaben die Strehlkes die „Igel-Post“ heraus, ein Flugblatt mit Infos zu den Tieren. Das Wunder: Alle Igel – auch die schwächeren – überlebten den Winter, allen geht es blendend. Nun sollen sie ausgewildert werden. „Es war ein Vollzeitjob. Der Abschied wird schwerfallen“, sagt Carola Strehlke.

Mit ihrer Geschichte wollen die Strehlkes vor allem einen Appell an andere Kleingärtner richten. „Es ist wichtig, dass man für die Tiere, mit denen wir leben, kleine Lebensräume schafft“, sagt er. „Und dass man bei der Gartenarbeit achtsam ist. Durch Mähroboter und unvorsichtiges Arbeiten werden immer wieder Igel verletzt – das darf nicht passieren.“ 

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